Waiblingen

Ampel vor Remseck verschiebt den Stau

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Sorgt für dicke Luft: Pförtner-Ampel vor Remseck. © Alexandra Palmizi

Waiblingen/Remseck. Bereits vor ihrer Installation hat sie für dicke Luft gesorgt – jetzt ist die Pförtnerampel vor Remseck installiert. Dort soll sie den Verkehr nur noch dosiert in Gruppen einfahren lassen und so für saubere Luft und eine ruhige Durchfahrt sorgen. In Hegnach könnte der Rückstau allerdings das Gegenteil bewirken, weshalb die Ampel von Oberbürgermeister Andreas Hesky sehr genau beobachtet wird. Generell hält er die Ampel indes für einen politischen Offenbarungseid.

In den Sommerferien wurde die neue Ampel aufgestellt, die die Remsecker vor Lärm und Feinstaub schützen soll. Nachdem das Regierungspräsidium das in Aussicht gestellte Lkw-Durchfahrtsverbot zurückgezogen hat, soll die Dosier-Ampel die geplagten Neckarremser entlasten. Gekoppelt mit den Ampeln in der Ortsmitte, soll sie immer nur so vielen Fahrzeugen grünes Licht geben, wie durchfahren können. Konsequenz: Der Stau bleibt draußen. Weil sich der Feinstaub in der freien Landschaft anders als in einer engen Häuserschlucht nicht sammelt, sondern abziehen kann, ist das gut für die Feinstaubbilanz.

Neue Ampel ließ auf sich warten

Die neue Ampelsteuerung in den Griff zu bekommen, die nicht nur viel befahrene Kreuzungen im Ort, sondern auch die oft völlig überlastete Neckarbrücke berücksichtigen muss, war allerdings komplizierter als gedacht, weshalb sich die Installation der Pförtner-Ampel in die Länge zog. Fest steht schon jetzt: Verschwinden werden die Autos und Lastwagen dadurch nicht, der Stau wird nur verschoben. Noch kein Problem war dies für Hegnach in den verkehrsarmen Sommerferien, wobei aber auch jetzt schon mancher Fahrer kräftig abbremsen musste, der vor Remseck unversehens auf die an der Ampel wartenden Autos traf.

Hesky mit der Ampel-Lösung unzufrieden

Gegen das ursprünglich geplante Lkw-Durchfahrtsverbot und damit die Verlagerung des Schwerlastverkehrs auf andere Straßen hatten die Nachbarkommunen Waiblingen, Fellbach und Schwaikheim energisch und mit Erfolg protestiert. Doch auch mit der Ampel ist Oberbürgermeister Andreas Hesky keineswegs glücklich. Bis zu 300 Meter weit in Richtung Hegnach, in Ausnahmefällen auch mal bis an die Ortsgrenze, könnten sich Brummis und Autos zurückstauen, befürchtet er. Unabhängig von den Auswirkungen auf Hegnach hält er die Ampel aber für einen Offenbarungseid der Politik. „Es ist Quatsch, den Stau 350 Meter außerhalb der Ortschaft zu stellen, damit die Menschen geschont, die Umwelt aber verpestet wird.“ Die Dosierampel sei nur eine lokale Lösung, die nach dem Sankt-Florians-Prinzip funktioniere. Sollte der Rückstau tatsächlich bis Hegnach reichen, müsse er dagegen angehen. „Man darf sich nicht bieten lassen, dass die Verkehrsprobleme einfach verschoben werden.“ Karl-Heinz Balzer, Erster Bürgermeister in Remseck, hat bereits Gespräche angekündigt, falls die Ampel wirklich einen Verkehrskollaps zwischen Hegnach und Remseck auslöse. Notfalls müsse man die Ampelsteuerung korrigieren.

OB für Nord-Ost-Tangente

Wie mehrfach berichtet, setzt sich der Waiblinger Stadtchef Hesky, der für die Freien Wähler im Regionalparlament sitzt, für eine Nord-Ost-Tangente ein – also eine zwei- bis dreispurige Variante des umstrittenen Nord-Ost-Rings. Dass Neckarrems überhaupt eine Dosierampel braucht, um nicht im Verkehr zu versinken, ist für den Oberbürgermeister ein weiteres Zeichen dafür, dass die Region „eine leistungsfähige Straßenverbindung außerhalb der Ortskerne“ brauche.

Schmidener Feld untertunneln

Konsens herrscht bei der Mehrheit des Waiblinger Gemeinderats, dass kein vierspuriger Nord-Ost-Ring gebraucht wird, sehr wohl aber eine zweispurige, an Steigungen dreispurige Nord-Ost-Tangente. Als zwingend gesehen wird die Untertunnelung des Schmidener Feldes, wo immer das machbar ist.