Waiblingen

Amtsgericht Waiblingen verurteilt Autofahrerin zur Geldstrafe: Radfahrer im Partnerschaftskreisel angefahren

kreisdiakonie waiblingen mayenerstr am Partnerschaftskreisel neben Südwestmetall soll ein kirchliches Dienstleistungszentrum ens
Hier im Partnerschaftskreisel hat sich im November der Unfall ereignet. Archivfoto/Symbolbild: Büttner © Benjamin Büttner

Als die 72-jährige Waiblingerin im November in den Partnerschaftskreisverkehr von der Jesistraße aus kommend eingefahren war, sei dieser frei gewesen, sagt sie vor dem Amtsgericht Waiblingen aus. Plötzlich aber gab es an der Fahrerseite von außen einen Schlag. Ein E-Bike-Fahrer war vor ihrem Wagen gestürzt. Hatte sie ihn mit dem Auto berührt? Der Tatvorwurf lautet jedenfalls: Fahrlässige Körperverletzung einer anderen Person. „Der Unfall hätte vermieden werden können!“, begründet die Staatsanwältin die Anklage.

Es sei alles sehr schnell gegangen, erinnert sich die 72-Jährige vor dem Amtsgericht Waiblingen. Den Radfahrer habe sie das erste Mal registriert, als es diesen Knall gab. Sie war an diesem Tag im November mit ihrem 44-jährigen Sohn unterwegs. Als sie von der Jesistraße aus in den Partnerschaftskreisel einfuhr, war vor ihr noch ein Auto. Beide hielten an, um einen Bus vorbeizulassen. Nachdem das Auto vor ihr in den Kreisverkehr eingefahren war, kontrollierte sie ebenfalls noch mal den Verkehr. „Der Kreisverkehr war frei. Da war kein Radfahrer“, sagt sie. „Ich nehme an, dass dieser mit Karacho an mir vorbeigefahren ist!“

Fahrradfahrer lag zwei Wochen flach

Zum Zusammenstoß kam es, als sowohl sie wie auch der Radfahrer in Richtung Mayenner Straße ausfahren wollten. Der 27-Jährige wurde am Hinterrad mit der Stoßstange getroffen, stürzte und konnte sich gerade noch auf die Insel retten, wie er sagte. Sein Fahrrad wurde vom Auto überrollt. „Das ist komplett kaputt“, so der 27-Jährige. Er selbst hatte Glück, war aber drei Wochen krankgeschrieben. Zwei Wochen davon lag er komplett flach. Er erlitt Prellungen an der Schulter, der Hüfte und den Rippen. „Die Fahrerin hielt am Kreisverkehr. Ich schaute ins Auto rein und bemerkte, dass sie mich nicht wahrgenommen hatte!“ Er selbst sei aus Richtung Devizesstraße, also Bahnhof oder Lidl gekommen. Nach dem Sturz hätten sich weder die Fahrerin noch ihr Sohn um ihn gekümmert. Vielmehr habe es Vorwürfe gehagelt, was ihm einfalle, so schnell in den Kreisverkehr zu donnern.

Dass er vor der Autofahrerin eingefahren war, bestätigen unterschiedliche Zeugen wie auch ein Gutachter. Ein 20-Jähriger war zufällig mit seiner Familie dort. „Das Fahrrad hatte normale Geschwindigkeit“, sagt er. Ein weiterer Zeuge beobachtete, dass der Radler wohl den „kürzesten Weg“ , „quasi geradeaus durch den Kreisverkehr fahren wollte“, sagte ein 31-Jähriger, der zufällig zu Fuß vorbeikam.

Im spitzen Winkel aufeinander zu

Ungefähr gleich schnell schätzt der Gutachter die beiden Verkehrsteilnehmer ein. Dies macht er an den Kratzern und Dellen am Auto fest. Der Experte nimmt an, dass Radfahrer und Autofahrerin „spitzwinklig aufeinander zugefahren sind“ und der Radfahrer durch den Holm des Wagens verdeckt war. Damit bestätigt er auch die Zeugenaussage des 31-Jährigen, der angibt, dass sich der Radfahrer nicht am rechten Fahrbahnrand orientiert hatte.

Die Staatsanwaltschaft plädiert für eine Geldstrafe von insgesamt 750 Euro. „Dass der Kreisverkehr nicht frei war, haben sowohl die Zeugen als auch der Gutachter belegt“, so die Begründung. Verteidiger Marco Becker stuft den Tathergang als Vorfahrtsverstoß ein und erinnert noch einmal daran, dass der Radfahrer „nicht wie von der Straßenverkehrsverordnung vorgeschrieben rechts, sondern links gefahren war“. Ein Zeuge gab an, dass der Radler Kopfhörer getragen hatte, was wiederum ebenso die Wahrnehmung beeinflusst.

Das Amtsgericht verurteilte die Rentnerin zu einer Geldstrafe in Höhe von 300 Euro. Außerdem muss sie für einen Monat ihren Führerschein abgeben. „Der Geschädigte war drei Wochen krank geschrieben, das ist nicht ganz ohne“, begründete Richterin Thümmel das Urteil. Die Angeklagte hatte sich zu keinem Zeitpunkt entschuldigt – auch nicht während der Verhandlung. Der Sohn habe sich zudem aggressiv gegenüber dem Radler gezeigt. Positiv gewertet wurde, dass sie bisher unfallfrei war.

Als die 72-jährige Waiblingerin im November in den Partnerschaftskreisverkehr von der Jesistraße aus kommend eingefahren war, sei dieser frei gewesen, sagt sie vor dem Amtsgericht Waiblingen aus. Plötzlich aber gab es an der Fahrerseite von außen einen Schlag. Ein E-Bike-Fahrer war vor ihrem Wagen gestürzt. Hatte sie ihn mit dem Auto berührt? Der Tatvorwurf lautet jedenfalls: Fahrlässige Körperverletzung einer anderen Person. „Der Unfall hätte vermieden werden können!“, begründet die

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