Waiblingen

An die Paddel, fertig, los

Drachenboot-Team
Team Künzel und Partner bereitet sich auf das Waiblinger Drachenbootrennen vor. Beim Training werden sie von Frank Fliegner, Ute Maier und Dieter Schwoerer (rechts) angefeuert. © Jamuna Siehler

Waiblingen. Paddeln kann eigentlich jeder. Mit diesem Gedanken hat sich das Team Künzel und Partner vor zehn Jahren an den Start auf der Rems getraut. Und seither sind sie jedes Jahr beim Waiblinger Drachenbootcup dabei, weil es das Miteinander stärkt, erklärt Frank Fliegener. Irgendwie spiegle es die Arbeit in ihrer Rechtsanwaltskanzlei wieder, wo auch alle in einem Boot sitzen.

Es ist Mittwochabend. Am Ufer der Rems unweit des Vereinsgeländes der Rudergesellschaft Ghibellinia herrscht Hochbetrieb. Radfahrer und Laufgruppen drehen hier ihre Runden und schlängeln sich durch die Teams, die mit einem Paddel in der Hand gespannt darauf warten, dass sie eines der Drachenboote besteigen können, um mit dem Training zu beginnen. „Wenn die Synchronität stimmt, dann ist man per se schon schneller als andere, die das nicht hinbekommen“, sagt Frank Fliegner. Und gerade deshalb sind die Trainings im Voraus so wichtig vor dem großen Drachenbootrennen am kommenden Samstag.

Das Geheimnis der Paddelkunst ist schnell erklärt. „Der untere Arm ist gestreckt“, erklärt Felix Godau vom Team Künzel und Partner. Das Paddel hält man dabei senkrecht zum Wasser und „das Paddelblatt wird bis zur Hüfte durchgezogen.“ Dann steigt er gemeinsam mit allen anderen aus dem Team ins Drachenboot. 16 sind sie insgesamt, plus einen Trommler oder im Fall des Teams Künzel und Partner eine Trommlerin: In diesem Jahr Mariella Mahler. Als weiterer Mann an Board gibt es einen Steuermann der von der Rudergesellschaft gestellt wird.

In vorderster Reihe im Boot sitzt der Schlagmann, der die Frequenz vorgibt, nach der gepaddelt wird, erklärt Frank Fliegner. Ihm gegenüber sitzt Mariella Mahler. „Es muss jemand sein, der den Schneid hat das laut genug rauszurufen“, sagt Ute Maier. Sie ist Mitarbeiterin der Kanzlei, Sekretärin von Rechtsanwalt Manfred Stütz und saß einige Male mit im Boot. In diesem Jahr „lässt sie Jüngeren den Vortritt“, wie sie sagt.

Auch im Arbeitsleben sitzen alle in einem Boot

Inzwischen hat das Team zu einem seiner letzten Trainingsläufe vor dem Rennen abgelegt. Zum Warmwerden werden ein paar Züge geübt, erklärt Frank Fliegner. Auch er muss in diesem Jahr auf eine Teilnahme gesundheitsbedingt verzichten und wird dafür von seinem Sohn Leo vertreten.

Mariella Mahler schlägt kräftig auf die Trommel und gibt mit lauter Stimme die Geschwindigkeit vor. Dann dreht das Boot unter einer der Fußgängerbrücken, um schließlich mit kräftigen Zügen die zweite Fußgängerbrücke, im Rennen die Zielgerade, anzusteuern. Derjenige gewinnt, der die Strecke in kürzester Zeit zurückgelegt hat. Immer wieder kneift Mariella Mahler die Augen zu, weil ihr Wasserspritzer die Sicht versperren. Dennoch hält sie tapfer durch, schlägt weiter auf die Trommel und gibt die Kommandos in einer Lautstärke an, so dass sie auch der Letzte im Boot versteht. „Der Rhythmus ist entscheidend“, sagt Frank Fliegner. Die Kraft ist dabei weniger wichtig. „Schwächere werden von den Stärkeren mitgezogen“, sagt er.

Dann steuert das Boot das Ufer an. Der 76-jährige Rechtsanwalt Dieter Schwoerer nimmt einen Platz in den hinteren Reihen ein. Ähnlich sei es auch in der Kanzlei, so Fliegner. „Jeder darf so lange mitpaddeln, wie er möchte.“ Überhaupt gebe es mehr Interessenten im Team Künzel und Partner als Plätze im Boot, weshalb durchgewechselt wird. Eine Tatsache, die Frank Fliegner freut und auch ein wenig stolz macht.

Mehrmals hat das Team auch schon einen Platz auf dem Siegertreppchen ergattert. „Einmal Gold, dreimal Silber und einmal Bronze“, meint sich Fliegner zu erinnern. Auch in diesem Jahr hoffen sie auf eine Platzierung. „Die neuen im Team haben sich gut eingefunden“, findet Chris Kaiser

Überhaupt fühle sich die Kanzlei der Rudergesellschaft verbunden. Einmal haben sie ein Drachenboot dem Verein gespendet, ein andermal ein Doppelvierer-Ruderboot. An anderer Stelle nimmt der Verein gerade selbst eine große Summe in die Hand. Ein Teil des alten Vereinsgebäudes ist bereits abgerissen, der Rohbau steht bereits. Im Herbst wird vermutlich alles fertig sein, so Vorsitzender Werner Rentschler. Für die Gäste des Drachenbootrennens steht ein Sanitärwagen bereit. Außerdem behilft sich der Verein mit den Duschen und Umkleideräumen der Rundsporthalle und des VfL.

44 Teams

Für den zwölften Drachenbootcup am kommenden Samstag, 2. Juli, haben sich 44 Teams angemeldet. Davon werden sechs Mannschaften in der Frauenwertung und elf in der Männerwertung starten. Der Rest tritt in der Kategorie gemischte Teams an. Um 10 Uhr beginnen die Vorrennen des diesjährigen Waiblinger Drachenbootcups. Das Finalrennen wird voraussichtlich um 17.30 Uhr sein.

Gäste erwartet neben Kaffee, Kuchen und Waffeln Nasi Goreng, Würste oder Pommes sowie Getränke aller Art. Für die jüngeren Besucher wird eine Hüpfburg aufgebaut. Außerdem gibt es eine Tombola mit unterschiedlichen Preisen.

Weitere Infos unter www.rggw.de