Waiblingen

Andreas Heskys letzte Neujahrsansprache als OB in Waiblingen

buergertreff2022
Oberbürgermeister Andreas Hesky bei seiner vorab produzierten und am Sonntagabend im Internet gestreamten virtuellen Bürgertreff-Rede. © Stadt WN

Andreas Heskys letzte Neujahrsansprache als Oberbürgermeister: Es wäre auch der Bürgertreff gewesen, hätte nicht schon wieder – wie bereits 2021 – das Coronavirus einen Strich durch die Rechnung gemacht. So musste dieser letzte „Empfang“ erneut ohne Publikum, ohne Händedruck und persönliches Gespräch auskommen. Digital rief der Rathauschef zu Engagement in Sachen Klimaschutz auf, zog teilweise Bilanz seiner Amtszeit und erläuterte die Gründe für den Verzicht auf eine erneute Kandidatur.

Obwohl die aktuelle Bewerberlage vor der OB-Wahl am 6. Februar anderes vermuten lässt: Waiblingen ist eine attraktive Stadt mit soliden Finanzen. Wer hier das Sagen hat, verfügt über mehr Gestaltungsspielräume als andere Kollegen. Das meiste Geld, so Hesky rückblickend über seine 16-jährige Amtszeit, sei in Schulen und Kindertagesstätten geflossen. „Gut angelegtes Geld, das betone ich ausdrücklich.“ 83 neue Kita-Gruppen wurden in dieser Zeit geschaffen, mit zusätzlichen Plätzen für 1236 Kinder. Die Sanierung des Salier-Gymnasiums war mit 15 Millionen lange Jahre das Projekt mit der höchsten Investitionssumme – und wurde nun abgelöst durch den Bau der Wohnungen mit der viergruppigen Kita samt Turnhalle und Quartiersplatz in Waiblingen-Süd mit rund 19 Millionen Euro.

Parkplätze sollen Solarkraftwerke werden

Andere Bereiche der kommunalen Infrastruktur wie das Bürgerzentrum, wie Galerie und Kunstschule seien nicht zu kurz gekommen, historische Bausubstanz in der Altstadt erhalten und saniert worden - wie etwa das Haus der Stadtgeschichte. Dies alles sei nur möglich, weil in Waiblingen Unternehmen zu Hause seien, welche der Stadt eine solide finanzielle Basis sicherten. Das Miteinander von Unternehmen und Banken, dem Bund der Selbstständigen, den Einzelhändlern, Handwerkern und Dienstleistern mit der Stadt zeichne den Wirtschaftsstandort Waiblingen aus. „Wirtschaftsförderung ist Chefsache“, so Hesky, „und gemeinsam haben wir viel erreicht.“

Klimaneutral bis 2035

Im Oktober fällte der Gemeinderat den wegweisenden Beschluss, dass Waiblingen bis zum Jahr 2035 klimaneutral werden soll, und stimmte damit dem Bürgerantrag der Klimainitiative zu. Aus Heskys Sicht knüpft die Stadt damit nahtlos an frühere Bemühungen um den Klimaschutz an, die sich im European Energy Award in Gold sowie in klimaneutralen Wohngebieten wie Berg-Bürg in Bittenfeld oder dem Hohen Rain niederschlugen. In den nächsten Jahren solle nicht nur der Galerie-Parkplatz an der Neustädter Straße durch Überdachung mit Fotovoltaik ein Solarkraftwerk werden. „Viele andere Parkplätze sind dafür geeignet – nicht nur städtische, sondern auch private.“ Der Klimaschutz erfordere Engagement von allen – Bürgerschaft, Unternehmen, Kirchen, Vereine, Behörden.

Bürgerbeteiligung gegen Politikverdrossenheit

Neuland betreten hat Waiblingen mit den Richtlinien zur „informellen“ – gesetzlich nicht vorgeschriebenen – Bürgerbeteiligung, die in den Fällen Fronackerstraße, neues Wohnen und Mikrozentrum auf der Korber Höhe sowie Schmidener Straße gute Ideen erbracht habe. Besonders kontrovers wird derzeit über das Wohngebiet Söhrenbergweg in Neustadt diskutiert. Ohne den Antrag auf Bürgerbeteiligung wäre es wohl schon recht weit, räumt Hesky ein, verteidigt aber die Gründung einer Arbeitsgruppe, um „dialogorientiert“ zu beraten. Bürgerbeteiligung soll ein „Beitrag gegen Politikverdrossenheit“ sein – oberstes Entscheidungsgremium bleibe jedoch der Gemeinderat.

Eine andere Lebensperspektive

Am 12. März scheidet Andreas Hesky aus dem Amt, nach insgesamt 30 Jahren als Bürgermeister und 16 Jahren als OB. Auch danach wollen er und seine Frau in Waiblingen wohnen. „Waiblingen ist uns liebgewonnene Heimat geworden.“ Hier OB zu sein, sei weiterhin sein Traumberuf, den er mit vollem Einsatz ausübe. „Der Blick auf die Uhr war mir fremd“ – das gelte für die Zeit im Büro, bei Sitzungen, bei Feiern und Veranstaltungen, im Kontakt mit Unternehmen, Banken, Vereinen, Kirchen und mit der Bürgerschaft. Nun sei die Zeit gekommen für eine „andere Lebensperspektive“. Einmal mehr stellte er klar, die Entscheidung „nicht wegen einer anderen Tätigkeit“ getroffen zu haben.

Andreas Heskys letzte Neujahrsansprache als Oberbürgermeister: Es wäre auch der Bürgertreff gewesen, hätte nicht schon wieder – wie bereits 2021 – das Coronavirus einen Strich durch die Rechnung gemacht. So musste dieser letzte „Empfang“ erneut ohne Publikum, ohne Händedruck und persönliches Gespräch auskommen. Digital rief der Rathauschef zu Engagement in Sachen Klimaschutz auf, zog teilweise Bilanz seiner Amtszeit und erläuterte die Gründe für den Verzicht auf eine erneute

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 83,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper