Waiblingen

Angeklagter zu betrunken für Verhandlung

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Das Amtsgericht in Waiblingen. © ZVW/Sarah Utz

Waiblingen. Weil er volltrunken vor Gericht erschienen ist, ist die Verhandlung gegen einen Waiblinger verschoben worden. Der Mann darf nun in einer Zelle des Justizvollzugskrankenhauses Hohenasperg ausnüchtern, verhandelt wird dann in der kommenden Woche. Angeklagt ist er wegen Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Schon als er in den Gerichtssaal geschoben wird, beginnt der Angeklagte zu pöbeln. „Da wird man hier vorgeführt und auch noch in Handschellen!“ In den Saal geschoben wird er, weil er nach einem Beinbruch vorübergehend im Rollstuhl sitzt, die Hände mit Handschellen hinter dem Rücken fixiert. „Wer sind Sie denn überhaupt“, fragt er den Staatsanwalt. Dann echauffiert der Mann sich: „Geht die Scheiße jetzt endlich mal los? Ich hab lang genug gewartet!“ Als der Vorsitzende Richter Dustin Dautel den Raum betritt, konzentrieren sich die Beschimpfungen des Angeklagten auf ihn. Dautel bleibt gelassen.

Haftbefehl erlassen

Seine erste Frage lautet: „Wie viel haben Sie denn getrunken?“ Auf die allerdings nicht der Angeklagte selbst antwortet, sondern die Polizisten, die ihn vorgeführt haben. Die Alkoholmenge sei nicht feststellbar gewesen, aber jedenfalls habe bereits ein guter Schluck aus der Wodkaflasche gefehlt, als sie den Mann am Vormittag auf dem Platz vor dem Rewe in der Innenstadt aufgegriffen hätten. Der Richter attestiert dem Angeklagten daher, selbst verschuldet in nicht verhandlungsfähigem Zustand erschienen zu sein, und erlässt einen Haftbefehl. Die Verhandlung wird kommende Woche stattfinden – dann aber nüchtern.