Waiblingen

Apfelbörse: Leute macht mit!

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So viele schöne Äpfel: Wer die Arbeit nicht selbst leisten kann, kann sich in die Apfelbörse eintragen. © Schneider / ZVW

Waiblingen. So viele schöne Äpfel. Die Bäume hängen rappelvoll. Was für ein Segen, wo letztes Jahr die Ernte doch eher mau ausgefallen ist. Doch ganz viel Obst fault schon wieder auf dem Boden. Dabei haben wir doch für all die, die keine Zeit fürs Auflesen haben, die Apfelbörse. Mitmachen! Anbieten. Und: Anfragen. Damit diese wunderbaren Gaben nicht vergammeln.

Wow! In unserer Apfelbörse tummeln sich Leute, die kennen Sachen, von denen der normale Journalist noch nie was gehört hat. Marika Pohl zum Beispiel würde gerne einen Öhringer Blutstreiflingsbaum abernten. Hat jemand eine solche Rarität in seinem Obstgarten und kommt nicht dazu, die guten Früchte zu verwerten? Dann schnell an den Computer und rein in die ZVW-Apfelbörse. Denn dort können Apfel und Sammler zusammenfinden.

Vier Jahre gibt’s unsere Apfelbörse jetzt schon. Und dank ihr sind viele Kindergärten und Familien zu tollem Saft gekommen, haben viele Vereine ein bisschen Geld verdient und mussten sich viele Apfelbaumbesitzer nicht bücken, weil sie fleißige Sammler gefunden haben. Und alle diese hatten außerdem das gute Gefühl: Wir haben unsere Natur gepflegt, die guten Früchte gerettet und das alles ganz lokal.

Wie das geht? Ganz einfach. Wir haben im Internet unter www.zvw.de/apfelboerse einen virtuellen Treff eingerichtet. Dort findet der Sammler zum Apfel, der Apfelbesitzer zum fleißigen Aufleser. Und das geht so: Zum Beispiel hat Karl Maier aus Berglen eine Apfelbaumwiese bei Hanweiler. Er kann aber die Äpfel nicht aufsammeln, denn er ist ständig geschäftlich unterwegs. Dann kann er sich als Apfelanbieter in der Börse eintragen, schreibt seinen Namen und den Ort des Stückles ein und entweder seine Telefonnummer für direkten Kontakt, oder – fürchtet er zu viele Anrufe – seine E-Mail-Adresse.

Die Jugendfeuerwehr sammelt und bekommt Apfelgeld oder Saft

Bei Karl Maier meldet sich dann die Jugendfeuerwehr Schelmenholz, die ein bisschen Geld braucht. Sie sagt: Wir sammeln, bringen die Ernte zur Apfelannahmestelle und dürfen die Getränkegutscheine oder auch das Geld für die Äpfel behalten.

Familie Kunz aus Winterbach dagegen würde gern Apfelkuchen backen, hat aber selbst keine Bäume. Sie meldet sich in der Apfelbörse als Sammler an: Wir, die Kunzens aus Winterbach, würden gerne für Eigenbedarf zwei Kisten Boskop ernten und außerdem noch eine Kiste Golden Delicius zum so Essen. Wir sind zu erreichen unter der Telefonnummer oder unter der E-Mail-Adresse.

Das liest Emma Nägele aus Rudersberg, die nicht weiß, wohin mit dem vielen Obst. Sie ruft an – die Maiers freuen sich und gehen ernten.

Und so machen’s noch viele andere. Die Klasse 5 a aus Schwaikheim möchte die Klassenkasse aufbessern, sieht einen Apfeleintrag, ruft an, sagt, dass sie alles auflesen und zur Safterei fahren wird. Das Geld für die Äpfel bessert das Schullandheimbudget auf.

Der Sohn von Franz Knusper sagt: Papa, du hast’s eh schon im Kreuz, wir tragen uns ein. Und zack, da kommen schon die Helfer.

Kurz und gut: Hier geht’s um gegenseitige Hilfe, die nicht bezahlt wird, beziehungsweise nur durch Obst oder durch das, was die Safterei für den Zentner rausrückt. Hier geht’s darum, dass alle was davon haben und das Obst nicht verkommt.

Der Administrator verhindert Missbrauch

Liebe Apfelliebhaber! Wir, die Zeitung, haben jetzt schon vier Jahre lang die gute Erfahrung gemacht: Alle, die bei unserer Apfelaktion mitmachen, hinterlassen keinen Müll in der Landschaft und reißen keine Zweige ab. Alle freuen sich an der frischen Luft und dem schönen Obst, alle Apfelbaumbesitzer danken den Einsatz und keiner treibt Schindluder mit Telefonnummern und E-Mail-Adressen.

Und wenn je doch jemand groben Unfug mit unserer Apfelbörse treiben sollte: keine Bange! Bevor ein Eintrag, ganz gleich ob vom Sammler oder vom Anbieter ins Netz kommt, gucken wir von der Zeitung drüber. Wir sortieren auch Professionelle aus.

Und noch mal keine Bange: Sollte jemand statt der Äpfel womöglich ein paar letzte Zwetschgen, oder Quitten oder Birnen suchen, dann drücken wir ein Auge zu. Diese süßen Früchtchen sollen schließlich auch nicht verkommen.

So funktioniert die Apfelbörse

Wer gerne Äpfel auflesen will und wer Äpfel übrig hat, findet unter www.zvw.de/apfelboerse die passende Plattform.

Hier können Privatleute ganz unkompliziert ihr Angebot oder ihre Gesuche einstellen.

Wer Äpfel, Birnen oder anderes anzubieten hat, wählt aus, dass er „Stückles-Besitzer“ ist. Dann gibt er seinen Namen und seine E-Mail-Adresse an und schreibt einen kurzen Text zu seinem Obstbestand. Wer möchte, kann im Text natürlich auch seine Telefonnummer angeben. Beispiel? „Ich habe 14 Apfelbäume in Schorndorf, überwiegend Mostobst, das ich aus Zeitgründen dieses Jahr nicht selbst auflesen kann.“ Der Eintrag wird dann überprüft und nach kurzer Zeit auf der Apfelbörse angezeigt. Wer seine E-Mail-Adresse nicht für alle sichtbar machen möchte, muss das nicht. Dann wählt er beim Erstellen des Eintrags aus, dass Nutzer ihn per Kontaktformular erreichen. Hierzu bietet die Apfelbörse die Möglichkeit, sich im Falle einer Reaktion benachrichtigen zu lassen.

Andersherum funktioniert es genauso. Auch die potenziellen Obst-Sammler können sich bei der Apfelbörse eintragen. Sie schreiben, wo sie sammeln möchten und wie sie zu erreichen sind. Zum Beispiel: „Wir, die Müllers aus Waiblingen, würden gerne zum Eigenbedarf zwei Kisten Boskop ernten und außerdem noch eine Kiste Schweizer Glockenapfel.“ Bei ihnen können sich dann wiederum die Baumbesitzer melden. Haben die Äpfel einen neuen Besitzer gefunden, reicht eine kurze Mail an den Apfelbörsenadministrator und der Eintrag wird vom Administrator gelöscht.