Waiblingen

Aschermittwoch-Tipps gegen den Kater

Kater
Rollmops und Tomatensaft, am besten mit Salz, sind Hausmittel gegen den Kater. Der Apotheker empfiehlt Paracetamol. © Büttner / ZVW

Waiblingen. Auch wenn Waiblingen und das Remstal nicht gerade Karnevalhochburgen sind: Mit Sekt und Sangria, Bier und Bacardi, Wein und Wodka haben an den närrischen Tagen viele bis in die Puppen gefeiert und getrunken. Jetzt ist Aschermittwoch, der Magen dreht sich und der Schädel brummt. Im Keller ist der Kreislauf. Katerstimmung herrscht. Und man schwört sich: Nie wieder! Wir haben die besten Tipps für den Tag danach eingeholt.

„Gaaaaanz viel Flüssigkeit“, rät der Sprecher der Waiblinger Ärzteschaft, Dr. Markus Schuler, und meint damit nicht, dass man am besten gleich weitertrinken sollte. Mineral- oder Leitungswasser sollten es sein, am besten literweise – weil der Körper aufgrund des Alkohols vermehrt Wasser über die Nieren abgegeben hat. Heilsam seien auch Orangen- und Apfelsäfte: der Säure wegen. Denn salzreich und sauer sollte es zugehen am Tag danach, sagt Schuler. „Deshalb hat auch das Katerfrühstück Sinn.“ Laugenbrezeln, Rollmöpse, saure Gurken oder ein Heringssalat sind deshalb Klassiker. Weil der Körper jetzt leicht verdauliche Kohlenhydrate braucht, rät Markus Schuler aber auch zu Toastbrot mit Honig. Keine gute Idee sei es dagegen, den Alkohol in der Sauna rausschwitzen zu wollen: „Der Kreislauf ist nicht stabil genug“, warnt der Arzt. Dann lieber ab unter die kalte Dusche oder ein Spaziergang im Wind.

Einen ähnlichen Tipp hat auch Oberbürgermeister Andreas Hesky: Gartenarbeit tut dem OB richtig gut, wenn er mal über die Stränge geschlagen hat. Und ebenfalls: „Viel Wasser zum Durchspülen“. Allerdings habe er schon lange keinen Kater mehr gehabt, die Alka-Selzer-Tablette neben seiner Zahnbürste sei schon 20 Jahre alt. Nicht einmal vor zwei Jahren in der ungarischen Partnerstadt Baja kam sie zum Einsatz, als am Abend gemeinsam geschnäpselt wurde. Bei der Partnerschaftsfeier am Morgen danach sei ihm seine Rede allerdings nicht ganz so flüssig wie sonst über die Lippen gegangen.

Zwei Krabben mit Zitronensaft und Salz

In einer Taverne auf Kreta hat einer der Kollegen in unserer Schorndorfer Redaktion beim ausufernden Raki-Trinken (in Kreta ist das nicht wie im türkischen Anisschnaps, sondern eine Art Grappa, man spricht es auch „Ratschi“) folgende Erfahrung gemacht: „Als ich dem Wirt sagte, das könne ja im Leben nicht gutgehen, beruhigte er mich und brachte sein Spezialrezept: zu jedem „Ratschi“, etwas Saueres plus Salz. Zum Beispiel zwei Krabben mit Zitrone und Salz. Ergebnis: Betrunken waren wir am Ende zwar auch, hatten aber am nächsten Tag keinen Kater, uns ging es pudelwohl. Der Alkoholgehalt im Blut freilich war immer noch vorhanden - logisch. „Ob diese Methode auch beim Genuss von Wein wirkt, weiß ich nicht. Weil nie probiert.“

„Cola, Bratwurst und Paracetamol“, sagt der Kollege am Schreibtisch gegenüber wie aus der Pistole geschossen. Der Blattmacher in der Redaktion setzt am Tag danach auf Smoothies, die Volontärin hat einen Tipp, den zugegebenermaßen nicht jeder umsetzen kann: Sie geht reiten oder mistet den Stall aus. „Das macht den Kopf frei“, beteuert sie.

Auf frische Äpfel gegen Kopfweh setzt der Kollege aus der Sportredaktion, während die Kollegin aus der Kreisredaktion am liebsten im Bett bleibt und schläft, bis sich der Kater davongeschlichen hat. Weitere Tipps der Kreis-Redaktion: eine Magnesium-Brausetablette und die Brühe von Essiggurken, beides möglichst schon am Abend vorher getrunken.

Das rät der Apothekerverband:

  • Vorbeugung empfiehlt Christoph Gulde, Vizepräsident des Landesapothekerverbandes. Beginnen sollte der feucht-fröhliche Abend mit einer gehaltvollen Mahlzeit wie Ölsardinen, Lachsbrötchen oder Oliven, Käse und Nüssen. Dabei soll das Fett auf der Magenschleimhaut bewirken, dass der Alkohol vom Körper langsamer aufgenommen wird.
  • Um dem Brummschädel und einem flauen Magen am Morgen vorzubeugen, sei vor dem Schlafengehen auch ein Schmerzmittel wie Aspirin oder Paracetamol hilfreich. Es sollten aber mindestens 500 mg sein, damit das wirken kann.
  • Manche Menschen reagierten auch positiv auf eine aufgelöste Magnesium- oder Kalziumbrausetablette vor dem Zubettgehen.