Waiblingen

Astrid Fritz' neuer Roman „Deschperate Housewives“

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Hausfrauen
Waiblingen Neustadt Teichäcker 13/1 Astrid Fritz - neues Buch - geschrieben unter Pseudonym Karin Rössle - Thema : Leben einer Hausfrau in einem Reihenhaus Titel "Deschperate Housewives" © Schneider / ZVW
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Waiblingen Neustadt Teichäcker 13/1 Astrid Fritz - neues Buch - geschrieben unter Pseudonym Karin Rössle - Thema : Leben einer Hausfrau in einem Reihenhaus Titel "Deschperate Housewives" © Schneider / ZVW

Waiblingen. Vom Leben in einer Reihenhaussiedlung handelt der neue Roman von Astrid Fritz, den sie als Karin Rössle veröffentlicht hat. Darin greift sie sämtliche Facetten auf, wie man sie so kennt: Das Heimelige, den Zusammenhalt unter den Anwohnern, aber auch die nervigen Nachbarn fehlen nicht. Eine lustige Geschichte, mit der sie beweist, dass sie nicht nur aus dem Mittelalter fesselnd erzählen kann.

Wir schreiben das Jahr ... heute. Wie?, wird sich mancher Astrid-Fritz-Fan fragen: Heute? Und nicht, wie sonst bei der Waiblinger Bestsellerautorin üblich, anno dazumal? Ja, ganz richtig. „Deschperate Housewives“ ist der Titel ihres neuen Taschenbuchromans und spielt in der heutigen Zeit in einer Reihenhaussiedlung in der Nähe von Stuttgart. Und weil Astrid Fritz in eine ganz andere, neue Rolle schlüpft, ist das Buch auch unter einem Pseudonym erschienen: Karin Rössle.

Die Idee zum Buch ist aus einer Weinlaune heraus entstanden. Astrid Fritz erinnert sich noch gut an den Abend im Sommer 2014, als sie mit Freunden aus der Nachbarschaft auf der Terrasse saß und sie in Erinnerungen schwelgten. Und bei diesem Austausch von Anekdoten kam der Gedanke auf: Da müsste man mal einen Roman darüber schreiben. Gesagt – getan.

Herausgekommen ist der Taschenbuchroman „Deschperate Housewives“, der, um es mit den Worten von Astrid Fritz zu sagen, von dem „Mikrokosmos Reihenhaussiedlung“ berichtet mit seinen Macken, Ecken und Kanten, positiv wie negativ. Das Buch handelt von Annette, die gar keine Lust auf ihren 50. Geburtstag hat, von Freunden aus der Nachbarschaft mit Sektflaschen und einer Ladung Teigtaschen überfallen wird und ein verhängnisvolles Geschenk erhält: Ein Traummann soll bis zu ihrem 51. Geburtstag gefunden werden. Dabei hat sie die Nase voll von Männern. Ihr Exmann will gerade das gemeinsame Haus verkaufen. Die beiden Kinder sind aus dem Haus, geblieben ist ihr Kater Schnäpsle, der durch die Reihenhaussiedlung streunt und dabei so einiges mitbekommt, was sich hinter verschlossenen Türen und Fenstern abspielt.

Mit einer Portion schwäbischem Dialekt im Buch

Ihr Wunsch sei es gewesen, einen Roman über und für Frauen zu schreiben, die wie sie 50 Jahre und älter sind, entgegen vielen anderen Werken, die es auf dem Markt gibt.

Von Beginn ihrer Buchidee an sei Astrid Fritz klar gewesen, dass sie hierbei in eine andere Rolle schlüpfen will und dies am besten mit einem Pseudonym funktioniert. Der Name Karin Rössle war schnell gefunden. Karin ist ihr zweiter Vorname und Rössle als schwäbischer Nachname erschien ihr dazuhin passend. Außerdem ist Astrid Fritz Besitzerin eines Pferdes, reitet regelmäßig, und dann taucht noch das Rössle im Stuttgarter Wappen auf.

Astrid Fritz ist „eine Reingeschmeckte“, wie sie scherzhaft über sich sagt, und ist vor 18 Jahren aus dem Badischen hergezogen. Passend zur schwäbischen Siedlung war es unabdingbar, dass eine Figur immer wieder Dialekt spricht, wobei sie sich Hilfe von einem schwäbischen Urgestein geholt habe. Wie das wohl bei ihren Lesern ankommt? „Hoffentlich gut“, sagt sie lächelnd. Eine Folgegeschichte sei denkbar. „Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht, sich im neuen Genre auszuprobieren“, sagt sie. Ein paar Parallelen hat sie mit ihrer Figur dann doch gemein: Nicht nur, dass beide in einem Reihenhaus wohnen und mit einem handbreiten Rasen leben. Die Figur Annette arbeitet als Illustratorin für einen Verlag. „Das hat gut gepasst“, so Fritz, „ich weiß, wie es ist, alleine ohne Kollegen zu arbeiten“. Und ähnlich wie Annette in ihrem Buch hat sie auch schon mal den Telefonstecker gezogen, um ungestört arbeiten zu können.

Wenn auch die Zeit, in der sich Astrid Fritz mit ihrem neuen Roman bewegt, ungewohnt für ihre Leser ist, ist dagegen die Art, wie sie die Dinge erzählt, gleich geblieben: mit viel Gefühl, einer Prise Herzschmerz und einer Portion Frauenpower, was dem Leser den Eindruck vermittelt, ganz nah dabei zu sein.

Neues von Astrid Fritz

„Deschperate Housewives“ von Karin Rössle, erschienen beim Rowohlt-Verlag, 304 Seiten, 9,99 Euro ist ab sofort im Handel erhältlich. (Hinter dem Pseudonym Karin Rössle verbirgt sich die Bestsellerautorin Astrid Fritz.)

„Unter dem Banner des Kreuzes“ ist der Titel des nächsten historischen Romans von Astrid Fritz. Er erscheint am Freitag, 22. Juli (Rowohlt-Verlag) und handelt von Kinderkreuzzügen von 1212. Einen Auszug daraus wird Astrid Fritz am Mittwoch, 26. Oktober in der Stadtbücherei präsentieren im Rahmen der Veranstaltungsreihe Literatur zur Kaffeezeit.

Gerade schreibt Astrid Fritz an einem neuen historischen Roman. Er handelt von der Braut des Schinderhannes und erscheint voraussichtlich im Frühjahr 2017.

Und auch mit der Serafina-Reihe wird es weitergehen. Ursprünglich waren die Bücher über die Begine als Trilogie angedacht. Nachdem die Waiblinger Autorin aber so viele Zuschriften erreicht haben, in denen Leser darum bitten, dass die Geschichte fortgesetzt wird, mit dem Hinweis „sie könne ja auch als Frau des Stadtarztes weiterermitteln“, lassen es die Entwicklungen vermuten, dass sich Astrid Fritz wieder an die Arbeit machen will. Das nächste Buch über die Begine Serafina erscheint wahrscheinlich Ende 2017.