Waiblingen

Asyl in der Sporthalle wird geräumt

flüchtlinge
Die Notunterkunft im Berufsschulzentrum, kurz nach Bezug vor einem Jahr. © Büttner / ZVW

Waiblingen.
Seit einem Jahr leben Flüchtlinge in der alten Sporthalle des Berufsschulzentrums. Im Herbst soll die Notunterkunft nun aufgelöst werden. Das Landratsamt will „bis spätestens Mitte Oktober“ alle Asylbewerber in seiner Zuständigkeit aus der Halle verlegen.

Rund 120 überwiegend junge Männer aus Syrien, Eritrea, Algerien, Afghanistan und Albanien zogen vor einem Jahr in die Sporthalle ein. Derzeit befinden sich noch 87 Flüchtlinge in der Halle. 61 davon sind Asylbewerber und haben demnach noch keinen Aufenthaltstitel. 20 von den Asylbewerbern, die das Landratsamt unterbringen muss, werden nach derzeitiger Planung innerhalb von Waiblingen verlegt. Rund 40 Männer werden nach Remshalden umziehen. 26 Flüchtlinge mit Aufenthaltstitel – darunter Anerkannte oder Geduldete – liegen in der Verantwortung der Stadt und werden in eine Anschlussunterbringung innerhalb von Waiblingen ziehen. Die Flüchtlinge, deren Asylverfahren mittlerweile abgeschlossen ist und die einen Aufenthaltstitel haben, befinden sich nicht mehr in der Zuständigkeit des Landkreises, sondern der Stadt Waiblingen.

Wie in den anderen, bereits geräumten Hallen nimmt der Landkreis nach Auflösung des Notquartiers umfangreiche Sanierungsmaßnahmen vor. Das heißt, es werden nicht nur die im Zuge der Belegung entstandenen Schäden ausgebessert, sondern gleichzeitig werden laut Auskunft der Pressestelle des Landratsamts auch die ohnehin sanierungsbedürftigen Leitungen, Fliesen und Sanitärbereiche angegangen. Zum zweiten Halbjahr des Schuljahres 2016/2017, mithin vom Februar an, soll die Halle dann wieder für den eigentlichen Zweck des Schulsports zur Verfügung stehen.

707 Flüchtlinge leben in Waiblingen

Viele der 87 Flüchtlinge, die sich jetzt noch in der Halle befinden, sind dort entweder seit September oder seit Dezember 2015 untergebracht. Denn nach der Erstbelegung im September gab es eine weitere Belegung im Dezember mit 30 Personen. Rund 40 Männer sind mittlerweile ausgezogen, verlegt oder in die Anschlussunterbringung gebracht worden.

26 Flüchtlinge haben einen Aufenthaltstitel. „Bis zur letztlichen Räumung kann diese Zahl eventuell noch auf rund 30 Flüchtlinge mit Aufenthaltstitel ansteigen“, teilt das Landratsamt weiter mit. Über den Verfahrensstand der Anträge beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) hat das Landratsamt keine Kenntnis, lediglich von der Anerkennung oder Ablehnung eines Asylantrags durch das Bamf erfährt der Landkreis.

Stand Juli 2016 lebten noch 707 Flüchtlinge in Waiblinger Gemeinschaftsunterkünften – und zwar in der seit Sommer 2013 bestehenden Gemeinschaftsunterkunft Winnender Straße (rund 100), in der seit Februar 2014 bestehenden Container-Gemeinschaftsunterkunft Innerer Weidach (rund 70), in der seit Februar 2015 bestehenden Gemeinschaftsunterkunft Neustadt-Hohenacker (rund 130), in der seit Oktober 2015 bestehenden Gemeinschaftsunterkunft Marienheim (rund 290) sowie in der Sporthalle Steinbeisstraße (Stand Juli noch 117). Zwischen 250 und 300 Ehrenamtliche sind in den fünf Unterkünften tätig, um die Bewohner bei der Bewältigung des Alltags, beim Erlernen der deutschen Sprache, bei Behördengängen, Arztbesuchen und bei der Arbeitssuche zu unterstützen beziehungsweise Freizeit- und Sportangebote auf die Beine zu stellen.