Waiblingen

Auch in Waiblingen und Winnenden am Sonntag, 18. April: Trauerbeflaggung für Corona-Tote

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Trauerflor in Waiblingen (Archivfoto). © Gabriel Habermann

Aus Anlass der „Zentralen Gedenkveranstaltung für die in der Corona-Pandemie Verstorbenen“, zu der der Bundespräsident einlädt, wehen am Sonntag, 18. April, erstmals die Bundes-, Landes- und Europaflaggen in Trauerbeflaggung vor dem Rathaus in Waiblingen und vor den Rathäusern der Ortschaften.

Das hat laut der Stadtverwaltung Bundesinnenminister Horst Seehofer angeordnet. 

In Winnenden beteiligen sich sowohl die Stadt, als auch die Kirchen und der Moscheeverein an der zentralen Gedenkveranstaltung. 80 000 Menschen sind seit März 2020 in der Bundesrepublik an den Folgen der Viruserkrankung verstorben. Als äußeres Zeichen ist Trauerbeflaggung an städtischen Gebäuden vorgesehen, das teilt die Pressesprecherin der Stadt mit.

In der Pressemitteilung beschreibt Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth weiter, dass das Gedenken auch den Hinterbliebenen gewidmet sei, die ihre Angehörigen beim Sterben oftmals nicht begleiten durften und denen häufig wichtige und trostspendende Rituale der Trauer nicht möglich waren.

Auch Angehörige von Menschen, die nicht an dem neuartigen Virus verstorben waren, konnten sich wegen der Pandemie und ihren Einschränkungen häufig nicht von ihren Familien und Freunden verabschieden. „Für viele Hinterbliebene ist es daher schwer, angemessen zu trauern. Die Pandemie hinterlässt deswegen tiefe Spuren im Leben vieler Menschen“, so Holzwarth.

Der Gedenkakt mit dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier beginnt um 13 Uhr in Berlin in kleinster Zusammensetzung und unter strengen Schutzauflagen. Außer fünf Hinterbliebenen werden auch die Spitzen der fünf Verfassungsorgane und ein Vertreter des Diplomatischen Korps teilnehmen Die Veranstaltung wird unter anderem live im ZDF, im Deutschlandfunk und auf verschiedenen ARD-Hörfunkwellen übertragen. Vor dem Gedenkakt findet von 10.15 bis 11 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin statt. 

Auch die christlichen Kirchen in Winnenden gedenken an ihren sonntäglichen Gottesdiensten sowie der Moscheeverein in seinem sonntäglichen Abendgebet aller Opfer der Pandemie. Pastor Thomas Mozer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Winnenden, verschickt dazu ein Gebet, das man zu Hause sprechen kann.

"Herr, guter Gott,

vor dir breiten wir unsere Not aus – die innere und auch die äußere.

Du weißt um unsere Hilflosigkeit und Trauer angesichts der Pandemie. Deine Sorge gilt uns allen samt deiner ganzen Schöpfung. Das ist unsere Zuversicht.

Herr, wir denken an die Menschen, die durch das Virus infiziert, um ihr Leben ringen. Auch der Menschen gedenken wir, die an Covid19 gestorben sind.

Herr, alle Trauernden stehen uns vor Augen, die ihre Lieben unter Isolation und mit wenig Anteilnahme begraben mussten.

Herr, wir bitten dich für diejenigen, die besonders von Ängsten gequält werden und sich bei der Arbeitsstelle der Ansteckungsgefahr ausgesetzt sehen.

Herr, wir denken besonders an Kinder und Jugendliche, die ohne richtig zu verstehen, Gefühle der Ablehnung und der Einsamkeit ertragen müssen.

Herr, wir blicken auf alle in unserer Gesellschaft, die sich derzeit mit ihrer Arbeit und Begabung nicht betätigen können und sich wie unnütz und vergessen sehen, selbst wenn sie finanziell unterstützt werden.

Herr, wir bitten dich für alle, die in Isolation und Enge Gewalt leiden müssen.

Herr, vor Augen stehen uns alle Verantwortlichen in Medizin, Wissenschaft und Politik, die Entscheidungen treffen müssen, für die sie keine Erfahrungen besitzen.

Herr, wir denken an Menschen in den armen Regionen und Ländern dieser Erde. Sie sind oft weit von medizinischer Hilfe und nötigem Impfstoff abgeschnitten.

Herr, guter Gott,

für all diese Menschen und uns alle bitten wir dich besonders. Hilf um deiner Liebe und Güte willen. Lass uns deine Auferstehungskraft erfahren. Befähige uns zu Güte, die wir einander über alle Grenzen und eigene Ambitionen zuteilwerden lassen.

Dreieiniger Gott, vor dir breiten wir unsere Not aus, denn deine liebende Sorge gilt uns allen. Du bist unsere Zuversicht. Amen."