Waiblingen

Auf und zu, nicht nur im Remspark: 2022 hat Einkaufsstadt Waiblingen verändert

No Tabu Ausverkauf
Ausverkauf im No Tabu. © Alexandra Palmizi

Für besonderes Aufsehen hat der Remspark gesorgt, doch auch außerhalb des Waiblinger Einkaufszentrums hat sich im vergangenen Jahr einiges getan bei den Geschäften in der Stadt. Manche Läden sind umgezogen, andere haben für immer geschlossen, neue haben eröffnet. Der Einkaufsrückblick 2022 - ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Den Anfang macht der Remspark, der immer wieder für Schlagzeilen gesorgt hat. Hier gab es viele Veränderungen:

  • Nachdem zuvor schon der Mediamarkt ausgezogen war, schloss Ende Februar 2022 der einst größte Supermarkt Waiblingens, der Real im Einkaufscenter an der Ruhrstraße. Vorausgegangen war die Übernahme von Real durch die Investoren x+Bricks und die SCP Group, denen nach dem Kauf auch die ganze Remspark-Immobilie gehörte. Bereits damals war klar, dass hier ein Kaufland eröffnen soll. Die 135 Real-Mitarbeitenden sollten übernommen werden. Erst mal begannen aber Bauarbeiten, die bis heute andauern. Im Oktober 2022 berichtete unsere Redaktion, dass auf der ehemaligen Real-Fläche eine Asbest-Sanierung lief. Ende November wurde bekannt, dass Kaufland, das wie Lidl zur Schwarz-Gruppe aus Neckarsulm gehört, im Remspark nicht nur einen Supermarkt betreiben wird, sondern das ganze Einkaufszentrum erworben hat.
  • Orsay: Die Modekette sperrte ihre Filiale im Remspark wenige Monate nach dem Real-Ende zu. Der Grund waren hier Sparmaßnahmen des Unternehmens nach coronabedingten Umsatzeinbußen. Über 60 Filialen waren betroffen.
  • Bäckerei Schöllkopf: Die Filiale musste schließen, weil der damalige Remspark-Eigentümer den Mietvertrag zum 30. Juni auslaufen ließ. Nach der Real-Schließung hatte Bäckermeister Hermann Schöllkopf schon herbe Umsatzverluste hinnehmen müssen. Nach der Kaufland-Übernahme konnte er sich zuletzt eine Rückkehr in den Remspark vorstellen, wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind.
  • Friseur Scholz: Auch der Mietvertrag des Salons lief zum 30. Juni aus. Friseurmeister Oliver Scholz hatte dort 1997 eröffnet. Im August machte er in Waiblingen einen neuen Salon in der Stuttgarter Straße auf, zusätzlich zu einem weiteren in der Straße Am Stadtgraben. Auch Scholz hatte zuletzt Interesse an einem Neustart im Remspark bekundet.
  • Geschlossen hat neben verschiedenen Imbissen und Lokalen vor Jahresende auch die Remspark-Apotheke. Apothekerin Ursula Pfeifer war nach ihren Angaben von den vorherigen Eigentümern gekündigt worden. Eine Rückkehr ins Einkaufszentrum erhofft sie sich weiter, sie ist aber auch für andere Optionen offen. Ihr Team ist auf die Apotheken ihres Sohnes Patrick Pfeifer aufgeteilt.

Zu, auf, anders: Aufgabe teils nach Jahrzehnten

Weitere Veränderungen in der Waiblinger Geschäftswelt:

  • Parfümerie Schuback: Im Frühjahr schloss die Filiale in der Bahnhofstraße ihre Pforten. Zu den Gründen wollte sich die Kette mit Sitz in Lübeck nicht äußern. Die zweite Waiblinger Schuback-Parfümerie im Remspark hat seit dem Sommer dauerhaft geschlossen. Laut der Filialsuche auf der Internetseite befinden sich die nächsten Standorte in Winnenden, Backnang und Ludwigsburg.
  • No Tabu: Das Modegeschäft an der Querspange läutete im Spätherbst 2022 den Schlussverkauf ein, nach 14 Jahren. Zu wenige Kunden, begründeten die Inhaber Semra und Zafer Kalca den Schritt. Ihre Analyse: „Waiblingen liegt einfach zu nah an Stuttgart.“
  • Mode Quintessenz: Schon im Sommer 2022 war bekannt geworden, dass auch dieses Bekleidungsgeschäft nach 32 Jahren schließt. In diesem Fall aber nicht aus wirtschaftlichen Gründen: Inhaberin Karin Rack wollte in den Ruhestand gehen. Den Standort Schmidener Straße gab es seit 14 Jahren, zuvor war der Laden seit 1990 in der Langen Straße.
  • Zum 1. Januar 2023 hat eine weitere Institution geschlossen: Blumen Winkler in der Fronackerstraße. Es fehlte an Personal, die Arbeitsbelastung war gewaltig. Ab 10. Januar bietet Chefin Christel Linsenmaier einen Lieferservice an. Den Blumenladen gab es seit 127 Jahren. Linsenmaiers Urgroßvater Paul Winkler hatte 1895 die Gärtnerei gegründet. Der Betrieb in der Max-Eyth-Straße in Waiblingen besteht weiter. Hier soll es ab März auch eine Verkaufsstelle geben.
  • Apotheke Friedrich in Bittenfeld: Die Apotheke in der Schillerstraße hat nach vier Wochen Urlaub nicht wieder geöffnet. Seit dem 1. Oktober ist sie offiziell geschlossen. Nach einer Nachfolge wird gesucht.
  • Zwei Apotheken haben 2022 indes den Übergang geschafft. Apothekerin Hazha Mohammed (34 Jahre) hat die Burg-Apotheke in Hohenacker und die Söhrenberg-Apotheke in Neustadt übernommen.
  • Geschlossen hat das Tattoostudio Latino. Zum 30. November war in der Bahnhofstraße Schluss. Inhaber Sergio Farao will sich auf sein Lokal konzentrieren, die Pasticceria „da Sergio“, ebenfalls in der Bahnhofstraße.
  • Einige Umzüge gab es in der Innenstadt: Optiker Fielmann zog von der Langen Straße zum Postplatz ins ehemalige City Shoes. Spielwaren Wiedmann verlagerte sich vom Marktplatz in den früheren Euroshop-Standort in der Langen Straße 51. Euroshop hingegen übernahm in der Schmidener Straße die zusammengelegten Räumlichkeiten der Modeläden Tamaris und Street One, die schon seit 2020 geschlossen hatten.
  • Am Waiblinger Marktplatz ist der Tabak-, Zigarren- und Spirituosenhändler Dürninger hinzugekommen. Die Gesellschaft aus Göppingen betreibt über 40 Läden in Deutschland.
  • Im Herbst hat in der Langen Straße das „Terme Haus“ eröffnet. Inhaberin Mansoureh Moalemi bietet hier persische Dekoartikel, Teppiche und Lebensmittel an.
  • Eine Besonderheit für Waiblingen war der im Sommer eröffnete „Kiosk am Eck“ in der Schmidener Straße: In dem „Späti“ von Inhaberin Youssra Chaoutter konnte man zu Zeiten, an denen sonst nur Tankstellen geöffnet sind, Getränke, Snacks und anderes kaufen. Allerdings war für Chaoutter im Herbst schon wieder Schluss, da sie mit ihrer Familie umzieht. Der Laden ist nach ihren Angaben sehr gut gelaufen. Es gibt Nachfolger. Ob es beim Konzept bleibt, ist noch nicht bekannt.
  • Post: In Hegnach hat die Postfiliale in der Friedenstraße im Oktober zugemacht. Dafür eröffnete Vitalij Enns am Sitz seines Unternehmens „VE-Coding“ in der Gottlieb-Daimler-Straße 11 eine neue Dependance der Deutschen Post.
  • Kreissparkasse Waiblingen: Die Filiale auf der Korber Höhe, bis dato mit Mitarbeitern vor Ort, ist im Herbst in eine Niederlassung mit Selbstbedienungsautomaten umgewandelt worden.

  • Commerzbank: Die Filiale in der Bahnhofstraße sollte eigentlich 2022 schließen, dann kam das Ende aber noch früher: Ende Oktober 2021 gab es dort einen Wasserschaden, weshalb die Filiale seitdem nicht mehr geöffnet hatte. Die Reparaturarbeiten zogen sich in die Länge. Im Januar 2022 schließlich teilte eine Sprecherin mit, dass die „dauerhafte Schließung vorgezogen“ worden sei.

Für besonderes Aufsehen hat der Remspark gesorgt, doch auch außerhalb des Waiblinger Einkaufszentrums hat sich im vergangenen Jahr einiges getan bei den Geschäften in der Stadt. Manche Läden sind umgezogen, andere haben für immer geschlossen, neue haben eröffnet. Der Einkaufsrückblick 2022 - ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Den Anfang macht der Remspark, der immer wieder für Schlagzeilen gesorgt hat. Hier gab es viele Veränderungen:

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