Waiblingen

Automatisiertes Fahren: Waiblinger besichtigen fahrerlosen Elektro-Kleinbus

Ameise automatisierter Bus
Probesitzen im Kleinbus. Einen Fahrersitz braucht es hier nicht. © Büttner

Am Bürgerzentrum in Waiblingen ist am Donnerstag (28.4.) der erste automatisierte E-Bus der Stadt vorgestellt worden. Ab dem Sommer soll er im Rahmen eines Forschungsprojekts mit bis zu 25 km/h im Ameisenbühl rollen - ohne Busfahrer, nur mit einem „Operator“ an Bord. Mit dem Kleinbus mitfahren konnte man beim Vorstellungstermin nicht - wer daran Interesse hat, muss erst einmal einen Probandenvertrag unterzeichnen.

Warum ein Probandenvertrag?

Nötig ist das laut dem Koordinator des Forschungsprojekts, Professor Ralf Wörner von der Hochschule Esslingen, vor allem wegen des Datenschutzes. Die Probanden sollen umfassend zu ihren Mitfahrerlebnissen befragt werden - anonym ist das nicht möglich. Außerdem sind die Testpassagiere dank des Vertrags abgesichert, falls es zu einem Unfall kommen sollte.

Ein erhöhtes Risiko bestehe aber nicht, betont Wörner. Der Tüv habe Fahrzeug und Strecke zwischen Bahnhof und Berufsbildungswerk (BBW) geprüft und grünes Licht signalisiert. Das Gutachten werde man bald erhalten. Ab Juni könnten der automatisierte Kleinbus sowie ein konventioneller Bus, der mit Messtechnik ausgestattet ist, testweise unterwegs sein.

Anders als bislang angenommen, dürfen die Probanden aber wohl erst ab September mitfahren - voraussichtlich an zwei Tagen pro Woche.

Technisch sei man zwar vermutlich Mitte des Jahres bereit, doch wollen die Projektpartner laut Professor Wörner einen offiziellen Termin mit Verkehrsminister Winfried Hermann, der Waiblinger Stadtspitze und anderen finden. Da sei man aktuell in der Abstimmung.

Die Strecke ist Wörner zufolge weitestgehend vorbereitet. Beim Kreisverkehr in der Maybachstraße würden noch Lasertastsensoren installiert, um das Fahrzeug zu unterstützen. An Kreuzungen werden teils noch Radarsensoren angebracht, für Forschungszwecke mitunter auch mobile Ampeln.

Testfahrten nur bis Ende 2022

Bei dem automatisierten Bus handelt es sich um ein „EZ 10 Passenger Shuttle“ des französischen Herstellers Easymile. In Monheim am Rhein fahren diese Kleinbusse bereits im 15-Minuten-Takt zwischen Bahnhof und Altstadt. In Waiblingen geht es jetzt erst mal um Forschung, auch zur Akzeptanz in der Bevölkerung.

Anders als ursprünglich gedacht, kann nicht einfach jeder Interessierte einsteigen, etwa Schüler, die vom Bahnhof zum Berufsschulzentrum wollen. Laut Professor Wörner fällt allerdings auch das zunächst vorgesehene Beförderungsentgelt von einem Euro pro Fahrt weg. Die Testpassagiere fahren umsonst.

Wer sich als Testpassagier beteiligen möchte, sollte sich laut dem Wissenschaftler dennoch früh melden, über das E-Mail-Formular auf der Projekt-Website www.ameise.wandelgesellschaft.de. Der Test-Fahrbetrieb wird Wörner zufolge bis Ende 2022 dauern. Im Oktober soll es Zwischenergebnisse geben, 2023 wird dann ausgewertet.

Weiter warten auf Befragungsergebnisse

Die Ergebnisse einer Bürgerbefragung zum automatisierten Fahren sind indes auch nach eineinhalb Jahren noch nicht veröffentlicht worden. Sie seien „vor einiger Zeit im Rahmen eines Videointerviews“ mit dem damaligen Oberbürgermeister Andreas Hesky, Baubürgermeister Dieter Schienmann und Professor Wörner diskutiert worden: „Die Bearbeitung des Videos ist leider noch nicht vollständig abgeschlossen“, so Tristan Seiwerth vom Fachbereich Stadtplanung. Man rechne damit, dass das Ergebnis im kommenden Monat auf der Website der Stadt veröffentlicht wird.

Laut Ralf Wörner waren die Fragen oder Bedenken der Teilnehmer ganz unterschiedliche. Nur etwaige Sorgen wegen des Einsatzes von 5G-Sendern an der Teststrecke hätten, anders als zuvor am Runden Tisch, keine Rolle mehr gespielt. Wörner sagt, die Strahlenbelastung durch 5G sei geringer als bei anderen Standards. Und gesendet werde nur, wenn der Bus vorbeifahre.

Am Bürgerzentrum in Waiblingen ist am Donnerstag (28.4.) der erste automatisierte E-Bus der Stadt vorgestellt worden. Ab dem Sommer soll er im Rahmen eines Forschungsprojekts mit bis zu 25 km/h im Ameisenbühl rollen - ohne Busfahrer, nur mit einem „Operator“ an Bord. Mit dem Kleinbus mitfahren konnte man beim Vorstellungstermin nicht - wer daran Interesse hat, muss erst einmal einen Probandenvertrag unterzeichnen.

Warum ein Probandenvertrag?

Nötig ist das laut dem Koordinator

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper