Waiblingen

Bürgerverein Herwarth von Bittenfeld sammelt bei Erzählkaffee alte Anekdoten

Bürgerverein
Der Bürgerverein Herwarth von Bittenfeld hat die Bürger ins Haus Elim eingeladen. © ZVW/Benjamin Büttner

Zahlreiche Bürger sind der Einladung des Bürgervereins Herwarth von Bittenfeld zum ersten „Bittenfelder Erzählkaffee“ ins Haus Elim gefolgt. Darunter auch einige, die mittlerweile in anderen Orten wohnen, aber ihre Wurzeln in Bittenfeld haben und weiterhin Kontakt halten wollen.

Bei Kaffee und Kuchen kamen sie rasch ins Gespräch und so manche Erinnerung an vergangene Zeiten wurde wieder lebendig. „Wir wollen die persönlichen Geschichten und Anekdoten rund um unser Heimatdorf sammeln und für zukünftige Generationen bewahren“, sagt Sven Luithardt, der Erste Vorsitzende des Vereins. „Aus Geschichten werden Legenden und schließlich Mythen“, ergänzt Ortschaftsrat Helmut Fischer.

Alte Fotografien werden herumgereicht und kommentiert

Alte Fotos regten sofort die Erinnerungen der Leute an. „Schau mal! Damals floss der Bach noch offen durchs Dorf!“ Oder: „Ein Kino gab es bis in die 60er Jahre im Obergeschoss der „Krone“, leider seit Jahren samt Metzgerei geschlossen!“ Bruchstückhaft kommen die Erinnerungen ans Licht. „Wie hieß noch die Betreiberin des Kinos?“ Keiner weiß es so genau und dennoch regt der Austausch die Fantasie und die Lust zum Erzählen an.

Der harte Weg zur Sanierung der Zehntscheune

Deutlich Fassbareres weiß Kurt Christian Ehinger über den langwierigen und steinigen Weg zu berichten, der schließlich zur Sanierung der Bittenfelder Zehntscheune führte. Schon bevor Ehinger als Stadtbaumeister in den Ruhestand ging, waren Architektur und Denkmalschutz Themen, die ihn beschäftigten. Mitte der 70er Jahre wurde die Zukunft der sanierungsbedürftigen Zehntscheune zum ersten Mal thematisiert. 1984 wurde der Ortskern auf seinen Bestand hin überprüft. Schließlich konnte die Stadt das aus dem Jahr 1503 stammende Gebäude erwerben und damit vor dem Abriss bewahren. Mit Architekt Hermann Kugler konnte ein Fachmann gewonnen werden, der schon bei der Sanierung des ältesten Gebäudes in Bad Cannstatt, dem heutigen Stadtmuseum, seine Kompetenz unter Beweis gestellt hatte.

Zehntscheue hat keine vollständige Heizung

Das erste Nutzungskonzept für die Bittenfelder Zehntscheune im Jahr 2001 fand mit einer Gesamtsumme von 1,5 Millionen Euro keine Mehrheit im Waiblinger Gemeinderat. Drei Jahre später verhalfen das „Jahr des Denkmalschutzes“ und ein breites Interesse seitens der Bevölkerung einem „abgespeckten“ Nutzungskonzept mit einem Volumen von „nur noch“ 0,6 Millionen Euro zum Erfolg. Zu den Einschränkungen gehört, dass auf den Einbau einer vollständigen Heizung verzichtet wurde. Die Bittenfelder Zehntscheune ist daher nur in den Sommermonaten uneingeschränkt nutzbar.

Nach der Auflösung des Chorherrenstifts könnten in der Zehntscheune auch Handelswaren gelagert worden sein

Wurde die Zehntscheune im späten Mittelalter vorwiegend zur Lagerung des „Zehnten“ genutzt, den die Bittenfelder dem Backnanger Chorherrenstift entrichten mussten, dient das modernisierte Gebäude heute vor allem kulturellen Zwecken. Gerne wird sie von örtlichen Vereinen genutzt. Nach der Auflösung des Chorherrenstifts könnten in der Scheune auch Handelswaren aufbewahrt worden sein. „Die topologische Lage spricht für eine solche Nutzung“, fügt Helmut Fischer hinzu. Auch hat sich in der Vergangenheit die Wahrnehmung historischer Ereignisse und die Grundhaltung zum Erhalt historischer Gebäude geändert. Gleichzeitig ist das Interesse der Bevölkerung an solchen Themen gewachsen.

Mit dem ersten „Bittenfelder Erzählkaffee“ ist ein erster wichtiger Schritt getan. Weitere kann sich Sven Luithardt vorstellen. Von Buchveröffentlichungen bis zu Dorfführungen an historischen Plätzen ist noch viel denkbar. Und wie aus der Zeit gefallen zuckelt unversehens ein von Pferden gezogener Planwagen am Veranstaltungsort vorüber – sicher nur eine Touristenattraktion, aber auch ein Indiz für den Wunsch vieler Menschen, alte Gepflogenheiten und Traditionen nicht ganz in Vergessenheit geraten zu lassen.

Zahlreiche Bürger sind der Einladung des Bürgervereins Herwarth von Bittenfeld zum ersten „Bittenfelder Erzählkaffee“ ins Haus Elim gefolgt. Darunter auch einige, die mittlerweile in anderen Orten wohnen, aber ihre Wurzeln in Bittenfeld haben und weiterhin Kontakt halten wollen.

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Bei Kaffee und Kuchen kamen sie rasch ins Gespräch und so manche Erinnerung an vergangene Zeiten wurde wieder lebendig. „Wir wollen die persönlichen Geschichten und Anekdoten rund um unser Heimatdorf

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