Waiblingen

B-14-Auffahrt Waiblingen-Mitte: Autofahrer leiden unter Riesen-Rückstaus wegen Baustelle - wann sind die Arbeiter endlich fertig?

B-14-Anschlussstelle
Stau am Dienstag, 6. Oktober, am Kreisverkehr beim ehemaligen Krankenhaus. © Benjamin Büttner

Die Brücke über die Beinsteiner Straße in Waiblingen, die zur B-14-Anschlussstelle „Waiblingen Mitte“ führt, wird seit Dienstag, 11. August, instand gesetzt. Folge: Stau von Korb nach Waiblingen, Rückstaus innerhalb von Waiblingen und frustrierte Autofahrer. Bleiben die Arbeiten wenigstens im Zeitplan und im Kostenrahmen? Wann genau wird die Zu- und Abfahrt der B 14 Waiblingen Mitte wieder geöffnet? Und warum muss die Brücke eigentlich jetzt saniert werden?

Schäden an der Brücke

Die betroffene Brücke erhielt in der letzten Hauptprüfung nach Angaben des Landratsamts die Gesamtnote 2,7 – und das gilt als eigentlich noch ausreichender Zustand. „Es wurden jedoch auch Schäden an der Abdichtung entdeckt, die möglichst zeitnah beseitigt werden müssen, um die Konstruktion vor tiefergehenden Schäden zu bewahren“, betont Leonie Ries, Sprecherin des Landratsamts des Rems-Murr-Kreises. Die Bauwerksnote sei zwar ein Indiz für einen schlechten Bauwerkszustand, aber nicht immer der maßgebende Faktor.

Die Firma Wisa stemmt die Arbeiten

Der Zustand der Brücke hat nach ihren Angaben jedenfalls eine zeitnahe Instandsetzung erfordert. Dazu gehören eine erneuerte Abdichtung, eine neue Fahrbahnübergangskonstruktion sowie neue Geländer, Schutzplanken und Brückenkappen. Ausgeführt werden die Arbeiten von der Wisa GmbH.

Seit die Firma im August begonnen hat, wurden bereits die Asphaltbereiche gefräst sowie die Schutzeinrichtungen und die Lärmschutzwand zurückgebaut. Ausgebaut wurde mittels Hochdruckwasserstrahlverfahren. Außerdem wurde das Traggerüst aufgebaut, zudem wurden die Brückenkappen abgebrochen. Der Überbau wurde gefräst, gereinigt und beschichtet. Auch wurde die Verankerung an den Kappen eingebaut.

Viel Fördergeld vom Land Baden-Württemberg

Die Arbeiten, so hieß es im Sommer, sollen voraussichtlich bis Anfang Dezember dauern. Gilt das noch? „Aktuell befindet sich die Sanierung im vorgesehenen Zeit- und Kostenrahmen“, teilt Leonie Ries mit. Heißt: Bis Anfang Dezember soll alles fertig sein – und die Kosten liegen immer noch bei rund 750 000 Euro.

Gefördert wird das Projekt durch das Landesprogramm „Kommunaler Sanierungsfonds“. Der Landkreis soll hier 325 000 Euro erhalten – und das sind immerhin rund 50 Prozent.


Wieso ist eine Vollsperrung nötig?

Was sagt das Landratsamt eigentlich zu den Klagen der Autofahrer? Derzeit gibt es viele Rückstaus. Wer von Korb nach Waiblingen fährt, braucht jetzt zum Beispiel oft eine halbe Stunde. Auch Busse sind von der Umleitung betroffen. Sprecherin Leonie Ries betont indes, dass diese Sperrung aus baubetrieblicher Sicht für die Sanierung erforderlich sei. „Das liegt an der geringen Fahrbahnbreite und den neuen technischen Regeln für Arbeitsstätten an Straßenbaustellen“.

Nur durch eine Vollsperrung kann nach Angaben der Sprecherin der notwendige Arbeitsbereich sichergestellt werden. „Das Landratsamt rät vor allem zur Umfahrung, zum Beispiel über den Teiler und die Alte Bundesstraße wieder nach Waiblingen einzufahren.“

Zuletzt Anfang der 90er Jahre saniert

Die große Frage ist, wie sehr sich der Aufwand aus Autofahrersicht lohnt. Sprich: Wie lange werden an der Brücke über die Beinsteiner Straße dann voraussichtlich keine weiteren Eingriffe nötig sein? Das Landratsamt verweist hierzu auf die Vergangenheit. Die Brücke ist aus dem Jahr 1975 und wurde bisher einmal Anfang der 90er Jahre instand gesetzt. Sprich: Erst waren nach rund 15 Jahren Arbeiten fällig, dann erst nach fast 30 Jahren.

"Wir versuchen die Eingriffe gering zu halten"

Klar ist aus Sicht der Kreisbehörde aber auch: Je mehr Autos über die Brücke fahren und je stärker diese durch Schwerverkehr belastet wird, desto eher könnten wieder Arbeiten nötig sein. „Wir versuchen, die Eingriffe gering zu halten und Synergien zu nutzen. Beispielsweise sanieren wir eine kleine Teilfläche der Bundesstraße in Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Stuttgart mit, um die Sperrung sinnvoll zu nutzen“, betont Leonie Ries.

Stadt: „Alle umliegenden Straßen sind stärker belastet“

Die Stadt Waiblingen hält die Maßnahme nach Angaben von Birgit David, Leiterin der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, für dringend und notwendig. Da es sich bei der Anschlussstelle um eine Hauptzufahrt zur und von der B 14 handle, seien Verkehrsbeeinträchtigungen zu den Hauptverkehrszeiten nicht vermeidbar. „Die ausgewiesene Umleitungsstrecke ist aber grundsätzlich leistungsfähig“, betont die Pressesprecherin. Dass der Verkehr unter der Baumaßnahme leidet, kann sie nicht bestätigen. „Alle umliegenden Straßen sind stärker belastet.“


Wo gibt es die nächste größere Baustelle?

Das nächste größere Baustellen-Projekt steht nach Birgit Davids Auskunft den Waiblingern übrigens bald bevor. „Aktuell hat die Straßenverkehrsbehörde Kenntnis von der geplanten Sanierung der Schurwaldstraße. Die Arbeiten sollen voraussichtlich im November beginnen.“

Die Brücke über die Beinsteiner Straße in Waiblingen, die zur B-14-Anschlussstelle „Waiblingen Mitte“ führt, wird seit Dienstag, 11. August, instand gesetzt. Folge: Stau von Korb nach Waiblingen, Rückstaus innerhalb von Waiblingen und frustrierte Autofahrer. Bleiben die Arbeiten wenigstens im Zeitplan und im Kostenrahmen? Wann genau wird die Zu- und Abfahrt der B 14 Waiblingen Mitte wieder geöffnet? Und warum muss die Brücke eigentlich jetzt saniert werden?

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