Waiblingen

B 14 gesperrt: Geduld ist gefragt

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Dicht an dicht drängen sich die Autos auf den Umleitungsstrecken, hier auf der Nürnberger Straße in Cannstatt. © Habermann / ZVW
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Hinter dem Kappelbergtunnel Richtung Stuttgart wird die Fahrbahndecke saniert. © Habermann / ZVW

Fellbach/Waiblingen/Kernen. Entschleunigung wider Willen erduldeten Autofahrer am Freitagnachmittag: Die B 14 ist in Richtung Stuttgart ab dem Teiler komplett gesperrt. Zumindest zäh rollte der Verkehr durch die Umleitungsstrecken in Fellbach und Bad Cannstatt. Ein Chaos blieb augenscheinlich aus. Die Sperrung bleibt noch das ganze Wochenende bestehen. Am Montag im Berufsverkehr sollen die Räder wieder rollen.

„Umleitungsstrecken überlastet“ – das meldete die Straßenverkehrszentrale bereits am frühen Freitagnachmittag. Der Verkehr wurde über die alte B 14 durch Fellbach über Cannstatt nach Stuttgart geleitet. Nostalgische Gefühle löste die Verkehrsführung bei Martin Winterling aus: Der Redakteur beim Zeitungsverlag Waiblingen stand dort schon vor vielen Jahren im Stau, als es den Kappelbergtunnel noch gar nicht gab.

Wohl wissend, was diesen Freitag droht, fuhr Martin Winterling die Strecke diesmal mit dem Fahrrad ab. So lässt es sich gemütlich vorbeirollen an den Blechlawinen. „Sehr zäh“ lief der Verkehr, wenngleich die Autos die meiste Zeit zumindest ein wenig gerollt sind, so der Eindruck des Staubeobachters. An Kreuzungen ging zeitweise nichts mehr, weil sich alle reindrängelten so gut es eben ging. Manch einer versuchte sein Glück auf Nebenstrecken – ohne Erfolg. Auf diese Idee kommt meist nicht nur einer.

Autofahrer sind es gewohnt, nur schleichend voranzukommen

Stop and go bringt in Stuttgart wohl kaum noch jemanden auf die Palme. Man kennt das. Freitagnachmittags läuft's in Stuttgart sowieso zäh. Trotz der starken Verkehrsbehinderungen: „Chaos ist was anderes“, so Martin Winterlings Fazit.

In Stetten war am Nachmittag nichts von der Umleitung zu spüren. Zumal es keine richtige war. Ein Blinkschild wies kurz vor der Ausfahrt Waiblingen-Beinstein auf der B29 darauf hin, dass den Weg über Kernen wählen möge, wer zur B 10 gelangen will. Das war's schon: Ortsunkundige hätten den Weg garantiert nicht gefunden. Wer sich auskannte, mag die Strecke über Kernen bis zur B 10 gewählt haben – zu einen erhöhten Verkehrsaufkommen hat das jedenfalls nicht geführt.

Derweil übten sich die Autofahrer in Fellbach und Cannstatt ausgiebig in Geduld. Ganz schön langweilig ist das, sinnlos im Auto zu sitzen und sich auf den nächsten Zentimeter Weiterfahrt gedanklich vorzubereiten. Das Smartphone liegt griffbereit auf dem Beifahrersitz – wer könnte da schon nein sagen?

Selbst im Stau gilt das Nein als Muss. Bei stop-and-go-Verkehr ist es verboten, das Handy zu benutzen, sagt Polizei-Pressesprecher Ronald Krötz. Nur bei wirklich langer Stehzeit und ausgeschaltetem Motor geht ein Telefonat in Ordnung.

Handynutzung auch im Stau verboten: Höheres Bußgeld

Seit Donnerstag dieser Woche ahndet der Staat Handyverstöße mit einem höheren Bußgeld: 100 statt bisher 60 Euro zahlt ein Fahrer, der am Steuer die Finger nicht vom Smartphone lassen kann. Einen Punkt in Flensburg kassiert der Übeltäter zusätzlich. Hat er jemanden gefährdet, droht ihm ein Monat Fahrverbot. Das Bußgeld steigt in diesem Fall auf 150 Euro, und das Punktekonto erhält zwei neue.

Dasselbe gilt, sofern Autofahrer keine Rettungsgasse bilden. Daran gilt's jetzt auch auf den Umleitungsstrecken zu denken. Sobald der Verkehr zu stocken beginnt, müssen Verkehrsteilnehmer für Einsatzfahrzeuge Platz schaffen. Manchmal klappt’s, ganz oft nicht. Deshalb fällt seit zwei Tagen auch dafür eine höhere Strafe an: 200 Euro Bußgeld plus zwei Punkte.

Bei konkreter Behinderung oder Gefährdung wird’s nochmal teurer. „Lageabhängig“ entscheidet die Polizei laut Sprecher Ronald Krötz, wie sie bei einem Stau ohne Rettungsgasse im Einzelnen reagiert.


Zweite Sperrung

  • Die B 14 bleibt dieses Wochenende in Richtung Stuttgart ab dem Teiler bis nach dem Kappelbergtunnel bis einschließlich Sonntag gesperrt. Der Straßenbelag wird ab dem Tunnel in Richtung Stuttgart bis auf Höhe Ausfahrt Benzstraße saniert. Den Planungen zufolge läuft der Verkehr ab Montag, 5 Uhr wieder ohne Einschränkungen.
  • Das zweite Bauwochenende folgt bald: In Richtung Remstal wird die Bundesstraße am Freitag, 3. November, von 22 Uhr an gesperrt, und zwar ab der Ausfahrt Bad Cannstatt / Untertürkheim bis zur Benzstraße.
  • Der Verkehr wird am ersten Novemberwochenende über die Nürnberger Straße in Bad Cannstatt oder die Benzstraße zur Nürnberger-/Waiblinger Straße nach Fellbach über die alte B 14 (L1193 in Richtung Waiblingen) umgeleitet.