Waiblingen

B14: Achtung, Aquaplaning-Gefahr!

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Fuß vom Gas: Wenn Straßen zu Wasserfällen werden, droht Aquaplaning. (Archivbild) © Habermann / ZVW

Waiblingen. Wasserfluten auf der B 14: Der Gewitterregen kommt heftigst vom Himmel runter und fließt dann von dem Doppel-Mittelleitplanken-Streifen als Sturzbach auf die Fahrbahn ab. Dort steht das Wasser mehrere Zentimeter hoch. Die drohende Gefahr: Aquaplaning.

Ja, das Gewitter am Dienstagnachmittag gegen 15 Uhr war heftig. Doch nicht so, dass kein Weiterfahren mehr möglich gewesen wäre. Und dennoch kam der Verkehr kurz hinter dem Teiler B 14/B 29, dort, wo die B 14 in Richtung Backnang unter der B 29 durchgeführt wird, fast zum Stillstand. Autos und Lastwagen bremsten runter und machten die Warnblinker an. Was war los? Ein Unfall?

Sturzfluten auf der Fahrbahn

Zerbeulte Autos waren weit und breit nicht zu sehen. Und die Fahrzeugschlange bewegte sich ganz langsam weiter und in die Steigung hinein. Dort, rund um den Bereich, in dem die B 14 über die Rems führt, dann des Rätsels Lösung. Den Berg hoch in Richtung Korb haben die Mittelleitplanken – Fachleute sprechen im Übrigen von Schutzplanken – auf weiten Strecken keinen Bewuchs mehr in der Mitte. Kein Gras, keine Büsche, wie sie an anderen Stellen den Streifen zwischen den Metallstreben füllen. Stattdessen, so sieht es zumindest aus, ist die Fläche mit Asphalt versiegelt. Von dieser nach oben gewölbten Fläche zwischen den Leitplanken flossen Sturzfluten auf die Fahrbahn.

Eigentlich haben Bundesstraßen, so wie Wohnstraßen auch, Gullys. Man kann sie nur beim Vorbeifahren nicht sehen. Etwa alle 50 Meter ist am Fahrbahnrand so ein Abfluss. Entweder, wie bekannt, rund oder viereckig, oder als Längsrinne. Dort hinein sollte das Regenwasser fließen, wird dann durch ein Kanalrohr in der Mitte der Leitplanken weitergeleitet und landet in einem Rückhaltebecken.

Abfluss verstopft?

Trotz all dem strömte das Wasser weiter hangabwärts, wurde mehr und mehr und bildete einen regelrechten kleinen See. Durch diesen mussten die Autos hindurch und zwar tunlichst langsam. Sonst wären sie davongeschwommen. Möglicherweise sei ein Abfluss verstopft, heißt es aus dem Landratsamt. Das werde auf jeden Fall kontrolliert.

An der Versiegelung der Fläche könne es nicht liegen. Denn nur an den Stellen, die auch als Überfahrt zwischen den Fahrbahnen genutzt werden können, sei asphaltiert. Dort können die Metallgestelle recht einfach entfernt werden. Sonst gäbe es entweder die altbekannten und deutlich sichtbaren Grünstreifen mit Gebüsch, die regelmäßig zurückgeschnitten werden müssen. Weil diese Mittelbegrünung sehr aufwendig zu pflegen ist, sei man allerdings dazu übergegangen, bei Neuanlagen und Umrüstungen nur noch groben Schotter einzufüllen. Da soll sich dann von allein kleineres Grünzeug ansiedeln. Aber auch dort könnte das Wasser, wie bei den Gebüschen, versickern. Das allerdings tat’s nicht bei dem Gewitter.

Wie dem auch sei: Bis der Grund für die B-14-Wasserfälle gefunden sind, sollten Autofahrer auf der Strecke zwischen Waiblingen und Korb vorsichtig sein. Denn die nächsten Unwetter sind schon angesagt.


Aquaplaning: Fuß vom Gas!

Aquaplaning entsteht, wenn das vom heranrollenden Reifen verdrängte Wasser auf der Fahrbahn nicht mehr schnell genug abfließen kann. Das stehende Wasser schiebt sich wie ein Keil unter den Reifen und trennt ihn vollständig von der Fahrbahn. Die Folge: Der Fahrer verliert jede Kontrolle über sein Auto.

Je höher das Wasser steht, desto größer wird die Aquaplaning-Gefahr. Außerdem steigt die Gefahr, je schneller ein Auto unterwegs ist. Die einzige Möglichkeit, nicht ins Rutschen zu geraten, ist, den Fuß vom Gas zu nehmen und ganz langsam die überflutete Stelle zu queren.

Außerdem spielen Machart der Reifen und Druck in den Reifen, der Fahrbahnbelag und die Stoßdämpfer des Autos eine nicht unerhebliche Rolle.

Für die kommenden Tage sind weitere Gewitter vorausgesagt. Die aktuelle Vorhersage für Ihren Wohnort finden Sie unter www.zvw.de/wetter.