Waiblingen

Bahn macht große Versprechen

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Wilfried Jasper, Siegfried Bubeck (beide DFB), Bahnmanager Nikolaus Hebding und ALi-Rätin Dagmar Metzger (vorne, v. l. n. r.) beim Vor-Ort-Termin am Waiblinger Bahnhof. © Alexandra Palmizi

Waiblingen. Neue Sitzbänke, Lampen und Beete: Am Waiblinger Bahnhof soll in den kommenden Monaten einiges in Ordnung gebracht werden. Auch das Vordach der Unterführung soll erneuert werden. Dies versprach der Bahnhofsmanager Nikolaus Hebding den Gemeinderäten und der Baubürgermeisterin Birgit Priebe auf einem Vor-Ort-Termin. Dabei stellte er sich auch den Fragen einiger Bürger.

Immer wieder war der schmuddelige Zustand des Waiblinger Bahnhofs im Gemeinderat diskutiert worden. Nun haben die Räte den Bahnhof gemeinsam mit der Baubürgermeisterin Birgit Priebe und einem Bahnvertreter besichtigt. Vor Ort erläuterte der Bahnhofsmanager Nikolaus Hebding die Verschönerungspläne der Bahn für die kommenden Monate.

Schmuddel-Bahnhof fit für die Besichtigung gemacht

Vorab hatte die Stadt der Bahn ihre Beanstandungen mitgeteilt. Die Bahn ist Eigentümer des Bahnhofs sowie des Vorplatzes und somit für die Instandhaltung verantwortlich. Dementsprechend kräftig hatte sie sich ins Zeug gelegt, um den Schmuddel-Bahnhof fit für die Besichtigung zu machen: Lampen waren ersetzt, das Dach eines Wartepilzes repariert sowie die Unterführung mit einem Hochdruckreiniger geputzt, worden.

Letztere werde ohnehin regelmäßig gereinigt, versicherte der Bahnvertreter. Ein Mitarbeiter sei ständig vor Ort, zweimal jährlich werde zudem intensiv gereinigt. „Wir wollen den Bahnhof so betreiben, dass er sicher und ordentlich ist“, betonte er.

Allerdings würde eine Bahnunterführung wohl nie ein Wohlfühlort. Aufgehübscht werden könnte sie dennoch: Die braunen Fliesen sollen zwar bleiben, denkbar wäre es laut Bürgermeisterin Priebe aber, die Wände gemeinsam mit der Kunstschule zu gestalten.

Zusätzliche Sitzbänke sollen her

Noch in diesem Jahr sollen zusätzliche Sitzbänke aufgestellt werden. Vor zwei Jahren hatte die Bahn defekte Bänke abgebaut und neue installiert, allerdings mit weniger Sitzplätzen als zuvor. Daher soll an der Bushaltestelle eine neue Sitzgruppe installiert werden.

Die Markierungen sind bereits zu sehen. Auch die Umrandungen der Bäume vor dem Bahnhof sollen im kommenden Jahr erneuert werden. Die Mäuerchen sind teils abgeplatzt, teils fehlen sie ganz. Hier gebe es bereits Gespräche mit einem Planer, berichtete Hebding.

Dieser solle sich dann auch gleich der Pflanzbeete vor dem Bahnhofsgebäude annehmen. Wo jetzt Mulch ist, soll gepflastert werden, ein Beet soll erhalten bleiben und neu bepflanzt werden. Im Frühjahr soll der Sockel des Gebäudes neu gestrichen werden.

Energiesparende LEDs sollen Kugelleuchten ersetzen

Pünktlich zur Gartenschau 2019 sollen die Kugelleuchten durch energiesparende LEDs ersetzt werden. Nicht ganz pünktlich zur Gartenschau wird wohl die Dachsanierung fertig werden: Das marode Vordach, das den Eingang zur Unterführung überspannt, soll erneuert werden.

Derzeit tropft dort der Regen hindurch. In den kommenden beiden Jahren will die Bahn daher 1,5 Millionen Euro investieren und Dachhaut sowie Lichtkuppeln neu bauen. In diesem Projekt würden dann auch die Bahnsteigdächer renoviert.

Vorschlag: Alle drei Monate eine Besichtigung machen

Bei so viel Engagement, bemerkte DFB-Fraktionschef Wilfried Jasper, biete es sich doch an, künftig alle drei Monate eine Bahnhofsbegehung zu machen. Dann werde wenigstens ordentlich geputzt.


Weitere Anregungen rund um den Bahnhof

  • Weitere Kritik kam unter anderem aus der ALi-Fraktion. Dagmar Metzger bemängelte, dass ein Fahrkartenautomat je Bahnsteig zu wenig sei.
  • ALi-Rat Alfonso Fazio merkte an, dass auch einige Bahnbrücken überprüft werden sollten. Insbesondere die an der Schmidener Straße sei ein Hort für Tauben, weshalb der darunterliegende Gehweg stark mit deren Kot verschmutzt sei.
  • Urs Abelein (SPD) schlug vor, das „Gestrüpp“ rund um den Bahnhof zu roden, das ohnehin nur ein Versteck für Ratten sei. Stattdessen könnten dort Beete fürs Urban Gardening angelegt werden.
  • Die Müllcontainer am Gleisdreieck sollten entweder an einen anderen Standort versetzt oder in einem Häuschen versteckt werden, so die Anregung der stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Fraktion, Sabine Wörner.
  • Eine Waiblinger Bürgerin wünschte sich außerdem, die zerbrochene Scheibe des Wartehäuschens an Gleis 5 möge baldmöglichst ersetzt werden. Dort pfeife der Wind durch, gerade in der kalten Jahreszeit. Der Bahnhofsmanager Nikolaus Hebding erklärte, er werde alle Anregungen mitnehmen.
  • Möglicherweise könnte auch der Geldautomat einen neuen Standort bekommen: Der Vertrag mit der Volksbank läuft zwar noch bis 2022, jedoch wollen Bahn und Stadtverwaltung vorher auf die Bank zugehen, wie Birgit Priebe mitteilte.