Waiblingen

Bahnhof-Apotheke in Waiblingen: Bundesweite Software bei digitalem Impfpass streikt

Digitaler Impfnachweis
Die Bahnhof-Apotheke Dr. Riethmüller von Apothekerin Barbara Nogrady stellt digitale Impfpässe aus. © ZVW/Alexandra Palmizi

Den großen Ansturm auf den digitalen Impfpass hat es zumindest bei Barbara Nogrady, Inhaberin der Bahnhof-Apotheke Dr. Riethmüller, nicht gegeben – doch dafür hat die Software am Dienstag von 9 Uhr an gestreikt. „Das System ist überlastet“, sagt die Apothekerin. Am Montag sei noch alles gut gegangen. Da der bisherige Impfausweis in gedruckter Form weiter seine Gültigkeit behält, besteht laut Barbara Nogrady beim digitalen Impfpass kein Grund zur Eile.

Mit Corona-Warn-App oder der „CovPass“-App nutzbar

Seit Montag haben Apotheken in Deutschland begonnen, digitale Impfpässe auszustellen. Dabei erhalten Bürger einen ausgedruckten QR-Code, den diese mit der offiziellen Corona-Warn-App oder mit der „CovPass“-App vom Robert-Koch-Institut einscannen können. Auf diese Weise müssen sie nicht länger ihren Impfpass mit sich mitschleppen. Barbara Nogrady rät jedem, neben dem digitalen Impfpass auch den QR-Code-Ausdruck mit sich zu führen – „falls das Handy mal abstürzt.“

Neun Apotheken in Waiblingen stellen den digitalen Impfpass aus

Auf dem Portal www.mein-apothekenmanager.de des Deutschen Apothekerverbands sind alle neun Apotheken aufgelistet, die in Waiblingen und den Ortschaften digitale Impfpässe ausstellen. Dazu gehören in der Kernstadt die Bahnhof-Apotheke Dr. Riethmüller, die Staufenapotheke, die Central-Apotheke Dr. Pfeifer, die Engel-Apotheke, die Remspark-Apotheke und die Apotheke Korber Höhe sowie in Neustadt die Söhrenberg-Apotheke, in Hohenacker die Burg-Apotheke und die Apotheke Beinstein.

Auch mit einer Impfung gibt es den digitalen Impfpass

Patrick Pfeifer, Inhaber der Central-Apotheke und der Staufen-Apotheke in der Waiblinger Kernstadt, verweist in einer Pressemitteilung darauf, dass auch Personen, die bislang nur eine Impfung erhalten haben, einen digitalen Impfausweis in der Apotheke anfordern können. „Die zweite Impfung kann sofort bei Erhalt nachgetragen werden“, schreibt er. Das Erstellen des digitalen Impfzertifikats dauere nur wenige Minuten. Für besonders spontane Anfragen steht laut Patrick Pfeifer täglich auch der Testbus am Alten Postplatz bereit – und zwar auch an Sonn- und Feiertagen von 8 bis 20 Uhr. Auch im Testzentrum am Bürgerzentrum könne man seinen Impfpass nach vorheriger Terminabsprache digitalisieren lassen.

Ausstellung des Impfpasses dauert nicht lang

Dass die Ausstellung des Impfpasses schnell geht, bestätigt auch Barbara Nogrady. Für sie selbst war die Bereitstellung der technischen Ausstattung nicht schwer, da sie bereits seit vergangenem Jahr im Portal des Deutschen Apothekerverbands registriert sei. „Meine Vorbereitung war nicht so wahnsinnig aufwendig.“ Wer bei null anfangen musste, der hatte laut der Waiblinger Apothekerin allerdings einen deutlichen Mehraufwand.

Robert-Koch-Institut erstellt digitales Impfzertifikat

Wer ein digitales Impfzertifikat will, muss einen Impfpass mitbringen sowie einen Personalausweis oder den Reisepass. In der Apotheke selbst werden laut dem Landesapothekerverband Baden-Württemberg Vorname, Name und Geburtsdatum der geimpften Person auf einen Zertifikateserver übertragen. „Hinzu kommen einige wenige Angabe zur Impfung selbst, die aus den Impfdokumenten herausgelesen werden. Das Robert-Koch-Institut erstellt aus diesen Angaben dann in wenigen Sekunden ein entsprechendes digitales Impfzertifikat und übermittelt es sofort an die Apotheke“, schreibt der Landesapothekerverband in einer Pressemitteilung.

Digitales Genesenenzertifikat fehlt

Noch am Montag war für Barbara Nogrady unklar, wie beim digitalen Impfausweis mit Kreuzimpfungen und mit Genesenen mit einer Impfung umzugehen ist. Inzwischen hat sich für die Waiblinger Apothekerin alles aufgeklärt: Wer eine Kreuzimpfung bekommen hat, erhält wie alle anderen auch ein Zertifikat für den ersten Impfstoff (in dem Fall von Astrazeneca) und für den zweiten Impfstoff (in dem Fall von Moderna oder Biontech). Genesene mit einer Impfung können sich ihre Impfung eintragen lassen, müssen aber weiter in Papierform oder elektronischer Form einen Genesenennachweis vorlegen.

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände verweist zur Begründung auf das Infektionsschutzgesetz: Das nach Paragraf 22 Absatz 6 und 7 vorgesehene digitale Covid-19-Genesenenzertifikat und das digitale Covid-19-Testzertifikat können laut dem stellvertretenden Pressesprecher Christian Splett in Apotheken derzeit noch nicht ausgestellt werden. Grund: Das Robert-Koch-Institut (RKI) muss dafür erst die technischen Voraussetzungen schaffen.

Unsicherheit bei Reisen mit Kreuzimpfung

Dass Kreuzimpfungen ohne Probleme im digitalen Impfpass abgebildet werden können, bedeutet aber noch lange nicht, dass jedes Land eine Impfung mit dem Vakzin von Astrazeneca und einem anderen Impfstoff (in Deutschland war das entweder das Vakzin von Biontech oder Moderna) akzeptiert. „Für Reisen ins Ausland empfiehlt es sich zusätzlich, dass sich der Patient mit einer Kreuzimpfung informiert, ob diese Kombination im Urlaubsland anerkannt ist“, betont Christian Splett.

Den großen Ansturm auf den digitalen Impfpass hat es zumindest bei Barbara Nogrady, Inhaberin der Bahnhof-Apotheke Dr. Riethmüller, nicht gegeben – doch dafür hat die Software am Dienstag von 9 Uhr an gestreikt. „Das System ist überlastet“, sagt die Apothekerin. Am Montag sei noch alles gut gegangen. Da der bisherige Impfausweis in gedruckter Form weiter seine Gültigkeit behält, besteht laut Barbara Nogrady beim digitalen Impfpass kein Grund zur Eile.

Mit Corona-Warn-App oder der

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper