Waiblingen

Bahnhof Neustadt: Streit zwischen der Stadt Waiblingen und Eigentümer Yakup Yurdakul eskaliert

Neustädter Bahnhof
Das Bahnhofsgebäude von Neustadt am 23. Dezember 2020. © Alexandra Palmizi

Eigentümer Yakup Yurdakul hat den denkmalgeschützten Bahnhof von Neustadt ohne Genehmigung der Stadt Waiblingen umgebaut und vor einigen Monaten Mieter einziehen lassen. Nach eigenen Angaben hat er mit seiner Familie bundesweit schon andere Bahnhöfe aufgekauft und dort ebenfalls Wohnungen eingerichtet.

Yurdakul hat Fakten geschaffen und die große Frage war: Wie lange kann er so weitermachen? Die Waiblinger Stadtverwaltung jedenfalls wehrt sich – und befindet sich nun mitten in einer juristischen Auseinandersetzung.

„Ich habe Fliesen, Laminat und den Putz machen lassen“

Der Eigentümer selbst sieht sich weiter im Recht. Die schriftlichen Fragen unserer Zeitung hat er per Mail beantwortet. Yakup Yurdakul findet, dass er für die ausgeführten Arbeiten keine Genehmigung benötigt. Diese, schreibt er, brauche man, wenn man eine Wand und die Fassade erneuern will und eine Wand abreißen will – und das sei bei ihm nicht der Fall gewesen. „Ich habe Fliesen, Laminat und den Putz machen lassen.“

„Die Mieter sind zufrieden und wollen nicht ausziehen“

Auf die Frage, wie es weitergehen soll und was sein Zeitplan sei, antwortet der Eigentümer, dass aus seiner Sicht alles fertig sei. „Die Mieter sind zufrieden und wollen nicht ausziehen, weil die sich wohlfühlen in dem Haus. Sie können vorbeischauen und jeden Einzelnen fragen.“

Yakup Yurdakul: „Es gibt nichts zu bereuen“

Von der Stadt Waiblingen erwartet Yakup Yurdakul ein Danke und keine Steine vor die Füße. „Das Haus war eine Bruchbude.“ Überall seien Schimmel und Ratten gewesen. „Wieso hat die Stadt nichts unternommen?“

Auf die Frage, ob er im Zusammenhang mit dem Bahnhof Neustadt etwas bereuen würde, antwortet Yakup Yurdakul: „Es gibt nichts zu bereuen.“

Er habe alles in seiner Macht Stehende gemacht, viel Geld ausgegeben, damit der Bahnhof belebter werde. „Es war vor kurzem noch ein Geisterbahnhof.“ Kein Mensch habe sich getraut, nachts nach 22 Uhr in dem Bahnhof auf den Zug zu warten, sagt Yurdakul.

Vorwurf an OB Andreas Hesky

Dem Waiblinger OB Andreas Hesky wirft Yakup Yurdakul zudem vor, alle Ämter auf ihn zu hetzen, weil er es gewagt habe, Autos am Neustädter Bahnhof abschleppen zu lassen.

Oberbürgermeister Andreas Hesky äußerte sich ebenfalls schriftlich, die Antworten sind zudem mit Baubürgermeister Dieter Schienmann abgestimmt. Dass der Umbau des denkmalgeschützten Bahnhofs ohne Genehmigung in eine juristische Auseinandersetzung geführt hat, bejaht Hesky.

Was in dieser passiert und welche Maßnahmen getroffen werden, bezieht sich auf Verfahrensdetails, welche nur den Verfahrensbeteiligten zugänglich sein dürfen. „Ich bitte um Verständnis, dass nähere Angaben nicht gemacht werden können.“

OB Hesky: „Nicht ganz triviales Verwaltungsverfahren“

Bezüglich des weiteren Vorgehens verweist Oberbürgermeister Andreas Hesky darauf, dass die Stadtverwaltung die rechtlich möglichen und notwendigen Schritte unternehme, um rechtmäßige Zustände wieder herzustellen. „Dies ist ein nicht ganz triviales Verwaltungsverfahren, das zahlreiche Schritte mit Anhörungen und Fristsetzungen umfasst.“

Von Yakup Yurdakul erwartet die Stadtverwaltung wie von allen Bauherren, dass sie sich an die Vorschriften und das Baugesetzbuch halten. „Das heißt, dass für genehmigungspflichtige Vorhaben ein Baugesuch eingereicht wird“, stellt Oberbürgermeister Hesky klar.

Der Streit beschäftigt die Stadt weiter

Im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens würden auch Fragen des Denkmalschutzes oder des Lärmschutzes beantwortet. „Eine Baugenehmigung ist zu erteilen, wenn das Bauvorhaben genehmigungsfähig ist.“

Klar ist jedenfalls: Der Streit um den Bahnhof in Neustadt wird die Stadt Waiblingen auch 2021 weiter beschäftigen.

Eigentümer Yakup Yurdakul hat den denkmalgeschützten Bahnhof von Neustadt ohne Genehmigung der Stadt Waiblingen umgebaut und vor einigen Monaten Mieter einziehen lassen. Nach eigenen Angaben hat er mit seiner Familie bundesweit schon andere Bahnhöfe aufgekauft und dort ebenfalls Wohnungen eingerichtet.

Yurdakul hat Fakten geschaffen und die große Frage war: Wie lange kann er so weitermachen? Die Waiblinger Stadtverwaltung jedenfalls wehrt sich – und befindet sich nun mitten in einer

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