Waiblingen

Bald wieder ein Supermarkt in Beinstein

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Der Umbau des ehemaligen Lebensmittelmarkts Hezel ist bald geschafft. © Palmizi / ZVW

Waiblingen-Beinstein. Die Zeit, in der die Beinsteiner auf ihren Lebensmittelmarkt verzichten mussten, geht dem Ende entgegen. Die großen Umbaumaßnahmen sind fast abgeschlossen, derzeit werden im Cap-Markt die Tiefkühl- und Kühltheken geliefert und die Regale eingebaut. Am Donnerstag, 19. Oktober, öffnet das Lebensmittelgeschäft an der Rathausstraße seine Pforten.

Freitagmorgen um 11 Uhr. Die Handwerker schleppen Tiefkühltruhen in den Cap-Markt. Hell und freundlich wirkt der 360 Quadratmeter große Laden, in dem die Beinsteiner in Kürze wieder alle Waren fürs tägliche Leben einkaufen sollen. Moderne LED-Leuchten sind bereits installiert, die Heiz- und Lüftungstechnik ist auf den neusten Stand gebracht. Künftig, erklärt Werner Block von der GWD Süd, wird die Abluft der Kühlung im Winter zum Heizen und im Sommer zur Klimatisierung des Geschäfts genutzt. Drei große Bildschirme werden die Kunden über Angebote informieren.

Kundentoilette steht zur Verfügung

Zu den gewohnten Laden-Kassen wird eine Cash-Kasse kommen, an der die Kassiererin die Waren einscannt, das Geld aber nicht entgegennimmt. Ähnlich wie an einem Parkscheinautomaten füttert der Kunde einen Automaten mit seinem Kleingeld oder Scheinen und bekommt wie im Parkhaus auch das Restgeld ausgezahlt. Modernisiert wurde nicht nur die Technik im Laden, sondern auch die Räume. Die ehemalige Wurst-Küche, in der Mitarbeiter des Cap-Marktes künftig selbst Convenience-Produkte wie Salate und Smoothies zubereiten sollen, wurde saniert. Auch eine Kundentoilette steht zur Verfügung.

Zwölf Mitarbeiter

Wie berichtet, hat nach dem Aus von Lebensmittel Hezel der Stuttgarter Investor Maik Dörr den Laden erworben und für zehn Jahre an die GDW Süd, die Genossenschaft der Werkstätten für behinderte Menschen Süd, vermietet. Diese richtet in Beinstein bundesweit den 108. Cap-Markt ein, in dem Menschen mit und ohne Behinderung eine Arbeit finden. In Beinstein werden zwölf Mitarbeiter den Markt betreiben, wobei die drei Stammkräfte von Hezel auch dort im Verkauf tätig sein werden. Guiseppina Thomasi, die viele Jahre bei Hezel arbeitete, wird Chefin. Acht Mitarbeiter wurden fest angestellt, vier von ihnen sind Praktikanten.

Attraktive Angebote und ein Vollsortiment

„Beinstein soll ein Muster-Markt und ein Vorzeigeprojekt werden, an dem sich andere Cap-Märkte orientieren können“, sagt Werner Block. Die ansprechende Technik, attraktive Angebote und ein Vollsortiment mit 6000 Artikeln sollen die Kunden locken. Eine Metzger-Theke wird es im Cap-Markt nicht mehr geben, auch frische Backwaren wird man dort vergeblich suchen. Schließlich gibt es gleich gegenüber einen Metzger und einen Bäcker, denen keine Konkurrenz gemacht werden soll. Punkten will man dagegen mit einem breiten Angebot an Obst und Gemüse und vielen Produkten wie Kartoffeln, Eier und Honig aus der Region. Hauptlieferant ist Edeka, so dass es im Cap-Markt zu den gleichen Konditionen alle Artikel geben wird, die auch in Edeka-Märkten angeboten werden.

Kontakt und Gespräche gibt’s gratis

„Du kriegst hier alles“, freut sich schon jetzt Ortsvorsteher Thilo Schramm. Dass die Beinsteiner sehnlich auf den neuen Lebensmittelmarkt warten, weiß er aus vielen Gesprächen. Nun hofft er, dass sie auch gemerkt haben, wie wichtig es ist, am Ort einzukaufen. Nur so wird sich der neue Markt halten. 90 bis 95 Prozent des Bedarfs, findet er, könne in Beinstein eingekauft werden, ohne Auto – Kontakt und Gespräche im Geschäft gibt’s gratis.

Sehr optimistisch ist Werner Block für seinen neuen Cap-Markt, obwohl große Filialisten und auch kleine Familienunternehmen das Beinsteiner Geschäft wegen seiner geringen Größe nicht wirtschaftlich fanden. Den Bedarf habe eine Marktanalyse erwiesen, sagt er, und die Erfahrungen anderer Cap-Märkte zeigten: Es funktioniert. „Den ersten Markt haben wir 1999 in Herrenberg eröffnet.“ Mit 360 Quadratmetern habe der die gleiche Größe wie Beinstein: „Und es gibt ihn noch immer.“


Lieferservice

Der Cap-Markt öffnet am Donnerstag, 19. Oktober, seine Pforten.

Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr, samstags von 8 bis 18 Uhr.

Ab Januar 2018 soll es einen Lieferservice geben. Die Waren, die die Kunden im Laden einkaufen, werden ab einem bestimmten Warenwert kostenlos nach Hause gebracht.


Arbeit für Menschen mit Handicaps

Cap-Läden sind Läden, in denen Menschen mit Handicaps arbeiten. Männer und Frauen, mit mehr oder weniger schwerwiegenden Behinderungen – Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt nicht so leicht zu vermitteln sind.

Grundgedanke ist die Verbesserung der Arbeitsplatzsituation und die Erweiterung der Möglichkeiten für die Beschäftigung dieser Menschen. Durch die Eröffnung solcher zentrumsnahen Lebensmittelmärkte sollen geeignete Arbeitsplätze langfristig gesichert werden.