Waiblingen

Baubeginn auf dem Hess-Areal

Hess-Areal Waiblingen_0
Symbolbild © Laura Edenberger

Waiblingen. Beim offiziell ersten Spatenstich auf dem Hess-Areal waren die Bagger bereits in vollem Einsatz. „Wir haben schon mal angefangen. Wir konnten es nicht erwarten“, sagte Bauherr Christian Kühn von Greenfield in seiner Begrüßung: Die Bauarbeiten für den Dienstleistungspark von Daimler haben begonnen.

Wo vor zehn Jahren der allerletzte Ziegel entstand, sind nun die Bagger am Werk: An diesem Montag haben die Arbeiten für den Dienstleistungspark des Autobauers offiziell begonnen. „Wir haben gezeigt, dass wir einen langen Atem haben“, freute sich Christian Kühn, der in seiner Begrüßung auf die Komplexität des Projekts verwies: „Wir sind froh, dass wir es geschafft haben. Und wir sind froh, dass die Eidechsen weg sind.“ An diesem Montag habe man nun den Point of no Return erreicht: „Die Baugenehmigung liegt vor.“

Der See ist in das Gewerbegebiet integriert

Stolz und zufrieden zeigte sich auch Oberbürgermeister Andreas Hesky, dass der Bebauungsplan bestandskräftig ist und die Baugenehmigung im Zeitplan erteilt wurde. Gewerbeflächen seien Mangelware, Neuausweisungen auf der grünen Wiese schwierig und langwierig. „Umso wichtiger ist es, dass vorhandene Gewerbeflächen, so wie das Hess-Areal, genutzt werden. Gemeinsam mit der Arrondierung für die Daimler-Ansiedlung ist dies ein Glücksfall für die Stadt und die Natur“, sagte der Oberbürgermeister. Die Nachhaltigkeit komme bei diesem Vorhaben auch dadurch zum Ausdruck, dass die Freiflächen mit dem See in die Gewerbeflächenplanung integriert wurden, Kreativbereiche geschaffen würden, dass Mobilitätskonzepte nicht nur ausgedacht, sondern die Realisierung vorausgedacht würde. Eine Besonderheit sei auch das Multifunktionsgebäude, in dem von Anfang an nicht nur geparkt, sondern auch gearbeitet werde und das nicht auf ein Wachstum der Stellplätze, sondern auf sinkenden Stellplatzbedarf ausgelegt sei. Nachhaltigkeit sei auch in der Fotovoltaik auf dem gesamten Gebäude verankert, wobei der Strom entweder zur Eigennutzung oder zur Wasserstoffproduktion gedacht sei. „Waiblingen freut sich auf Daimler“, sagte Hesky. Das habe auch der Gemeinderat in seinen Beratungen und Beschlussfassungen im Bebauungsplanverfahren zum Ausdruck gebracht. „Unsere Stadt wird Teil des Entwicklungsprozesses von Daimler. Das ist ein gutes Gefühl.“ Den Nachbarn dankte Hesky für deren kritische und konstruktive Mitwirkung – und erinnerte dabei auch an die umstrittenen Themen Radwege und Artenschutz.

Gelände bekommt eine neue Bedeutung

Ein bisschen wehmütig mag es Isabel Hess von der Eigentümerfamilie Hess schon zumute gewesen sein, als sie an die alten Zeiten auf dem Hess-Areal erinnerte. „Wir müssen Abschied nehmen von unserem Freizeitpark“, sagte sie nun. Wunderschöne Sonnwendfeste habe man gefeiert, nächtelang am Feuer gesessen. Der Oberbürgermeister habe sich geordnete Verhältnisse gewünscht: „Die bekommen Sie nun“, erklärte sie. Gleichzeitig freute sie sich darüber, dass das Gelände nun eine neue Bedeutung bekomme, der kleine See auch für ein breiteres Publikum zugänglich werde.


Perfektes Areal

„Für uns und mich als Projektleiter ist heute ein großer Moment“, so Christoph Martin, Director Powertrain Prototyping and Testing. Schon 2015 habe Daimler die Herausforderung erkannt, gleichzeitig in konventionelle und alternative Antriebssysteme investieren zu müssen. Im Neckarteil sei Daimler an räumliche Grenzen gestoßen. „In Waiblingen haben wir das perfekte Areal gefunden.“