Waiblingen

Bauklotzaktion der Salierschüler

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Hier entsteht gerade eine Burg - mit Eingang und Versteck für eine Schatzkiste. © Habermann / ZVW
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Große Bauklotzstapel tragen die Kinder hin und her. © Habermann / ZVW
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Ein Hundeknochen mit Honig und Marmelade – wer hätte es nicht erkannt? © Habermann / ZVW

Waiblingen.
In einer Bauklotzaktion dürfen die Schüler der Salier-Gemeinschaftsschule nach Herzenslust bauen. Stolz stehen die kleinen Baumeister nach einer Doppelstunde neben ihren Werken. Es sind Burgen entstanden, Mauern – und ein Hundeknochen. Doch das Ganze ist nicht von Dauer: Am Ende lassen die Kinder ihre Bauten unter lautem Gejohle einstürzen.

Video: Viertägige Bauklotzaktion an der Salier-Gemeinschaftsschule: Die Schüler verbauen klassenweise 16.500 backsteingroße Bauklötze in der Aula.

Ganz schön wackelig stehen sie da, die drei Türme aus Holzbauklötzen: Stein auf Stein sind sie gerade nach oben gezogen. Nebendran ruht eine stabile Mauer, hier sind die Steine versetzt gestapelt. Die Türme seien der erste Versuch gewesen, erklärt Barbara Fischer, die Klassenlehrerin der 1 a. Ihre Schüler dürfen an diesem Vormittag nach Herzenslust mit den Klötzen aus unbehandeltem Naturholz bauen. Ein Motto hat die Lehrerin nicht vorgegeben, ebenso wenig wie die Technik vorher besprochen. „Die Kinder sollten einfach mal frei drauflosbauen“ sagt sie. Natürlich helfe sie aber mit Hinweisen zwischendurch: Dieser Gruppe habe sie die Wand gezeigt und gesagt, probiert es doch so mal.

Aus wenig kann viel entstehen

Um das freie Bauen und Lernen geht es auch bei der Bauklotzaktion. „Die Kinder lernen hier mit wenigen Vorgaben, wie etwas entstehen kann“, beschreibt der Schulsozialarbeiter Dietmar Höflich. Sie lernten durch Abschauen und Ausprobieren. Schnell werde ihnen beim Stapeln klar, welche Bauwerke stabil sind und welche nicht. „Außerdem entsteht beim kreativen Zusammenarbeiten eine Gemeinschaft. Die Kinder helfen sich gegenseitig, auch Kinder, die sonst nichts miteinander zu tun haben.“ Das berichteten auch die Lehrer.

Mit Hochdruck arbeiten die Kinder an ihren Bauten

Während der Sozialarbeiter über das Projekt spricht, trägt ein Mädchen einen Bauklotzstapel, so hoch wie ihr Oberkörper lang, hinter ihm vorbei. Mit Hochdruck arbeiten die Kinder an ihren Bauten – die letzten Minuten sind angebrochen. In den vergangenen anderthalb Stunden sind in der Aula der Salier-Gemeinschaftsschule Burgen, Häuser und Fantasiegebilde entstanden. Stolz stehen die kleinen Baumeister neben ihren Werken.

Ein Hundekuchen mit Marmelade und Honig drauf

„Das ist eine Burg, wo niemand einbrechen kann“, erklärt Nora. Und sie hat sogar einen besonderen Clou: Auf der Burgmauer kann man balancieren. Ebenfalls eine Festung, aber eine geheime, haben Alex und Jonas gebaut. „Da drinnen ist ein Schatz versteckt“, verrät Alex. „Ein Ninja-Schatz, mit ganz viel Gold“, ergänzt Jonas. Arya und Ezila haben ein Haus gebaut – und dabei an Eingangstür, Schlafzimmer, Teppich und sogar eine Ablage für persönliche Sachen gedacht. Alina, Moira und Selina haben eine Burg mit Türmen und einem Weg durch die Mitte errichtet. Und ein Hundeknochen mit Marmelade und Honig drauf ist der Fantasie von Paula und Jessica entsprungen. „Den hat auch schon jemand probiert vorhin“, erzählt Paula stolz.

Dem Einfallsreichtum sind kaum Grenzen gesetzt

Dem Einfallsreichtum der Schüler sind kaum Grenzen gesetzt: Ob die Lehrer den Schülern ein Motto vorgeben oder nicht, bleibt ihnen überlassen, erläutert der Schulsozialarbeiter. Manche lassen ganz frei gestalten, ein Motto war zum Beispiel „Landwirtschaftliche Maschinen“. Die jüngeren Schüler seien immer mit Feuereifer dabei, bei den älteren sei es unterschiedlich. „Manche langweilen sich, andere genießen es, mal etwas gestalten zu können“, sagt Höflich. Dabei entstünden teils deckenhohe Bauten.

Für die Kinder das Größte: Der Abriss

Ob klein oder groß, eins ist für alle Schüler gleich: Nach dem Bauen kommt der Abriss. Und zumindest die Kleinen haben einen Heidenspaß dabei. Unter lautem Gejohle und Getöse machen sie ihre Burgen, Häuser und Mauern dem Erdboden gleich. „Das Umschmeißen hat am meisten Spaß gemacht“, schwärmt Paula hinterher strahlend. Aus dem Chaos, das bleibt, darf die nächste Klasse dann etwas Neues entstehen lassen.


16500 Bauklötze

Die diesjährige Bauklotzaktion ist bereits die fünfte an der Salier-Gemeinschaftsschule. Bereits 1999, 2000, 2007 und 2009 durften die Schüler Baumeister spielen. Insgesamt 1 500 Bauklötze, fast so groß wie Ziegelsteine, stehen ihnen zur Verfügung.

Die Bauklotzaktion wird von der Jugendstiftung Baden-Württemberg „Kultur macht Laune“ und vom Kreisjugendring Rems-Murr gefördert. Die Klötze gehören der Stadt Ditzingen.