Waiblingen

Baulücken und hohe Grundstückspreise: SPD debattiert über „Waiblinger Modell“

Baukran
Symbolfoto. © Gaby Schneider

Der Waiblinger SPD-Ortsverein hat bei einer Online-Veranstaltung über das „Waiblinger Modell“ zur Baulandentwicklung diskutiert. Seit einigen Jahren entwickelt die Stadt Baugebiete nur nach diesem Modell. Dabei wird ein neues Baugebiet nur dann entwickelt, wenn alle Grundstücksbesitzer ihre Flächen vorher an die Stadt verkauft haben.

Der Fraktionsvorsitzende der SPD im Gemeinderat, Roland Wied, erläuterte laut Pressemitteilung der Partei, wie es zu diesem Modell gekommen ist. Er kritisierte demnach, dass es vorher die „Tendenz“ gegeben habe, „Baugrundstücke für künftige Generationen leer liegenzulassen“, heißt es in der Pressemitteilung. „Überall in der Stadt sind solche Lücken noch zu sehen.“ Das Modell ermögliche es der Verwaltung, die Eigentümer zum Bauen zu verpflichten. Ansonsten fallen die Grundstücke nach einer Frist wieder zurück an die Stadt.

Wied: Stadt ist „langsamer Bauherr“

Außerdem kann der Gemeinderat für die Baugebiete gewisse Standards festlegen. Am besten sei es, so Wied laut der Pressemitteilung des SPD-Ortsvereins, wenn die Stadt selbst Mietwohnungen baue. „Doch sie ist auch ein langsamer Bauherr und kann eine schnell steigende Nachfrage nicht schnell befriedigen“, so die Mitteilung. In letzter Zeit sei das Modell zum Opfer der steigenden Immobilienpreise geworden, so Wied weiter. Immobilienkonzerne kauften den Besitzern die Grundstücke teuer ab, um sie noch teurer zu verkaufen. Wenn die Stadt selber höhere Preise zahlen würde, könnten junge Familien aber nicht mehr bauen, so der Fraktionsvorsitzende laut der Pressemitteilung. „Die Stadt hat es lange versäumt, selbst Grundstücke auf Vorrat zu kaufen“, kritisiert die SPD in ihrer Zusammenfassung.

Der Waiblinger Ortschafts- und Stadtrat Urs Abelein, der das Online-Gespräch moderierte, forderte, an dem Modell festzuhalten. Es sei ein großer Erfolg, brauche aber bei den hohen Preisen Ergänzungen. Er schlug vor, das Waiblinger Modell um genossenschaftliche Aspekte zu erweitern oder Verträge nach Erbbaurecht zu prüfen. Auch Charly Bickel nannte das Modell laut der Pressemitteilung einen großen Erfolg. Man sollte es auch einsetzen, um neue Wohnformen zu fördern.

Wohnen ist für viele zu teuer

Hermann Fischer erinnerte laut der Zusammenfassung daran, dass das Wohngebiet Berg/Bürg in Bittenfeld nach diesem Modell entwickelt worden war. „Aber sogar so tief in der Provinz hat man den Wohnungsmangel gespürt“, heißt es in der SPD-Mitteilung. „Die Grundstücke waren sofort ausverkauft, obwohl es besser gewesen wäre, das Gebiet langsam zu entwickeln“.

Ein Teilnehmer sprach sich im Chat dafür aus, jetzt neue Wohngebiete auszuweisen. Zwar mit Maß und Ziel, aber doch deutlich mehr als bisher. Der Mangel an Mietwohnungen ist nach seiner Meinung das größte Problem in der Region. Viele Menschen könnten sich weder die Mieten noch die Preise für Wohneigentum leisten.

Die Architektin und ehemalige Stadträtin Sabine Wörner forderte laut der Pressemitteilung, am Waiblinger Modell festzuhalten. Es gebe noch viele Möglichkeiten für Innenentwicklungen: Gebäude könnten aufgestockt, große Wohnanlagen durch gemeinsam nutzbare Räume für Festlichkeiten oder für Gäste attraktiver werden. Die Region sei zurzeit „der Bauplatz für Stuttgart“. Das führe auch zu unnötigem Verkehr und müsse in der Regionalplanung angegangen werden.

Der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Klaus Riedel mahnte laut Pressemitteilung ein Gesamtkonzept der Stadt an. Mit den Grundstücken der Diakonie und der Bonbonfabrik Kaiser könnten in Zukunft ganz erhebliche Flächen in bester Verkehrslage frei werden. In dem Fall sei es der völlig falsche Weg, weitere Wohngebiete im Außenbereich zu planen.

Der Waiblinger SPD-Ortsverein hat bei einer Online-Veranstaltung über das „Waiblinger Modell“ zur Baulandentwicklung diskutiert. Seit einigen Jahren entwickelt die Stadt Baugebiete nur nach diesem Modell. Dabei wird ein neues Baugebiet nur dann entwickelt, wenn alle Grundstücksbesitzer ihre Flächen vorher an die Stadt verkauft haben.

Der Fraktionsvorsitzende der SPD im Gemeinderat, Roland Wied, erläuterte laut Pressemitteilung der Partei, wie es zu diesem Modell gekommen ist. Er

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper