Waiblingen

Baustart fürs Pflegeheim im Frühjahr 2020

Baustart fürs Pflegeheim im Frühjahr 2020_0
Das Bauschild zeugt von großen Absichten. Gebaut wurde bisher aber noch nichts. © ZVW/Laura Steinke

Waiblingen-Beinstein. Einen langen Atem brauchen die Beinsteiner schon, bis das Pflegeheim steht: Vier Jahre nach dem Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan und eineinhalb Jahre nach der Baugenehmigung ist das Gelände beim Kindergarten noch nicht bebaut. Ortsvorsteher Thilo Schramm nimmt’s gelassen: „So ein großes Projekt braucht seine Zeit.“ Mit dem Baustart wird im Frühjahr 2020 gerechnet.

30 Pflegeplätze und 16 betreute Wohnungen sollen auf dem Grundstück hinter dem Lebensmittelmarkt entstehen. Grünes Licht für das Pflegeheim in Beinstein gab’s schon lange: Im Juli 2015 hatte der Ausschuss für Planung, Technik und Umwelt den letzten Schritt des Bebauungsplanverfahrens abgesegnet und damit den Weg für die Einrichtung des DRK freigemacht. Nach einer langen Planung und heftigen Diskussionen übrigens – die damalige Baubürgermeisterin Birgit Priebe und die Stadträte waren gleichermaßen froh über den Abschluss.

Geplant ist auch ein 50 Quadratmeter großer Begegnungsraum

Passiert ist seit damals auf dem Grundstück nicht viel. Beim DRK mussten freilich Verträge geschlossen und Feinplanungen abgeschlossen werden. „Dann hat auch noch der Projektleiter gewechselt“, erklärt Ortsvorsteher Thilo Schramm. Ein neues Architekturbüro habe sich in die Planung einarbeiten müssen, bevor die Ausschreibungen auf den Weg gebracht werden konnten. Vergeben werden soll das Sieben-Millionen-Projekt an einen Generalunternehmer. Derzeit werde noch ein Angebot abgewartet, danach soll die Entscheidung fallen, wer in der Beinsteiner Ortsmitte das Pflegeheim bauen darf.

Vorgesehen ist außer den 30 Pflegeplätze und den 16 betreuten Seniorenwohnungen ein 50 Quadratmeter großer Begegnungsraum, der nicht nur den Heimbewohnern, sondern allen Beinsteinern zur Verfügung stehen soll. Vereine sollen die Möglichkeit bekommen, sich dort zu treffen und den Raum zu bespielen. „Wir wollen damit Leben ins Haus bringen“, erklärt Schramm.

Zu den Nutzern soll auch das Ehrenamtscafé gehören, das bisher im Keller unter dem Rathaus stattfand. „Im neuen Begegnungsraum hat man aber ganz andere Möglichkeiten, zu bewirten“, freut sich der Ortsvorsteher. So kann auch das Foyer des Pflegeheims mitgenutzt werden, und auch der Innenhof mit seiner Terrasse steht zur Verfügung. Vor allem im Sommer soll das Ganze ein lauschiger Platz werden, der viele Beinsteiner von außen in die Einrichtung zieht.

Ein überflüssiger Klotz?

Was jetzt so vielversprechend klingt, war zunächst auf den Widerstand einiger Bürger gestoßen. Zu hoch, zu groß, zu dicht am Kindergarten und überhaupt an der falschen Stelle: Zahlreich waren die Bedenken der Beinsteiner wegen des geplanten Pflegeheims im Ortskern. Immer wieder wurde die Planung verändert: Das ursprünglich viergeschossig geplante Gebäude entlang des Fußwegs wurde um eine Etage reduziert, war aus Sicht mancher Beinsteiner aber noch immer zu hoch.

Überhaupt war es für die Gegner der Bebauung der grünen Wiese hinter dem Lebensmittelmarkt ein viel zu großer und ziemlich überflüssiger Klotz, der auch noch den evangelischen Kindergarten verschatten wird. Doch erklärtes Ziel im Stadtentwicklungsplan war und ist es, in allen Ortschaften Pflegeeinrichtungen anbieten zu können. Mit dem Abschluss des Bebauungsverfahrens war man diesem Ziel einen weiteren Schritt nähergekommen.

Im Überschwemmungsgebiet

Ganz unproblematisch ist der Neubau mitten im Beinsteiner Ortskern aber nicht. Das Areal liegt mitten im Überschwemmungsgebiet, weshalb nur gebaut werden darf, weil es schon einen Bebauungsplan gab. Die Versiegelung des Bodens wird an anderer Stelle ausgeglichen: Am Sulzbach wird eine Flutmulde angelegt. Keinen Ausgleich gibt es für die Verschattung des Kindergartens Arche Noah infolge des Neubaus. Das Pflegeheim darf nicht so hoch gebaut werden, wie der Betreiber ursprünglich wollte, doch mehr Schatten für den Freibereich des Kindergartens wird es trotzdem geben – nach Einschätzung der Verwaltung aber nur am frühen Vormittag in den kalten Jahreszeiten.