Waiblingen

Behinderungen auf der B 29

B29 Schutzplanken
Die Vorarbeiten am Mittelstreifen der B 29 haben begonnen. Autofahrer müssen immer wieder mit Behinderungen rechnen, bis sämtliche Schutzplanken verstärkt sind. © Palmizi / ZVW

Waiblingen/Remshalden. Diese und kommende Woche bleibt auf der B 29 zwischen Beinstein und Geradstetten die linke Fahrspur zeitweise gesperrt. Das ist nur der Anfang; das dicke Ende folgt erst noch: Der Landkreis muss entlang der zweispurigen Bundesstraßen die Schutzplanken auf den Mittelstreifen verstärken. Bei einem Unfall sollen die neuen Vorrichtungen möglichst gar Laster stoppen.

Noch bis Freitag, 8. September, begegnen Autofahrer auf der B 29 einer mobilen Baustelle. Es stehen zunächst nur Vermessungs- und Rodungsarbeiten an. Auf einer Strecke von jeweils maximal einem Kilometer müssen Verkehrsteilnehmer deshalb mit einem gesperrten linken Fahrstreifen rechnen, und zwar in beiden Richtungen zwischen Beinstein und Geradstetten.

Wann mit den eigentlichen Arbeiten an den Schutzplanken begonnen wird, ist laut Landratsamtssprecherin Martina Nicklaus offen: „Wir befinden uns noch in der Ausschreibungsphase.“

Unfallfolgen von Durchbrüchen sind verheerend

Ziel ist, die „Durchbruchsicherheit im Mittelstreifen“ zu erhöhen. Der Bund hält es als Verantwortlicher für die Bundesstraßen für notwendig, an diesen neuralgischen Stellen auf zweispurigen Bundesstraßen nachzurüsten. Deshalb müssen sich die Landratsämter nun darum kümmern. Neue Stahl- oder Betonsysteme sollen im Fall der Fälle selbst Schwerlastverkehr daran hindern, in den Gegenverkehr zu geraten.

„Durchbrüche dieser Art ereignen sich leider immer wieder auf zweibahnigen Bundesstraßen und Autobahnen, weil hier mit hohen Geschwindigkeiten gefahren werden darf. Die Unfallfolgen sind regelmäßig verheerend“, erläutert Martina Nicklaus. Sie erinnert an einen besonders dramatischen Fall vor knapp fünf Jahren bei Öhringen im Hohenlohekreis. Ein Vater und drei Kinder starben, nachdem ein Lkw die Mittelleitplanke durchbrochen hatte.

Betroffen sind die gesamte B29 und die zweispurige B14

Die Kosten für die bald verstärkten Schutzwälle trägt der Bund. Mit welchem Betrag die stärkeren Schutzplanken im Rems-Murr-Kreis zu Buche schlagen werden, ist noch offen, weil noch nicht entschieden ist, welcher Anbieter die Arbeiten übernehmen wird.

Dass die Vorarbeiten ausgerechnet zwischen Beinstein und Geradstetten beginnen, hat einen Grund: Hier sind vergleichsweise wenige Vorarbeiten an der Entwässerung nötig, weshalb das Landratsamt diesen Abschnitt als Startstrecke ausgewählt hat. Betroffen sind aber die gesamte B 29 wie auch die B 14 im zweispurigen Bereich. Bis zum Jahr 2020 soll die Umrüstung überall abgeschlossen sein.

„Es wird immer wieder zu Behinderungen kommen“

Im Zuge dieser Arbeiten kommt auf die Bürger einiges zu. „Es wird immer wieder zu Behinderungen kommen“, kündigt die Landratsamts-Sprecherin an – „diese lassen sich leider nicht vermeiden.“ Zusätzlich kann’s streckenweise heftig laut werden, weshalb nahe Wohnbebauung nachts nicht gearbeitet werde.

Das Thema Verkehrssicherheit bezeichnet Katja Lumpp, Sprecherin am Regierungspräsidium Stuttgart, als „Daueraufgabe“. Die Mittelstreifen-Durchbruchsicherheit – welch gewaltiges Wort – spielt innerhalb der Daueraufgabe zwar schon eine gewichtige Rolle – aber letztlich eine unter vielen. Katja Lumpp nennt einige Beispiele, die zum Programm Verkehrssicherheit gehören. Der Blick richtet sich nicht nur auf die Mitte der Bundesstraßen, sondern auch auf den linken und rechten Fahrbahnrand. Es geht um Aufrüstung von Lichtsignalen, um verbesserte Markierungen, Glatteiswarnsysteme, Beschilderung und, und, und. Das Programm werde nach und nach abgearbeitet.

Die weiteren Arbeiten

Diese Woche müssen Autofahrer auf der B 29 noch bis einschließlich Freitag zwischen Beinstein und Geradstetten mit Behinderungen rechnen. Kommende Woche gilt dasselbe von Montag bis Freitag, 8. September. In Fahrtrichtung Stuttgart sind im Zeitraum von 8.30 bis 17 Uhr Rodungsarbeiten vorgesehen. In Fahrtrichtung Schorndorf stehen jeweils zwischen 8.30 und 16 Uhr Vermessungsarbeiten an.