Waiblingen

Beim Start-up ist Scheitern möglich

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IHK-Bezirkskammerpräsident Claus Paal bei seiner Begrüßung. Bild: Büttner © Benjamin Buettner
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Schorndorf. Michael Auer würde den Begriff „Existenzgründung“ am liebsten aus dem Sprachschatz bannen. Der Vorstandsvorsitzende der Steinbeis-Stiftung spricht lieber von „Start-up“. Denn die Möglichkeit eines Scheiterns, darin war sich Auer mit Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut einig, gehört zur Gründung eines Unternehmens einfach mit dazu.

Video: IHK-Neujahrsempfang mit Sir Waldo Weathers.

Von wegen: Existenz gründen. Neun von zehn Start-ups gehen in die Hose. Umso wichtiger sei es, sich an Amerika ein Beispiel zu nehmen, wo keinem Unternehmer nachgetragen wird, dass er seine Firma schon mal in den Sand gesetzt hat, sagte Nicole Hoffmeister-Kraut beim Neujahrsempfang der IHK-Bezirkskammer Rems-Murr in Schorndorf. Konjunkturell gute Zeiten wie die heutigen seien jedoch keine guten Zeiten für neue Unternehmungen. Wer seinen Arbeitsplatz sicher wähnt, habe wenig Anlass, sich selbstständig zu machen.

Start-ups die Finanzierung erleichtern

Start-ups seien jedoch nötiger denn je, wies Hoffmeister-Kraut auf die Digitalisierung hin, die die Wirtschaft umwälzt. „Global Players“ wie Bosch oder Daimler haben längst erkannt, das sie sich für Neues öffnen müssen und integrieren Start-ups in ihre Unternehmen. Fürs „Start-up Autoland“ von Daimler bewerben sich viele junge Mobilitätstüftler. Leider nur wenige aus Baden-Württemberg, bedauerte die Wirtschaftsministerin. Um Start-ups zu helfen, will Hoffmeister-Kraut deren Finanzierung erleichtern und den „Venture Capital Fonds Baden-Württemberg“ ausbauen und für private Kapitalgeber öffnen.

Auslese gehört zum Unternehmertum dazu

„Start-ups haben eine hohe Rate an Ausfällen“, weiß Michael Auer. Es habe mehr als 2000 Steinbeis-Unternehmen seit 1989 gebraucht, von denen heute rund 1100 Unternehmen im Verbund übrig geblieben sind. „Auslese gehört zum Unternehmertum dazu.“ Gründer sollten bei ihren Plänen nicht so sehr aufs kalifornische Silicon Valley schielen, sondern den baden-württembergischen Weg einschlagen. Und der sei die Kooperation mit etablierten Unternehmen. Als obersten Wirtschaftsförderer des Landes ärgert es Auer, dass das Nachbarland Bayern seine technologischen Entwicklungen besser verkauft als Baden-Württemberg. Das Land brauche mehr Stolz. Es stehe für Technologie, Produktivität und Veränderung. „Wir können mehr, als nicht Hochdeutsch reden“, sagte der Badener.

Mangel an bezahlbarem Wohnraum: Gesellschaftlicher Sprengstoff

Als Wirtschaftsministerin hätte sich Nicole Hoffmeister-Kraut weitere Kompetenzen gewünscht, insbesondere die Bereiche Energie und Infrastruktur. Als eine ihrer ersten Aufgaben habe sie sich des Wohnungsbaus angenommen und die „Wohnraum-Allianz“ gestartet. Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum könne sich zu einem gesellschaftlichen Sprengstoff entwickeln, befürchtete IHK-Bezirkskammerpräsident Claus Paal beim Gedankenaustausch mit Hoffmeister-Kraut und Auer. In einem ersten Schritt werde die Wohnungsbau-Förderung um 50 Millionen Euro auf 250 Millionen Euro aufgestockt und die Einkommensgrenze erhöht, kündigte Hoffmeister-Kraut an. Darüber hinaus aber will sie an die Landesbauordnung ran, die von der Immobilienlobby gern für rasant steigende Preise auf dem Wohnungsmarkt verantwortlich gemacht wird. Dem schloss sich Hoffmeister-Kraut an und regt an, Ausnahmeregelungen bei der Fassadenbegrünung oder Radabstellplätzen zuzulassen.

Nicht erst seit Donald Trump sei der Freihandel gefährdet

Baden-Württemberg sei in einer guten Verfassung und nähere sich der Vollbeschäftigung, hatte die Wirtschaftsministerin in ihrem Impulsvortrag erklärt. „Ein Grund zum Zurücklehnen ist das nicht.“ Hoffmeister-Kraut wies auf drei Entwicklungen hin, die Grund zur Sorge sein könnten: Freihandel, Mobilität und Digitalisierung. Nicht erst seit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten sei der Freihandel gefährdet, was ein Exportland wie Baden-Württemberg besonders treffe. Die Digitalisierung verändere die Arbeitswelt. Traditionelle Geschäftsmodelle gerieten unter Druck. Steve Jobs habe erst vor zehn Jahren das iPhone präsentiert. Deutschland habe die erste Phase verloren, doch für die zweite Phase, Stichwort „Industrie 4.0“, habe das Land starke Kompetenzen.

„Der Staat weiß es in der Regel nicht besser“

Auch das Auto und die Mobilität insgesamt müssen neu gedacht werden, zitierte die Wirtschaftsministerin Daimler-Chef Zetsche. Von Quoten für Elektroautos hält sie – wie Zetsche – nichts. „Der Staat weiß es in der Regel nicht besser“, sagte Hoffmeister-Kraut in einem altbekannten Marktvertrauen. Ziel müsse emissionsfreies Fahren sein – nicht E-Mobilität. Es sei keine Lösung, Emissionen vom Auto einfach in die Kraftwerke zu verlagern. „In absehbarer Zeit wird es einen Mix aus verschiedenen Antriebsarten geben und geben müssen.“ Letztlich entscheide der Kunde, warb Hoffmeister-Kraut für Technologieoffenheit und marktwirtschaftliche Lösungen.