Waiblingen

Beinsteiner Kita im Herzen Afrikas

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Celine Dobler verteilt für die Beete des Kindergartens Saatgut an die Kinder. © privat
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Malawi ist ein Binnenland in Ostafrika und grenzt im Norden und Nordosten an Tansania, im Osten, Süden und Südwesten an Mosambik und im Westen an Sambia.

Waiblingen-Beinstein. In Malawi, einem der ärmsten Länder der Erde, hat der Beinsteiner Verein Kumbali vor sechs Jahren einen Kindergarten eröffnet. Mit Erfolg: Im Herbst soll die dritte Gruppe starten. Dann wird die Kumbali-Kita von 120 Kindern besucht, die täglich einen warme Mahlzeit und eine solide Vorbereitung auf die Schule bekommen.

„Kindergarten“ oder „Kindergarden“ – so heißt die Einrichtung auch in Malawi, in dem mehrheitlich Englisch und die Sprache Chichewa gesprochen werden. Sie befindet sich auf dem platten Land außerhalb der Hauptstadt Lilongwe, wo kaum Infrastruktur in Form von befestigten Straßen, fließendem Wasser oder Strom vorhanden ist. Unter solchen schwierigen Bedingungen hat der allein von Ehrenamtlichen getragene Verein aus Beinstein ein kleines Wunder vollbracht.

Als es Michael Strohn in seinem Beruf als Berater für Betrieb und Infrastrukturplanung von Eisenbahnen im Jahr 2009 für einige Wochen ins „warme Herz Afrikas“ verschlug, half seine Frau Grit Wagner-Strohn in der damaligen „Kumbali-Kindergardenschool“ mit und erfuhr, dass sie schließen sollte. Doch ein holländischer Grundbesitzer stellte den Remstälern ein ehemaliges Pferdegestüt zur Verfügung, das zum Kindergarten ausgebaut wurde.

Mit Solarkocher gegen die unnötige Rodung von Bäumen

Mindestens alle zwei Jahre überzeugen sich Grit Wagner-Strohn und andere Vereinsmitglieder vom Erfolg des Projekts. „Die Kinder aus unserem Kindergarten sind in der Schule die besten“, das hört die Vereinsvorsitzende vor Ort immer wieder. Im Kindergarten wird täglich von Müttern gekocht. Mais und Sojabohnen für das Essen bauen die Eltern selbst an. Doch Feuerholz ist Mangelware, die Gegend um die Dörfer Canada Camp und Landscape reichlich abgeholzt – Bodenerosion ist die Folge. „Die Zusammenhänge sind den Leuten dort kaum bewusst“, sagt Grit Wagner-Strohn. Auch energetisch ist das traditionelle Kochen uneffektiv, der Qualm schadet der Gesundheit. Um abzuhelfen, brachten die Beinsteiner diesmal einen Bausatz für einen Solarkollektor mit.

Von Anfang an, damals noch 18 Jahre, engagierte sich die Kinderkrankenschwester Celine Dobler aus Fellbach im Verein. Sie unterwies jetzt die Frauen aus den Dörfern in Fragen der Familienplanung, Verhütung und Hygiene. Wie sich zeigte, waren sie gar nicht schlecht informiert, doch die Männern sehen es oft als Statusfrage an, viele Kinder zu haben. Ein Problem, zumal die Einkünfte der Familien bescheiden und die Schulen von bedingter Qualität sind – es fehlt an Perspektiven. In einem ersten Versuch vergab der Verein Mikrokredite an Kleinunternehmer, um deren Geschäfte in Schwung zu bringen. Nach jetzigem Stand können alle zurückzahlen.

Vorerst zurückgestellt hat der Verein das Vorhaben, den Kindergarten durch eine Grundschule zu ergänzen. Mögen die finanziellen Mittel zur Umsetzung auch mangeln, die gesetzlichen Vorgaben sind dennoch recht hoch. Ein zu kompliziertes Unterfangen, weshalb jetzt alternativ die weitere Kindergartengruppe kommt. Die Warteliste ist lang.


Hier können Sie spenden

Der Verein finanziert sich aus Spenden. Die Eltern der Kindergartenkinder zahlen Beiträge für die Kita, die eigene Lehrerinnen beschäftigt. Spendenkontakt unter www.kumbaliprojekt.de.