Waiblingen

Betrüger unterwegs: Falsche Europol-Anrufe kursieren auch in Waiblingen

Anruf Euopol
Wenn Betrüger am Telefon Daten verlangen, sollten diese niemals herausgegeben werden. © ZVW/Gabriel Habermann

Betrügerische Anrufe oder falsche Polizisten an der eigenen Haustür - es gibt viele Mittel und Wege, mit denen Banden versuchen, an Geld und persönliche Daten zu gelangen. Die neueste Masche aus der Trickkiste der Betrüger macht auch vor der Lokalredaktion Waiblingen nicht halt: Sowohl auf dem Dienstweg als auch auf privaten Mobiltelefonen wurden Redakteurinnen in den vergangenen Wochen von vermeintlichen Europol-Mitarbeitern angerufen. Auf dem Display taucht ganz normal eine deutsche Handynummer auf. Der angebliche Vorwand: Identitätsdiebstahl.

Erkennungsmerkmal: Der Fake-Anruf beginnt mit einer Elektrostimme

„Ihr Ausweis wurde zu kriminellen Zwecken missbraucht“, ertönt es bei Anrufen dieser Art am anderen Ende der Leitung. Eine elektronische Stimme, die einer Bandansage ähnelt, teilt auf Englisch mit, dass eine Verbindung zu einem Europol-Mitarbeiter hergestellt wird. Der Puls erhöht sich, besteht im Alltag der meisten Bürger doch eher seltener Kontakt zur Strafverfolgungsbehörde der Europäischen Union. Vielleicht doch dranbleiben? Nein, von der Redaktion auf die Masche angesprochen, rät die echte Polizei: „Sofort auflegen, nicht zurückzurufen oder sich weiterverbinden lassen.“

Wer das Telefonat weiterführt und womöglich persönliche Daten herausgibt, läuft Gefahr, dieser Daten oder aber Geld beraubt zu werden. Die Pressestelle der auch für Waiblingen zuständigen Polizeidirektion Aalen schildert einen Fall, in dem genau das passiert ist: „Das Opfer erkannte die Betrugsmasche nicht und installierte auf Endgeräten nach Anweisung der Täter ein Fernwartungstool, so dass die Betrüger auf das Telefon des Opfers Zugriff hatten und letztlich Geld vom Bankkonto ins Ausland transferieren konnten.“

Die meisten Menschen reagierten intuitiv richtig, teilt die Polizei mit, sie legten den Hörer schon beim Abspielen der elektronischen Bandansage auf. In einem der Redaktion vorliegenden Fall, in dem die betroffene Person das Telefonat nicht sofort beendete, führte das Gespräch an einem späteren Punkt dennoch zur Skepsis: Die vermeintliche Europol-Mitarbeiterin, die Englisch gesprochen habe, nannte eine Anschrift der „Europol-Zentrale“.

Parallel zum Telefonat suchte die Betroffene über eine Suchmaschine nach der Adresse: ein Hotel in Berlin. Auch die Überprüfung der Telefonnummer, von welcher aus der Anruf einging, führte ins Leere. Sie legte auf. Ob drangeblieben oder nicht: „Die Polizei rät in jedem Fall zur Anzeige.“

556 Anzeigen in der Kategorie „Angebliche Polizeibeamte“ im vergangenen Jahr

Eine Statistik, wie viele Anzeigen allein wegen falscher Europol-Mitarbeiter getätigt wurden, gibt es nicht. In der polizeilichen Kriminalstatistik lassen sich diese Anzeigen der Polizei zufolge „nur in Summe mit den Anzeigen ‘Angebliche Polizeibeamte’ filtern“. Im Jahr 2020 gingen im Polizeipräsidium Aalen 635 solcher Anzeigen ein. Diese Angabe deckt auch den Rems-Murr-Kreis und Waiblingen ab, im Jahr 2021 waren es 556. Für das laufende Jahr kann die Polizei noch keine Angaben machen, teilt jedoch mit: „Nach derzeitigem Stand ist keine Entspannung erkennbar, weshalb mit weiterhin hohen Fallzahlen oder gar Anstiegen zu rechnen ist.“

Die Europol-Anrufe ähneln laut Polizei dem Trick „Falsche Microsoft-Mitarbeiter“, bei dem vermeintliche Angestellte des Software-Entwicklers auf dem Handy anrufen und Betroffenen erzählen, ihr Computer sei von einem Virus befallen. Per Fernwartung, zu deren Installation die betroffene Person aufgefordert wird, gelangen die Betrüger auch bei diesem Trick an Daten und Geld. „Spätestens hier können Sie erkennen, dass die Tricks der verschiedenen Anrufstraftaten ineinandergreifen und keine klare Trennung zulassen“, sagt die Polizei Aalen.

Folgende Tipps sollten beachtet werden, diese und weitere Beratungsangebote sind auch auf der Internetseite der Polizei abrufbar (www.polizei-beratung.de):

  • Seriöse Unternehmen nehmen nicht unaufgefordert Kontakt zu ihren Kunden auf.
  • Geben Sie auf keinen Fall private Daten heraus.
  • Gewähren Sie einem unbekannten Anrufer niemals Zugriff auf Ihren Rechner, beispielsweise mit der Installation einer Fernwartungssoftware.

Betrügerische Anrufe oder falsche Polizisten an der eigenen Haustür - es gibt viele Mittel und Wege, mit denen Banden versuchen, an Geld und persönliche Daten zu gelangen. Die neueste Masche aus der Trickkiste der Betrüger macht auch vor der Lokalredaktion Waiblingen nicht halt: Sowohl auf dem Dienstweg als auch auf privaten Mobiltelefonen wurden Redakteurinnen in den vergangenen Wochen von vermeintlichen Europol-Mitarbeitern angerufen. Auf dem Display taucht ganz normal eine deutsche

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