Waiblingen

Betriebsärzte impfen bei Stihl in Waiblingen – bei halber Auslastung

Impfen bei Stihl
Das Impfzentrum in der Gemeindehalle Neustadt funktioniert vom Ablauf her genau wie die Kreisimpfzentren. © Benjamin Büttner

Schon viele hat die Suche nach einem Corona-Impftermin mürbe gemacht. Für die Mitarbeiter bestimmter Firmen gibt es seit dieser Woche neben Impfzentren und Arztpraxen eine dritte Möglichkeit, eine Spritze zu ergattern: Betriebsärzte haben das Impfen begonnen. Für die Stihl-Belegschaft wurde die Neustadter Gemeindehalle in ein Impfzentrum umfunktioniert. Dieses kämpft mit altbekannten Problemen: Die Nachfrage ist groß, der Impfstoff knapp.

Ayhan Yayla arbeitet in der Montage und hat gerade die Erstimpfung hinter sich gebracht. „Seit ich vor etwas mehr als einem Monat erfahren habe, dass Stihl Mitarbeiter impfen wird, habe ich darauf vertraut, das es klappt und mich sonst um keinen Termin bemüht.“ Tatsächlich kam er schnell zum Zug. Vermutlich schneller, als es auf anderen Weg geklappt hätte. Ähnlich die 19-jährige Alessa Pagliara: Auch sie profitiert davon, dass die Montage zu den Bereichen gehört, die priorisiert Termine bekommen können. Sie sieht in der Impfung „nur Vorteile“, obwohl sie nie Angst hatte, sich am Arbeitsplatz anzustecken: „Wir tragen alle Masken, und die Abstände werden eingehalten.“

Priorisierung für Montage und Produktion

Die Terminvergabe erfolgt, angepasst an die Arbeitszeiten der Abteilungen, über Zeitfenster. Mitarbeiter wie etwa die aus der Montage, die keinen Zugang zu Rechnerplätzen haben, melden sich direkt beim Vorgesetzten an. In der Regel sind es auch diese Bereiche, die nicht die Option haben, im Home Office zu arbeiten. Sie erhalten entsprechend große Kontingente an Impfterminen. Was aber nicht bedeutet, dass für die Verwaltung keine Termine mehr übrig sind – auch sie hat ihre Kontingente.

„Die Termine sind in wenigen Minuten vergeben“, sagt Christin Thieme von der organisatorischen Leitung des Betriebsimpfzentrums. „Die Nachfrage ist erheblich größer als das Angebot an Impfstoff“, ergänzt ihr Kollege Tobias Haller. Obwohl Geduld gefragt ist: Unterm Strich ist es für die Mitarbeiter leichter, einen Impftermin bei den Betriebsärzten zu bekommen als beim Hausarzt oder im Kreisimpfzentrum.

Betrieb hat keine Übersicht über die Impfquote

Auf bis zu 300 Impfungen pro Tag ist die Gemeindehalle mit ihren vier Impfstraßen ausgelegt. Die Kapazität ist zwar bei weitem nicht ausgeschöpft, aber immerhin 140 waren es am Mittwoch (9. Juni). Wie schnell die Impfungen vorankommen, liegt wie fast überall an einem entscheidenden Faktor: an der Menge des verfügbaren Impfstoffs. Wie viel geliefert wird, erfahren die Organisatoren erst kurzfristig am Ende der Woche, was dazu führt, dass die Termine nur sehr kurzfristig fixiert werden können. Diese Woche ist Stihl am Standort Waiblingen-Neustadt mit Biontech versorgt worden.

Impfkampagne wird wohl Wochen dauern

Kleinere Stihl-Betriebsimpfzentren wurden auch in anderen Standorten, etwa in Ludwigsburg, eingerichtet. Klar scheint, dass die Impfkampagne beim Motorsägenhersteller, abhängig von der Verfügbarkeit des Impfstoffs, sich über Wochen ziehen wird, bis der Bedarf gedeckt ist.

Impfzwang besteht nicht, versichert Markus Eckstein, Leiter Interne Services und Compliance. Die Firma frage auch nicht ab, wer geimpft ist beziehungsweise sich impfen lässt. „Die Daten bleiben hier im Impfzentrum.“ Die betrieblichen Corona-Regeln gelten unabhängig von der Impfquote, die so keiner kennen kann. Warum dann der Aufwand? „Wir wollen einen Beitrag leisten, dass wir aus dieser Pandemie herauskommen.“ Wenn diese dann lockerere Regeln durch den Gesetzgeber zulässt, umso schöner für alle – und auch für die Stihl-Mitarbeiter.

Schon viele hat die Suche nach einem Corona-Impftermin mürbe gemacht. Für die Mitarbeiter bestimmter Firmen gibt es seit dieser Woche neben Impfzentren und Arztpraxen eine dritte Möglichkeit, eine Spritze zu ergattern: Betriebsärzte haben das Impfen begonnen. Für die Stihl-Belegschaft wurde die Neustadter Gemeindehalle in ein Impfzentrum umfunktioniert. Dieses kämpft mit altbekannten Problemen: Die Nachfrage ist groß, der Impfstoff knapp.

Ayhan Yayla arbeitet in der Montage und hat

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