Waiblingen

Bilanz des Karo nach vier Jahren

Indoor Waiblingen Familienzentrum Karo. Indoor-Spielplatz mit Spiellandschaft für Kleinkinder und Treff für Mütter
Der Indoor-Spielplatz mit Spiellandschaft für Kleinkinder und Treff für Mütter im Karo. © Benjamin Buettner

Waiblingen. Für junge Familien ist das „Karo“ die Anlaufstelle schlechthin in Waiblingen. Seit seiner Gründung hat sich das Familienzentrum in der alten Karolingerschule zu einem Erfolgsmodell entwickelt, von dem die zehn beteiligten sozialen Einrichtungen ebenso profitieren wie die Haupt-Zielgruppe: Eltern und Kinder.

Bei Pro Familia, früher fast unauffindbar in einem Winkel des Bürgermühlenwegs untergebracht, hat sich die Zahl der Veranstaltungen und Teilnehmer verdoppelt bis verdreifacht. Die große Familienbildungsstätte bietet 25 Prozent mehr Kurse und Veranstaltungen, konnte die Teilnehmerzahl um 17 Prozent steigern. Mit der neuen modernen Küche kann die FBS eine ihrer Kernkompetenzen erst richtig erfüllen: Im Bereich Gesundheit und Ernährung für Kinder und Erwachsene steht eine Steigerung um 140 Prozent zu Buche. „Das markante Gebäude im Herzen der Stadt hat sich zu einem beliebten Anlaufpunkt in Waiblingen entwickelt“, sagt Karo-Geschäftsführer Holger Sköries.

Erwartungen erfüllt

Rückblende: Nur fünf Jahre ist’s her, da befanden sich die Familienbildungsstätte, das Frauenzentrum, Pro Familia, der Tageselternverein und ähnliche Institutionen verstreut über die Stadt. Überwiegend in beengten, sanierungsbedürftigen Räumen. Als die Kinder aus der alten Karolingerschule umzogen in Richtung Staufer-Schulzentrum, entstand eine zündende Idee: warum nicht alle Anbieter, die sich um Familien kümmern, unter einem Dach zusammenführen? Allen Bedenken zum Trotz wurde der Plan Realität, nach mehrjähriger Vorlaufzeit zogen im Juli 2013 die ersten Nutzer ein und im September durchschnitten OB Andreas Hesky und die damalige Sozialministerin Katrin Altpeter das rote Band zur Eröffnung. Nun zeigt eine erste umfassende Bilanz: Die Erwartungen wurden erfüllt – wie obige Zahlen belegen.

Hauptmieter mit eigenen Räumen sind die FBS, die „Frauen im Zentrum“, Pro Familia und der Tageselternverein. Andere Organisationen sind mit Veranstaltungen oder regelmäßigen Sprechstunden präsent und nutzen das „Themenbüro“. Die Informationstheke am Eingang ist der erste Anlaufpunkt im Haus – und sie ist tatsächlich besetzt. Meist mit einer Mitarbeiterin der FBS, geringfügig Beschäftigten oder Ehrenamtlichen. Die Hebammensprechstunde mit dem Treffpunkt „Caféchen“ bietet Müttern mit Kleinkindern zweimal wöchentlich fachkundige Beratung und ungezwungenen Austausch. Im Rahmen der Willkommensbesuche bei Familien mit Neugeborenen kommen geschulte Ehrenamtliche jährlich in rund 400 Familien, um über Hilfen, Kurse und Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren. Und es gibt „Wellcome“, die praktische Hilfe nach der Geburt: Ehrenamtliche wachen über Babys Schlaf, damit die Mutter sich regenerieren kann.

Doppelt so viele Eltern mit Babys wie früher

Klar ist: Für die Hauptmieter haben sich Arbeitsräume und -situation verbessert, ebenso die Präsenz in der Stadt. Die FBS erreicht bestimmte Zielgruppen besser als zuvor in der Karlstraße, die Besucher sind laut Sköries „internationaler und inklusiver“ geworden. Familien in unterschiedlichen Lebenslagen liegen den Macherinnen besonders am Herzen. Umso größer die Freude über den seit Einzug verdoppelten Besuch von Eltern mit Babys. Im gemeinsamen Haus mit vernetzten Strukturen intensivierten sich Kooperationen und der Informationsaustausch, Lücken im Angebot konnten zum Wohl der Familien geschlossen werden.

„Die Absprachen zur gemeinsamen Raumnutzung funktionieren gut, und die gemeinsame Nutzung der Infrastruktur wie Küche und Lagerräume ist sinnvoll“, ist entsprechend von Pro Familia zu hören. Schon fast vergessen ist der alte, engstirnige Konflikt zwischen Volkshochschule und Familienbildungsstätte um Programm-Pfründe, der zu teuren Doppelstrukturen führte. „Dieses historisch einmal vorhandene Problem ist heute gelöst“, sagt Bürgermeisterin Christiane Dürr.


Zehn Mitglieder

Träger ist der Dachverband Karo Familienzentrum Waiblingen.

Die Caritas Ludwigsburg-Waiblingen-Enz wurde zum 1. Mai 2015 als zehntes Mitglied aufgenommen.  Die weiteren Mitglieder sind die Stadt Waiblingen, der Deutsche Kinderschutzbund Kreisverband Schorndorf-Waiblingen, die Diakonie Stetten, die Familienbildungsstätte Waiblingen, die „Frauen im Zentrum“ (Fraz), der Kreisdiakonieverband Rems-Murr, das Kreisjugendamt Rems-Murr, Pro Familia sowie der Tageselternverein Waiblingen und Umgebung.

Geschäftsführer ist Holger Sköries.