Waiblingen

Blitzer am Hegnacher Ortsausgang bleibt umstritten

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Wer hier 50 fährt, bekommt ein unvorteilhaftes Foto. © ZVW/Gabriel Habermann

Waiblingen.
Durchschnittlich 90 Autofahrer pro Tag werden allein am Ortsausgang von Hegnach in Richtung Remseck geblitzt. Nirgendwo sonst in Waiblingen werden so viele Bußgelder wegen zu schnellen Fahrens verhängt wie an diesem Abschnitt, an dem Tempo 30 gilt. Nur logisch, dass der Standort zu den umstrittensten weit und breit gehört, ganz besonders wegen des Umstands, dass nur wenige Meter nach der Blitzersäule am Ortsausgangsschild wieder 50 Stundenkilometer zulässig sind. Alles reine Abzocke, wie viele Geblitzte vermuten?

„Eine Gefahrenlage in diesem unbebauten Gebiet liegt nicht vor“, wirft zum Beispiel ein betroffener Autofahrer dem Rathaus vor und droht sogar, Klage beim Verwaltungsgericht einzureichen. Die Frage drängt sich auf: Steht der Blitzer noch innerorts? Aus Sicht durchfahrender Autofahrer nicht, denn sie blicken links und rechts ins Grüne. Das stellt sich ganz anders dar, blickt man mit einer Luftaufnahme auf die Situation: Links befindet sich das Wohngebiet am Hartwald, rechts das an der Aldinger Straße. Um die Anwohner dort vor Lärm zu schützen, hat die Stadt Waiblingen im Herbst 2016 eine Poliscan-Blitzersäule aufstellen lassen.

Verstehen muss der Fahrer nicht, aber sich ans Limit halten

Davor wurde häufiger mit Hilfe mobiler Geräte die Geschwindigkeit überwacht, was ebenfalls nicht gerade auf Akzeptanz stieß. Es haben sogar schon geblitzte Fahrer beim Kieswerk umgedreht, um mit den Vollzugsdienst-Mitarbeitern vor Ort zu streiten. Von Anwohnern wiederum war schon länger zu hören, dass Autofahrer gleich nach der Einmündung zur Hauptstraße – also dem heutigen Kreisverkehr - und erst recht nach dem Ortschild lautstark in Richtung Remseck beschleunigen.

Fast 25 000 Verstöße in Fahrtrichtung Remseck registrierte der Blitzer von Januar bis Ende September dieses Jahres. Das sind mehr als im gesamten Jahr 2018 am Bundesstraßen-Teiler. Zwar schlägt der rote Blitz längst nicht mehr so häufig zu wie im Herbst 2016, doch noch immer kommen beim Rathaus angesichts der weiter hohen Zahl von Verstößen entsprechend viele Einlassungen gegen Bußgeldbescheide an, bestätigt der Fachbereich Bürgerdienste. Um einen Alleingang der Stadt handelt es sich bei Blitzer und Tempo 30 freilich nicht, zwingende Voraussetzung dafür war die Genehmigung des Regierungspräsidiums Stuttgart. Wegen der hohen Verkehrsdichte im Nordosten Stuttgarts suche sich ein Teil davon den Weg durch die Peripherie - unter anderem durch Hegnach. Als „nicht realisierbar“ seien von Stuttgart aus aber Waiblinger Bemühungen eingestuft wurden, die Anwohner durch eine andere Verkehrsführung zu schonen.

Ob alle Autofahrer jede Verkehrsregelung oder Tempo-Einschränkung auf Anhieb verstehen und akzeptieren, ist laut Oliver Conradt vom Fachbereich Bürgerdienste nicht entscheidend. Sie müssten sich dennoch daran halten. Tempo 30 verhängt die Stadt nicht nur in Wohngebieten mit reinem Zielverkehr und nicht nur an Unfallschwerpunkten, sondern auch in Ortskernen mit erhöhtem Verkehrsaufkommen wie etwa in der Mitte von Hohenacker oder eben zum Schutz der Anwohner vor Lärm und Abgasen. Genau das ist der Grund im Fall der Hegnacher Neckarstraße. Damit die Autofahrer nicht allzu leicht verleitet werden, aufs Gaspedal zu drücken, wurde die Neckarstraße im Lauf der vergangenen vier Jahre mit viel Aufwand umgebaut. Allein der dritte Bauabschnitt, der Ende September endete, dauerte sechs Wochen und kostete rund 550 000 Euro. Laut einer Verkehrszählung vom April fahren auf der Neckarstraße durchschnittlich 16 561 Fahrzeuge täglich. Davon waren 1690 Lkw.

Waiblingen.
Durchschnittlich 90 Autofahrer pro Tag werden allein am Ortsausgang von Hegnach in Richtung Remseck geblitzt. Nirgendwo sonst in Waiblingen werden so viele Bußgelder wegen zu schnellen Fahrens verhängt wie an diesem Abschnitt, an dem Tempo 30 gilt. Nur logisch, dass der Standort zu den umstrittensten weit und breit gehört, ganz besonders wegen des Umstands, dass nur wenige Meter nach der Blitzersäule am Ortsausgangsschild wieder 50

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