Waiblingen

Bosch Healthcare aus Waiblingen und die "starke Waffe gegen die Pandemie"

ultraschnelle PCR-Tests
Vivalytics-Geräte zur Schnelltest-Analyse im Bürgerzentrum Waiblingen. © Benjamin Büttner

Bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie spielen die Produkte eines Waiblinger Unternehmens von Anfang an eine große Rolle: Bosch Healthcare Solutions. Bereits Mitte März 2020 wurde ein PCR-Test präsentiert, der das Virus Sars-CoV-2 nachweisen konnte. „Damit waren wir die Ersten, die automatisiert einen PCR-Test außerhalb des Labors anbieten konnten“, sagt Geschäftsführer Marc Meier. Mitte 2020 kam ein weiterer Test hinzu, der das Virus schon in weniger als 40 Minuten detektieren konnte. Und es kam ein weiterer Test, mit welchem mehrere Proben „gepoolt“, also zusammengefasst werden können.

„Wir haben uns stark an der Pandemie orientiert, unsere Produkte angepasst und sie schnell den Kunden zur Verfügung gestellt“, blickt Marc Meier auf den bisherigen Verlauf der Krise zurück. Dadurch seien Infektionsketten schneller durchbrochen und die Anzahl der Ansteckungen reduziert worden. Die PCR-Tests hätten sich als „starke Waffe“ gegen die Ausbreitung des Virus erwiesen.

PCR-Tests sind "unschlagbar"

Im Waiblinger Bürgerzentrum gibt es seit dem Frühjahr die Möglichkeit, im Fall eines positiven Antigen-Schnelltests das Ergebnis mittels eines PCR-Tests von Bosch Healthcare zu überprüfen. Immer mehr Apotheken stellen Vivalytics-Geräte bei sich auf, berichtet Marc Meier. Da sie schnell und einfach zu bedienen seien, mache das Beispiel des Schnelltestzentrums beim Bürgerzentrum Schule. „Die Zuverlässigkeit des PCR-Tests ist einfach unschlagbar“, meint der Geschäftsführer. „Die Antigen-Schnelltests kommen da nicht ran, deshalb werden die schnellen PCR-Tests weiter hochattraktiv sein.“ Die Corona-Schnelltests von Bosch haben nach Unternehmensangaben eine Sensitivität von 98 Prozent und eine Spezifität von 100 Prozent. Die Tests suchen nach speziellen Gen-Sequenzen, die spezifisch für Sars-CoV-2 sind. Das bedeutet: Alle bisherigen Mutanten, ob britische, südafrikanische oder die zuerst in Indien entdeckte Delta-Variante, können von dem Vivalytics-System laut Marc Meier sicher erkannt werden. „Wir sind uns relativ sicher, dass sie auch zukünftige Varianten erkennen, solange sich an den Ziel-Sequenzen nichts ändert.“ Das sei bei Antigen-Tests nicht unbedingt der Fall.

„Man wusste, dass Pandemien ein Thema werden können“

Zwar kamen die PCR-Tests von Bosch Healthcare kurz nach Beginn der Pandemie auf den Markt. Doch schon zuvor steckten rund zehn Jahre Forschung und Entwicklung in den Geräten. Eine Glaskugel, mit der sich die aktuelle Pandemie hätte voraussehen lassen können, hatten die Waiblinger Medizintechnik-Spezialisten natürlich nicht. Aber: Die Forschung und Vorausentwicklung bei Bosch blicke grundsätzlich weit in die Zukunft und versuche zu eruieren, wo die Kernkompetenzen von Bosch im Bereich der Automatisierung, Mikrosystemtechnik, Sensortechnologie und Vernetzung den meisten Nutzen bringen können. Zudem wurde die Medizintechnik als Wachstumsmarkt mit vielen potenziellen Anwendungen entdeckt. PCR-Tests waren damals recht neu. „Natürlich konnten wir nicht die jetzige Pandemie vorhersehen“, meint Marc Meier, „aber man wusste, dass Pandemien in Zukunft ein Thema werden können.“ Ein bisschen Zufall habe mit dafür gesorgt, dass genau zum richtigen Zeitpunkt das richtige System bereitstand.

Risiko-Patienten mieden den Arztbesuch

Auch das Engagement von Bosch Healthcare Solutions in der Asthma-Therapie zahlt sich während der Corona-Pandemie besonders aus: Vivatmo ist nach Angaben von Bosch Healthcare das erste System weltweit, mit dem Asthmatiker ihr Asthma-Management selbst durchführen können. Das Gerät misst den Biomarker FeNO, der anzeigt, wie stark die Lunge entzündet ist. Damit kann der Patient die Medikation passgenau einstellen. Der Arzt kann die Daten als Basis für die Therapieplanung nutzen und die Medikamenten-Einstellung überwachen. Das „Vivatmo-me“ als Patientengerät sei gerade auch während der Corona-Pandemie wichtig geworden, weil viele Asthmatiker, die wegen ihrer Erkrankung zur Risikogruppe gehören, Arztbesuche aus Angst vor Ansteckung vermieden.

Umzug ins Bosch-Hochhaus noch in diesem Jahr

Der nächste Schritt bei der Digitalisierung führt ins Feld der künstlichen Intelligenz. Derzeit plant Bosch Healthcare, Algorithmen in die Systeme zu integrieren, die auf Grundlage künstlicher Intelligenz entstanden sind. Gewissermaßen „lernen“ die Geräte und passen die Algorithmen anhand immer wieder neuer Daten an. Den Hausarzt ersetzen wird die künstliche Intelligenz in der nahen Zukunft nicht – und wohl auch nicht in der ferneren. Sie soll aber Hausärzten helfen, gemeinsam mit den Patienten die richtigen Maßnahmen einzuleiten.

Mitarbeiter aus der Mobilitätssparte

In Waiblingen befindet sich der Hauptsitz von Bosch Healthcare mit allen wesentlichen Funktionen wie Entwicklung, Fertigung, Vertrieb und administrativen Tätigkeiten. Noch sitzen die Medizintechniker auf dem Grundstück von Syntegon an der Stuttgarter Straße. Noch in diesem Jahr soll der Umzug ins Hochhaus beim Kunststoffwerk an der Alten Bundesstraße erfolgen, das gerade weithin sichtbar saniert wird. Dort werden dann vollends alle Funktionen von Bosch Healthcare Solutions in Deutschland ansässig sein. Mehr als 200 Mitarbeiter sind in Waiblingen beschäftigt. Tendenz steigend. Die Pandemie bescherte dem Unternehmen steigende Umsätze, neue Arbeitsplätze wurden geschaffen – die teilweise auch mit Mitarbeitern aus der Mobilitätssparte von Bosch besetzt wurden.

Bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie spielen die Produkte eines Waiblinger Unternehmens von Anfang an eine große Rolle: Bosch Healthcare Solutions. Bereits Mitte März 2020 wurde ein PCR-Test präsentiert, der das Virus Sars-CoV-2 nachweisen konnte. „Damit waren wir die Ersten, die automatisiert einen PCR-Test außerhalb des Labors anbieten konnten“, sagt Geschäftsführer Marc Meier. Mitte 2020 kam ein weiterer Test hinzu, der das Virus schon in weniger als 40 Minuten detektieren konnte. Und

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