Waiblingen

Buchhandlung "Taube" am Waiblinger Markplatz stellt wieder auf Click and Collect um

Einkaufstag
Markus Schneider in der Buchhandlung „Taube": Vor einer Woche sah alles noch ganz anders aus (Archivfoto). © ZVW / Alexandra Palmizi

Vor nur einer Woche war Markus Schneider, Inhaber der Buchhandlung „Taube“ , noch nahezu wunschlos glücklich:  Anders als viele andere Geschäfte in der Waiblinger Innenstadt musste er vorerst noch nicht wieder auf Click and Collect umsteigen: Buchläden galten da noch als Geschäfte des alltäglichen Bedarfs.

„Seit der Buchhandel ein Upgrade erfahren hat: Bücher werden nun, wie auch Blumen, als lebensnotwendig anerkannt und sind Nahrungsmitteln gleichgestellt“, sagte Markus Schneider vor einer Woche unserer Redaktion. Diese Freude währte aber nicht lange: Der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim hat am 24. März entschieden, dass  die Sonderstellung des Buchhandels in der Corona-Verordnung dem Gleichbehandlungsgrundsatz widerspricht. Ein Möbelhaus hatte deswegen geklagt. 

Ab jetzt sind die Türen wieder zu

Bis  Montag, 29. März, hatte das Gericht der Landesregierung Zeit gegeben, auf das Urteil zu reagieren und nachzujustieren. Das hat das Land mit der neuesten Corona-Verordnung vom 28. März getan: Buchhandlungen dürfen seit Montag nur noch Click and Collect oder – in Landkreisen mit einer 7-Tage-Inzidenz unter 100 – Click and Meet anbieten. Davon ist natürlich auch die Buchhandlung "Taube" betroffen. Inhaber Markus Schneider nimmt diese neue Einschränkung erstaunlich gelassen an: "Wir sind ja da", sagt er. "Es ist halt wieder die Türe zu." 

In der "Taube" können Kunden ihre online vorbestellten Bücher während der ganz normalen Öffnungszeiten abholen. Dadurch sollen sich die Käufer nicht in ihrem gewohnten Tagesablauf eingeschränkt fühlen, erklärt Schneider. Ob die erneute Verschärfung der Corona-Regeln im Bereich Buchhandlungen vernünftig ist oder nicht, könne er nicht bewerten. "So geht es uns doch gerade allen: Niemand ist mehr in der Lage zu beurteilen, was im Moment vernünftig ist und was nicht vernünftig ist."

Aggressive Corona-Mutationen: Ladenschließung ist wahrscheinlich sinnvoll

In Hinblick auf die aggressiveren Mutationen des Virus sei es jedoch einleuchtend, dass die Kontakte weiterhin beschränkt werden. "Daher macht es wahrscheinlich Sinn, Läden wieder auf Click and Collect umzustellen."

Das Team der "Taube" sei auf dieses Konzept schon gut vorbereitet: "Das haben wir ja über viele Monate geübt", so Markus Schneider. Zusätzlich zur Abholung in der Buchhandlung gibt es auch weiterhin den "Taubenexpress": Für Kunden, die nicht in die Stadt kommen können oder wollen, liefert das Geschäft die bestellten Bücher bis vor die Haustür. Zu Fuß, mit dem Fahrrad, manchmal auch mit dem Auto. Damit dieser Service nicht zu zeitaufwendig wird, fasst die "Taube" die Buchbestellungen zusammen und liefert dann gebündelt aus - ein bisschen wie die Post, nur mit Büchern. 

In dieser schweren Zeit sind die Kunden eine große Stütze, findet Markus Schneider. Als sie vor einigen Wochen wieder öffnen dürfen, hätten sie ganz viel Schokolade und Blumen geschenkt bekommen, erzählt er. Jetzt, wo die Türen wieder geschlossen bleiben müssen, hat es wieder Schokolade gegeben.

Die Menschen nehmen den Einzelhandel wegen Corona anders wahr

Corona habe den Blick der Menschen auf den lokalen Einzelhandel verändert, glaubt der Inhaber: "Ich habe das Gefühl, dass viele Kundinnen und Kunden auf ihre Händler aufmerksam geworden sind." Dass viele Waiblinger Firmen einen Onlineshop haben, hätten viele vorher gar nicht gewusst - jetzt schon. "Wir bekommen auch so viele positive Rückmeldungen von Kundinnen und Kunden: Die sagen uns, dass wir wichtig sind."

Diese schönen Gesten seien für ihn in gewisser Weise wichtiger als der Umsatz. Der hat in den vergangenen Monaten natürlich gelitten. "Wir sind durch die ersten zwei Lockdowns mit zwei blauen Augen gekommen", sagt Markus Schneider. Ein dritter Lockdown könnte problematisch werden: "Ein drittes Auge habe ich nicht." Trotzdem bleibt er vorerst optimistisch. "Wir gehen nicht weg, wir wursteln so vor uns hin." Immerhin mussten die Mitarbeiter der Buchhandlung bis jetzt noch nicht in Kurzarbeit gehen. "Wir freuen uns auf den Samstag nach Corona", fasst Schneider scherzhaft zusammen. 

Vor nur einer Woche war Markus Schneider, Inhaber der Buchhandlung „Taube“ , noch nahezu wunschlos glücklich:  Anders als viele andere Geschäfte in der Waiblinger Innenstadt musste er vorerst noch nicht wieder auf Click and Collect umsteigen: Buchläden galten da noch als Geschäfte des alltäglichen Bedarfs.

„Seit der Buchhandel ein Upgrade erfahren hat: Bücher werden nun, wie auch Blumen, als lebensnotwendig anerkannt und sind Nahrungsmitteln gleichgestellt“, sagte Markus Schneider vor

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