Waiblingen

„Bunt statt Braun“ 2022: Querdenker im Fokus - und sieben Bands beim Festival

Bunt statt braun
Archivfoto © Kulturhaus Schwanen

Anfang Juli 2022 findet in Waiblingen wieder die „Bunt statt Braun“-Jugendkulturwoche statt. Es geht etwa darum, „wie Parallelwelten und Verschwörungsmythen entstehen und funktionieren und was Schwarz-Weiß-Denken bewirkt“, so das Kulturhaus Schwanen. Beim „Bunt statt Braun Festival“ spielen zum Abschluss sieben Bands.

„Wir sind hoffentlich am Ende der Corona-Krise angelangt“, sagt Cornelius Wandersleb vom Schwanen. „Die Problematik, die sich in ihrem Verlauf aufwarf, von Straftaten gegen Polizeibeamte über Verschwörungsmythen bis hin zu Entsolidarisierungstendenzen, hat es vorher schon gegeben. Sie sind nun aber wie in einem Brennglas sichtbar geworden und werden gesellschaftlich noch über eine lange Zeit hinweg aufgearbeitet werden müssen.“

Vortrag von ZVW-Journalist Alexander Roth

„Was uns verbindet“ lautet das Motto der Veranstaltungsreihe, die 2005 aufgelegt wurde und heuer von Montag, 4. Juli, bis Samstag 9. Juli zum siebzehnten Mal im Schwanen stattfindet. Nun hat Wandersleb mit Mona Franke von der Fachstelle „DeRex“ (Demokratieförderung und Rechtsextremismusprävention) des Kreisjugendamtes das Programm vorgestellt:

  • Eröffnet wird „Bunt statt Braun“ 2022 am Montag, 4. Juli, um 19 Uhr mit einem Kurzvortrag von Alexander Roth, dem stellvertretenden Leiter der ZVW-Online-Redaktion, der über Themen wie Rechtsextremismus, Querdenker und Verschwörungserzählungen berichtet. Unter dem Titel „Gesellschaft mit begrenzter Haltung“ wird er ausführen, warum eine der Lehren der Corona-Krise darin bestehen muss, dass es wichtiger denn je ist, sich unsere gemeinsamen Werte bewusstzumachen und zu lernen, zu verteidigen, was die Gesellschaft verbindet und - so die Vorankündigung - „wieso es manchmal etwas Intoleranz braucht, um als Gesellschaft tolerant zu bleiben“.
  • Gleichzeitig wird am Montag die Plakat-Ausstellung „Corona - Gefahr, Krise oder Chance für die Gesellschaft?“ eröffnet. Die Plakate stammen von Schülern, die bei einem Wettbewerb gewonnen hatten, aber auch vom Kolping-Berufskolleg für Grafik-Design in Stuttgart. Die Ausstellung im 1. Obergeschoss des Schwanen ist dann bis zum 27. Juli zu sehen.
  • Höhepunkt und krönender Abschluss der Woche wird das inzwischen schon legendäre „Bunt statt Braun Festival“ am Samstag, 9. Juli. Nach den positiven Erfahrungen des vergangenen Jahres, so Wandersleb, wird es wiederum nicht im Saal des Schwanen, sondern als Open-Air-Veranstaltung auf der Schwaneninsel stattfinden. Auf der Bühne werden zwischen 18 und 23 Uhr sieben junge Bands auftreten, um musikalische Zeichen für Vielfalt und gegen Rassismus, Ausgrenzung und Gewalt zu setzen. Bei den Bands handelt es sich um die Schulbands der Winnender Albertville-Realschule, der Gemeinschaftsschule Korb, der Hermann-Hesse-Realschule Schmiden und der Bürgfeld-Gemeinschaftsschule Welzheim sowie um drei junge Bands, die nach einem deutschlandweiten Bewerbungsverfahren den Zuschlag erhielten. Sie sollen noch bekanntgegeben werden. Das Festival wird laut Cornelius Wandersleb - anders als früher - nicht in Form eines Wettbewerbs organisiert sein, sondern allen drei außerschulischen Bands winke ein betreuter Tag in einem professionellen Tonstudio.

Zwischen diese beiden Klammern hat das „Bunt statt Braun“-Team ein breitgefächertes Angebot an Filmaufführungen, Workshops, Ausstellungen und Vorträgen gepackt, das sich an Kinder und Jugendliche der Klassen 4 bis 12 richtet und Themen wie Hatespeech, Antisemitismus, Rassismus, Rechtsextremismus und Verschwörungsmythen bearbeitet.

  • Im Kameralamt läuft parallel die Ausstellung „Echokammer für Gleichgesinnte“ der Waiblinger Künstlerin Leonie Lass. Sie bietet im Rahmen von „Bunt statt Braun“ in Kooperation mit der Kunstschule Unteres Remstal einen dreistündigen Workshop für Schülerinnen und Schüler ab Klasse 7 an. „Echokammern“ aus dem Alltag, zum Beispiel aus den sogenannten sozialen Netzwerken, werden hier in plastische Gebilde übersetzt.
  • Am Mittwoch, 6. Juli, hält die Pädagogin Sarah Pohl um 19 Uhr den Vortrag „Alles Spinner oder was?! Wie Sie mit Verschwörungsgläubigen umgehen“. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Eintritt: 3 Euro. Pohl leitet die Zentrale Beratungsstelle für Weltanschauungsfragen Baden-Württemberg. Sie beleuchtet laut dem Schwanen „psychologische Perspektiven für den Glauben an Verschwörungstheorien“ und stellt „Strategien für ein friedvolleres Miteinander trotz Meinungsverschiedenheiten“ vor.
  • Ebenfalls am Mittwoch, 6. Juli, führt die Württembergische Landesbühne Esslingen das Theaterstück „Kriegerin“ auf. Darin geht es um eine junge Rechtsextreme und ihren Ausstieg aus der gewaltbereiten Szene. Die Aufführung richtet sich an Schulklassen und ist mit einem Gespräch verbunden. Schon ab 20. Juni können sich Schulklassen außerdem in einem Workshop auf den Theaterbesuch vorbereiten. Anmeldung per E-Mail unter koch@wlb-esslingen.de.
  • Am Donnerstag, 7. Juli, können Erwachsene und ältere Jugendliche am Workshop „Deutsche haben Holzgesichter! Mimik und Körpersprache - ein deutsch-arabischer Austausch“ teilnehmen. Geleitet wird er von Katrin Gratz, Ethnologin und Interkulturelle Trainerin, und Naser El Bardanohi, Autor und Kulturraumreferent. Beginn 18.30 Uhr, Eintritt 3 Euro, keine Anmeldung nötig.

Anfang Juli 2022 findet in Waiblingen wieder die „Bunt statt Braun“-Jugendkulturwoche statt. Es geht etwa darum, „wie Parallelwelten und Verschwörungsmythen entstehen und funktionieren und was Schwarz-Weiß-Denken bewirkt“, so das Kulturhaus Schwanen. Beim „Bunt statt Braun Festival“ spielen zum Abschluss sieben Bands.

„Wir sind hoffentlich am Ende der Corona-Krise angelangt“, sagt Cornelius Wandersleb vom Schwanen. „Die Problematik, die sich in ihrem Verlauf aufwarf, von Straftaten

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