Waiblingen

Car-Sharing in Waiblingen: Stadtwerke nutzen Corona-Rettungsschirm nicht

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Bild aus der Zeit vor Corona: Zwei Car-Sharing-Elektroautos der Stadtwerke präsentieren der Waiblinger Oberbürgermeister Andreas Hesky, Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Schöller und Horst Graef (Deer Mobility) im März 2019. © Andreas Kölbl

Mit dem Rettungsschirm Car-Sharing sollen Anbieter in Baden-Württemberg die Corona-Zeit besser überstehen können. Die Stadtwerke Waiblingen nutzen ihn für ihre beiden Elektroautos aber nicht – im Gegensatz zum Mitwettbewerber Stadtmobil, der auf das Angebot seit Sommer 2020 zurückgreift. Dieser will 2021 auch weiter in den Standort Waiblingen investieren. Unsere Redaktion hat beide Anbieter gefragt, wie das Geschäft in der Corona-Pandemie läuft.

Die Stadtwerke Waiblingen haben zwei Elektroautos vom Typ Renault Zoe, die sie in Kooperation mit der Deer GmbH aus Calw am Bahnhof und in der Tiefgarage Alter Postplatz anbieten. „An beiden Standorten haben wir regelmäßige Buchungen“, teilt Bernhard Zipp, Bereichsleiter Technik, auf Nachfrage mit. Die Fahrzeuge seien mehrere Tage im Monat gebucht. „Am Standort Alter Postplatz haben wir tendenziell mehr Buchungen.“ Zipp vermutet, dass dies daran liegt, dass dieser zentraler liegt und besser zu erreichen ist.

Den ersten Lockdown spürten die Stadtwerke Waiblingen – den zweiten nicht

Durch Corona kam es gleichwohl seit März 2020 zu einem Einbruch des Car-Sharing-Geschäfts der Stadtwerke – aber nicht durchgängig. „Der erste Lockdown im März 2020 hat sich bemerkbar gemacht. Bis in den Sommer hatte sich die Situation wieder stabilisiert. Der zweite Lockdown im Dezember 2020 hatte keine Auswirkungen mehr“, erläutert Bernhard Zipp.

Weitere Car-Sharing-Standorte planen die Stadtwerke Waiblingen derzeit nicht

In Waiblingen sind nach Angaben der Stadtwerke derzeit keine weiteren konkreten Standorte für Car-Sharing-Fahrzeuge geplant. „Bei konkretem Interesse stehen wir potenziellen Kunden gerne für weiterführende Gespräche zur Verfügung.“ Zusätzliche Car-Sharing-Fahrzeuge in Waiblingen sind vorerst ebenfalls nicht vorgesehen. Es bleibt also bei den beiden E-Autos von Renault.

Stadtwerke Waiblingen kooperieren mit der Firma Deer, die 150 Standorte im Land betreibt

Grundsätzlich können registrierte Nutzer der Stadtwerke auf derzeit rund 150 Deer-Standorte für Car-Sharing in Baden-Württemberg zugreifen. Die Stadtwerke Waiblingen sind innerhalb dieser Partnerschaft die Ansprechpartner vor Ort und beraten die Kunden persönlich. „Die Stadtwerke bieten individuelle Mobilitätslösungen, beispielsweise für Gewerbekunden“, erläutert Bernhard Zipp. Die Deer GmbH sorge für die Nutzung der Autos, das Buchungssystem und die Nutzungsabrechnung. Interessierte registrieren sich kostenlos über die „deer ecarsharing“-App oder über das Buchungsportal www.deer-carsharing.de/registrieren.

Stadtmobil nutzt weiter den Car-Sharing-Rettungsschirm

Der Car-Sharing-Anbieter Stadtmobil, der auch in Waiblingen präsent ist, bleibt weiterhin unter dem Car-Sharing-Rettungsschirm. Das Land stellte diesen bereits im Sommer 2020 bereit, um kleinere Standorte zu erhalten. Bei Stadtmobil gab es in Waiblingen mittlerweile Änderungen bei den Stellplätzen. Die Fahrzeuge sind von der P+R-Anlage am Ameisenbühl umgezogen.

Es stehen somit fünf Stadtmobil-Fahrzeuge am Busbahnhof, eines in der Devizesstraße und eines am Alten Postplatz. „Ein großes Dankeschön gilt der Stadt Waiblingen, durch die der Umzug der Fahrzeuge ermöglicht wurde“, betont Matthias Hartlieb, der bei Stadtmobil für Marketing und Vertrieb zuständig ist.

Der Umsatz von Stadtmobil schrumpfte 2020 deutlich

Das Car-Sharing von Stadtmobil in Waiblingen läuft nach seiner Darstellung zufriedenstellend. 2019 lag die Auslastung der Fahrzeuge bei 26 Prozent. Durch die Corona-Pandemie ist die Auslastung um circa 15 Prozent gesunken im Vergleich zu 2019. „Die Auslastung im Jahr 2020 lag mit 22 Prozent in einem noch akzeptablen Bereich“, betont Matthias Hartlieb. Der Carsharing-Rettungsschirm habe es ermöglicht, die Fahrzeuganzahl aufrecht erhalten zu können. „Wir können nun vorsichtig optimistisch in die Zukunft blicken.“ Gebucht werden können Fahrten unter www.stadtmobil.de, per Smartphone-App oder telefonisch.

Stadtmobil will weiter in Waiblingen investieren

Zukünftige Investitionen, vor allem in der Region, sind laut Matthias Hartlieb für das Jahr 2021 durch den Rettungsschirm möglich. „So ist für Mitte des Jahres geplant, einen Transporter in Waiblingen zu stellen.“ Auch eine Freischaltung in Waiblingen nach der Online-Anmeldung werde in den kommenden Monaten möglich sein – natürlich abhängig von Corona. „Die Touristinformation (i-Punkt) Waiblingen konnten wir hier als Partner gewinnen.“

Mit dem Rettungsschirm Car-Sharing sollen Anbieter in Baden-Württemberg die Corona-Zeit besser überstehen können. Die Stadtwerke Waiblingen nutzen ihn für ihre beiden Elektroautos aber nicht – im Gegensatz zum Mitwettbewerber Stadtmobil, der auf das Angebot seit Sommer 2020 zurückgreift. Dieser will 2021 auch weiter in den Standort Waiblingen investieren. Unsere Redaktion hat beide Anbieter gefragt, wie das Geschäft in der Corona-Pandemie läuft.

Die Stadtwerke Waiblingen haben zwei

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