Waiblingen

Chaos durch Elterntaxis am Staufer-Schulzentrum: Waiblingen testet "Kiss and Go"-Zone

Parkchaos
Wer morgens seine Kinder per Elterntaxi zur Schule bringt, muss diese bald nicht mehr nur auf dem Parkplatz des Staufer-Schulzentrums aussteigen lassen. © ZVW/ALEXANDRA PALMIZI

In Corona-Zeiten läuft der Schulbetrieb meist nur eingeschränkt. Bei vollem Schulbetrieb aber ist der Parkplatz am Staufer-Schulzentrum in Waiblingen oft zugeparkt – er ist dann aus Sicht von Elternbeiräten wegen der vielen Elterntaxis am Morgen auch gefährlich. Das jedenfalls betont Stephanie Wagner-Haas, Elternbeiratsvorsitzende am Staufer-Gymnasium, als Reaktion auf unseren Artikel vom 19. März 2021 über den Parkplatzmangel. Genau darum fordern die Elternbeiräte eine sogenannte Kiss-and-Go-Zone am benachbarten Parkstreifen vor der Agentur für Arbeit in der Mayenner Straße – damit Eltern ihre Kinder dort sicher aus dem Auto aussteigen lassen können. Die Stadt startet nun zwar auf Wunsch der Eltern einen Modellversuch – genutzt werden sollen dafür aber ganz andere Parkplätze.

Stephanie Wagner-Haas betont, dass bislang jeder, der zu einer der drei Schulen am Staufer-Schulzentrum will, irgendwie über diesen Parkplatz muss. „Dazu kommen Eltern, die in den Parkplatz hineinfahren und dort ihr Kind einfach rausspringen lassen – das ist auch aufgrund der schlechten Beleuchtung schon sehr gefährlich.“ Und dann gebe es noch Eltern, die in den Parkplatz hineinfahren, ihr Auto einfach irgendwo stehen ließen und ihr Kind „bloß gschwind“ zur Grundschule bringen. „Daraus entsteht ein ziemlich großes Chaos.“

Natürlich ist Stephanie Wagner-Haas klar, dass auch an den Schulen selbst Aufklärungsarbeit geleistet werden muss. Allerdings sieht sie auch eine klare Verantwortung des Schulträgers, sprich der Stadtverwaltung. Just deshalb, sagt die Elternbeiratsvorsitzende des Staufer-Gymnasiums, habe sie auch die Bürgerfragestunde am 3. März im Ausschuss für Bildung, Soziales und Verwaltung genutzt, um das Thema anzusprechen. Elternvertretern seien schließlich mehrere Fälle bekannt, „bei denen es nur ganz knapp ohne schwere Verletzungen ausging“.

Die Stadt hat schon für Schranken, Markierungen und Pfosten gesorgt

Christiane Dürr stellt dazu auf Nachfrage unserer Redaktion fest, dass Elterntaxis an allen Schulen zu einem eher ungeordneten Verkehrsablauf führen. In der Vergangenheit seien deshalb am Stauferschulzentrum mehrere Maßnahmen erfolgt: So gebe es nun Markierungen, Pfosten und eine Schranke, um den Verkehr in diesem Bereich zu kanalisieren und zu verlangsamen. „Eltern nutzen dennoch alle Möglichkeiten für das Aussteigen ihrer Kinder oder zum Abstellen des Fahrzeugs, um ihre Kinder bis zur Schule zu begleiten.“

Erste Bürgermeisterin: Seit Jahren keine Verkehrsunfälle an der Schule

Unfälle oder Gefährdungen wie beschrieben sind bei der Stadtverwaltung Waiblingen nicht bekannt. „Eine aktuelle Anfrage beim Polizeirevier Waiblingen und eine Prüfung bis zurück zum Jahr 2009 beim Polizeipräsidium Aalen hat ergeben, dass in diesem Zeitraum im direkten Umfeld der Schule, einschließlich der Fahrbahn der Mayenner Straße, kein Verkehrsunfall festgestellt wurde“, betont Christiane Dürr.

Dass auf dem Boden des Parkplatzes am Staufer-Schulzentrum „Kölner Teller“ installiert wurden, steht laut der Ersten Bürgermeisterin in keinem Zusammenhang zu einem Unfall. Es sei vielmehr eine Maßnahme gewesen, um den Verkehr zu lenken und die Aufmerksamkeit zu erhöhen. Die runden Teller aus Aluminiumguss sollen Autofahrer zwingen, langsamer zu fahren.

Die Elternbeiräte erhoffen sich indes von den Parkstreifen vor der Agentur für Arbeit eine Verbesserung der Lage. Dort kann aktuell von 8 bis 16 Uhr mit der Parkscheibe geparkt werden. Stephanie Wagner-Haas und ihre Mitstreiter haben sich überlegt, dort von etwa 7.15 bis 8.30 Uhr eine Kiss-and-Go-Zone einzurichten. „Die Eltern könnten gut anfahren, wären weit genug, aber nicht zu weit weg vom Parkplatz, und die Kinder könnten direkt auf den Gehweg aussteigen.“

An der aktuellen Regelung würde sich so Folgendes ändern: Vor der Agentur für Arbeit könnte dann nur noch bis 7.15 Uhr ohne Einschränkung geparkt werden – und erst ab 8.30 Uhr mit Parkscheibe und zeitlicher Begrenzung. „Der parkplatzsuchende Kundenverkehr zwischen 7.15 und 8.30 Uhr ist vermutlich nicht so zahlreich, als dass er nicht mit etwas weniger Parkraum auskommen könnte“, findet Stephanie Wagner-Haas. Außerdem sei der Parkstreifen zweigeteilt – somit könnte auch nur ein Teil versuchsweise umgewidmet werden.

Vor 8 Uhr kann man vor der Agentur für Arbeit sowieso frei parken

Die Erste Bürgermeisterin stellt indes klar, dass Kiss-and-Go-Zonen eigentlich mit nichtamtlichen Schildern ausgewiesene Haltepunkte für Elterntaxis zum Verabschieden und Aussteigen unmittelbar vor Schulen oder Kitas sind. „Solche Schilder können nur auf ein gewünschtes Verhalten hinweisen.“ Vor der Agentur für Arbeit bestünden hingegen öffentliche, zeitlich beschränkte Parkplätze (30 Minuten in der Zeit von 8 bis 16 Uhr). Das bedeutet laut Christiane Dürr, dass vor 8 Uhr ohne Parkscheibe gehalten respektive dort geparkt werden kann und Kinder aussteigen können. „Auch ohne eine Änderung der zeitlichen Regelung finden sich in der Parkreihe bei der Agentur für Arbeit vor Schulbeginn ausreichend freie Parkflächen.“ An den angrenzenden Straßen könne selbst zu den Stoßzeiten bequem gehalten werden, um Kinder ein- oder aussteigen zu lassen.

Waiblingen will die Elterntaxi-Zone testweise vor der Kreisbau einrichten

Christiane Dürr hat wegen des Anliegens der Eltern trotzdem den genannten Vorschlag geprüft. Das Ergebnis dieser Prüfung sei nach Rücksprache mit allen beteiligten Akteuren, dass die Stadt Waiblingen sich dem Anliegen der Eltern nicht verschließe und in Abstimmung mit dem geschäftsführenden Schulleiter die sogenannte „Kiss-and-Go-Zone“ für eine Testphase von sechs Monaten einrichten werde. Vorgesehen sei, nach dem Zebrastreifen gegenüber der Kreisbaugruppe drei Parkplätze dafür bereitzustellen.

Diese sollen im Rahmen der bereits dort vorhandenen Parkzeitregelung für die Kiss-and-Go-Zone durch die Eltern genutzt werden können. „Die genaue Ausgestaltung sowie die Beschilderung wird zeitnah mit der Schule und den Elternvertretern besprochen und umgesetzt“, erläutert die Erste Bürgermeisterin.

In dieser Zeit der Testphase solle geprüft werden, ob durch die Kiss-and-Go-Zone eine Verbesserung der Situation am Staufer-Schulzentrum zu erreichen ist und die Zonenregelung beachtet wird. Auch eine eventuelle Optimierung auf dem Schulgelände selbst wird parallel zum Versuch der Kiss-and-Go-Zone von der Verkehrsbehörde und der Stadtplanung nochmals geprüft.

In Corona-Zeiten läuft der Schulbetrieb meist nur eingeschränkt. Bei vollem Schulbetrieb aber ist der Parkplatz am Staufer-Schulzentrum in Waiblingen oft zugeparkt – er ist dann aus Sicht von Elternbeiräten wegen der vielen Elterntaxis am Morgen auch gefährlich. Das jedenfalls betont Stephanie Wagner-Haas, Elternbeiratsvorsitzende am Staufer-Gymnasium, als Reaktion auf unseren Artikel vom 19. März 2021 über den Parkplatzmangel. Genau darum fordern die Elternbeiräte eine sogenannte

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