Waiblingen

Check-in mit Luca-App? So planen Remspark Waiblingen und Stadt die Öffnung von Gastronomie und Kulturveranstaltungen mit Publikum

Remspark
Remspark Waiblingen setzt auf die Luca-App. © Gaby Schneider

Es ist absehbar, dass Gaststätten im Rems-Murr-Kreis wieder öffnen dürfen. Doch muss man dann in Waiblingen genauso mühevoll auf einem Papier die Daten zur Kontaktnachverfolgung eintragen wie im vergangenen Jahr? Wer arbeitet hierbei mit der Luca-App, bei der ein einfaches Login per QR-Scan mit dem Smartphone vor Ort erfolgt?

Der Remspark Waiblingen erklärt auf seiner Facebook-Seite, dass er auf die App der Culture4Life GmbH setzt. Auf Nachfrage der Lokalredaktion erklärt das Center-Management: „Wir setzen uns gemeinsam dafür ein, dass die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie schnellstmöglich greifen und möglichst schnell wieder ein völlig unbeschwertes Einkaufen oder Besuch der Gastronomie möglich ist. Die Luca-App sehen wir dabei als weitere Schutzmaßnahme an, um den Handel schnell, sicher und langfristig wieder zu öffnen!“ Allerdings erfolgt die Nutzung der App durch die Mieter, wobei man sich direkt im Imbiss, Restaurant oder Geschäft erkundigen müsse, wer an die Luca-App angebunden ist oder nicht. Gleichzeitig weist das Management auf die Möglichkeit eines Corona-Schnelltests nach vorheriger Terminvergabe in der Center-Apotheke hin.

Voraussetzung für die Öffnung von Gaststätten ist eine stabile Inzidenz unter 100 an fünf Werktagen in Folge. Im zweiten Öffnungsschritt könnten dann auch wieder Kulturveranstaltungen mit Publikum stattfinden, vorausgesetzt die Zahlen sind weiter rückläufig.

Stadt setzt auf Check-in-Tool des Ticketanbieters

Thomas Vuk ist Leiter des Fachbereichs Kultur und Sport der Stadt Waiblingen. Seitdem Kulturveranstaltungen mit Publikum in einigermaßen greifbare Nähe rücken, laufen bei ihm die Leitungen heiß. „Sie glauben gar nicht, was hier los ist“, äußert er gegenüber der Lokalredaktion. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird die Stadt etwa bei Konzerten oder Theatervorführungen im Bürgerzentrum auf das Check-in-Tool des Ticketanbieters setzen, das genauso wie die Luca App funktioniere und auch internetgestützt sei. Dies habe den Vorteil, dass es auch von Besuchern genutzt werden kann, die kein Handy haben oder auch keine App nutzen möchten, so Vuk.

Da im Moment noch nicht feststeht, zu welchem Zeitpunkt Kulturveranstaltungen mit Publikum möglich sind, plant das Kulturamt auch die kommenden Veranstaltungen im Juni und Juli (etwa Senta Berger am 2. Juli) weiterhin als Livestreams, um unabhängig von der Inzidenzentwicklung zu sein. „Sollten Öffnungsschritte folgen, können wir darüber hinaus, im dann möglichen Rahmen, Besucher zu den Veranstaltungen zulassen. Die Veranstaltungen würden dann hybrid (Livestream plus eine begrenzte Anzahl an Publikum) stattfinden“, erklärt Thomas Vuk.

Seit April mit dem Gesundheitsamt vernetzt

Bereits im April verkündete das Landratsamt, dass die Luca-App an das Gesundheitsamt angebunden ist und von verschiedenen Gastwirten und Unternehmen bereits genutzt wird. Das bedeutet, wer die App auf einem Smartphone gespeichert hat, hat beim Herunterladen sämtliche Daten wie Name, Adresse und Telefonnummer eingetragen. Möchte man eine Gaststätte betreten, checkt man sich beim Eintritt per QR-Code, den man in der App öffnet, ein. So werden die eigenen Daten erfasst. Wird ein Corona-Fall bekannt, kann durch das Gesundheitsamt einfach und schnell die Kontaktnachverfolgung erfolgen.

Allerdings erfahren Besucher erst im Restaurant oder möglicherweise vorab über die Internetseite, ob die Luca-App genutzt wird oder nicht. Aufgrund des Datenschutzes erfolgen hierzu keine Informationen direkt über die App. Auch das Gesundheitsamt erfährt vorab nicht, von wem die App genutzt wird oder nicht – außer es tritt eine Corona-Infektion auf, die dem Amt gemeldet wird.

In Waiblingen verläuft die Nutzung der Luca-App bisher unterschiedlich: Bereits vor der Initiative von Landratsamt und IHK hatte Wirtschaftsförderer Marc Funk bei den Betrieben angefragt, ob es einer kommunalen Lösung bedarf. „Die Antwort war eindeutig: Nein!“, erklärt er auf Nachfrage der Lokalredaktion. Die Begründung war, dass viele bereits die Luca-App oder andere Tools im Einsatz hatten. Als dann Kreis und IHK initiativ geworden waren, was zu begrüßen sei, brauche es dann erst recht keine Parallelstrukturen, betont er.

Eine ähnliche Rückmeldung erhielt auch Ullrich Villinger, der Vorsitzender des Bunds der Selbstständigen ist. Die Corona-App habe teils ähnliche Funktionen wie die Luca-App und werde deshalb auch nicht aktiv vermarktet, so Villinger.

Fellbach informiert in einer digitalen Sprechstunde Gastwirte und Unternehmer

Die Stadt Fellbach hat eine digitale Sprechstunde zu den Apps angeboten, bei der sich die 25 Teilnehmer vor allem für die Luca-App interessiert hätten, wie die Stadt in einer Pressemitteilung schreibt. Der digitale Koordinator Tobias Märtterer betonte dabei, dass die digitale Anwendung über QR-Codes die Kontaktverfolgung erleichtere. „Damit können lästige Zettel entfallen“, so Märtterer. Neben Fragen zu den Möglichkeiten, zum Datenschutz und den Anwendungsgebieten, stand immer auch die Skepsis bei den Teilnehmern im Raum, welche Daten vorgehalten werden müssen. Landesweit würden hier noch klare Regeln fehlen, meint er. „Die digitalen Anwendungen sind Helfer, sie können aber keine Verordnung ersetzen“, führt Gabriele Zull in der Pressemitteilung weiter aus. Grundsätzlich werden sich die Apps auf diesem Gebiet in den kommenden Wochen noch weiterentwickeln und auch neue dazukommen, sind sich die Verantwortlichen in der Stadt Fellbach sicher.

Es ist absehbar, dass Gaststätten im Rems-Murr-Kreis wieder öffnen dürfen. Doch muss man dann in Waiblingen genauso mühevoll auf einem Papier die Daten zur Kontaktnachverfolgung eintragen wie im vergangenen Jahr? Wer arbeitet hierbei mit der Luca-App, bei der ein einfaches Login per QR-Scan mit dem Smartphone vor Ort erfolgt?

Der Remspark Waiblingen erklärt auf seiner Facebook-Seite, dass er auf die App der Culture4Life GmbH setzt. Auf Nachfrage der Lokalredaktion erklärt das

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