Waiblingen

Chef von Döner-Imbiss mit Glasflasche attackiert: Dieb in Waiblingen vor Gericht

Amtsgericht Waiblingen Symbolfoto
Symbolfoto. © Joachim Mogck

Zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten wurde ein 41-Jähriger vom Amtsgericht Waiblingen verurteilt, weil er im vergangenen September mehrere Diebstähle in Waiblingen begangen hat, einen davon beurteilte das Gericht als räuberischen Diebstahl im besonders schweren Fall. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Zunächst soll der Angeklagte in einer Parfümerie am Alten Postplatz in Waiblingen zwei Parfüms im Wert von 175 Euro eingesteckt haben, bevor er sich weiter in die Bahnhofstraße begab, wo er aus der Auslage einer weiteren Parfümerie zwei Duschgels im Wert von 38 Euro stahl. Bemerkt wurden die beiden Taten aber zunächst nicht. Erst als der Angeklagte ein drittes Mal am besagten Tag straffällig wurde, entdeckte eine Polizistin das Diebesgut in seiner Tasche, wie sie vor Gericht aussagte.

In der Bahnhofstraße betrat der Angeklagte nach den beiden Taten in den Parfümerien ein Döner-Schnellimbiss-Restaurant. Der Inhaber habe zu diesem Zeitpunkt draußen vor dem Eingang gestanden und eine Zigarette geraucht, wie er vor Gericht berichtete. Als er einige Sekunden später seinen Laden betrat, beobachtete er, wie der Angeklagte zwei 50-Euro-Scheine aus der Kellnerbörse nahm, die hinter der Theke bei den Soßen lag. Der Inhaber stellte ihn zur Rede. Es kam zum Gerangel. Der Inhaber wollte den Dieb festhalten. Der Angeklagte riss Gegenstände zu Boden, die auf der Theke platziert waren, schnappte sich eine Glasflasche und schlug damit dem Imbissinhaber auf die Schulter. Verletzt wurde der Schnellimbiss-Chef dadurch nicht, meinte er bei seiner Zeugenaussage. Vermutlich habe ihn seine etwas dickere Kochjacke vor blauen Flecken bewahrt. Lediglich Schmerzen habe er in den darauffolgenden Tagen gehabt, meinte er.

Nachdem der Angeklagte aus dem Schnellimbiss-Restaurant geflüchtet war, entdeckte der Inhaber die beiden Geldscheine, die zusammengeknüllt am Boden lagen, sowie die Männerhandtasche des Diebes. Darin fand später die Polizei einen Verbundpass, womit der Dieb mit Hilfe der Datenbank der Polizei identifiziert werden konnte. Außerdem fand die Polizei das Diebesgut aus den beiden Parfümerien. Mit Hilfe von Aufnahmen von Überwachungskameras konnten ihm die beiden Taten zugeordnet werden, so die Polizeihauptmeisterin vor Gericht, die den Fall bearbeitete.

Angeklagter gibt Tatbestände zu

Dass sich alle Taten so wie in der Anklageschrift festgehalten zugetragen hätten, gab der Angeklagte vor Gericht zu. Es sei eben so, dass er damals kein Geld gehabt habe. Er hatte die Parfüms gestohlen, um sie weiterzuverkaufen und davon seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Auf diesen Hinweis hin zog die Staatsanwaltschaft in Betracht, ihm eine gewisse Gewerbsmäßigkeit vorzuwerfen.

Schon länger habe er ein Alkoholproblem. „Ich schaffe es nicht, damit aufzuhören“, meinte er.

Vom Amtsgericht Stuttgart ist der Angeklagte im Oktober zu einer Geldstrafe von 900 Euro verurteilt worden. Er habe in der Stuttgarter Markthalle vier Weinflaschen sowie Bargeld gestohlen. Das Urteil sei zwar rechtskräftig, aber noch nicht vollstreckt, erklärte Richter Kärcher.

Im Plädoyer betonte die Staatsanwaltschaft erneut, dass es sich bei dem Diebstahl in Waiblingen nicht um die erste Straftat des Angeklagten gehandelt habe, und unterstrich noch einmal das Stichwort Gewerbsmäßigkeit. „Die Taten wiederholen sich“, so die Staatsanwaltschaft. Unter Betracht des Stuttgarter Urteils sprach sich die Staatsanwaltschaft für eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und vier Monaten aus sowie für einen Arbeitseinsatz von 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit, da der Angeklagte bislang keine Hafterfahrung habe, was wiederum positiv zu bewerten sei.

Verteidiger Philipp Wendel betonte, dass der Angeklagte nur mit einer Bewährungsstrafe die Möglichkeit habe, Fuß zu fassen und eine Arbeit zu finden. „Eine Gewerbsmäßigkeit sehe ich hier nicht“, sagte er.

Das Urteil des Schöffengerichts umfasste am Ende eine Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Außerdem muss er 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. „Bewährung heißt, dass man sich bewähren muss“, betonte Richter Kärcher. Halte sich der Angeklagte nicht an die Auflagen – etwa, wenn er nicht mit seinem Bewährungshelfer zusammenarbeite oder bei seiner Arbeitsstelle nicht erscheine –, dann „müssen Sie ins Gefängnis“, so Kärcher. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre.

Zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten wurde ein 41-Jähriger vom Amtsgericht Waiblingen verurteilt, weil er im vergangenen September mehrere Diebstähle in Waiblingen begangen hat, einen davon beurteilte das Gericht als räuberischen Diebstahl im besonders schweren Fall. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Zunächst soll der Angeklagte in einer Parfümerie am Alten Postplatz in Waiblingen zwei Parfüms im Wert von 175 Euro eingesteckt haben, bevor er sich

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper