Waiblingen

Corona-Advent: Was bietet der evangelische Kirchenbezirk Waiblingen online?

Evangelisch
Bastel-Tutorial des evangelischen Kirchenbezirks Waiblingen für Adventsschmuck. © Evangelische Kirche Waiblingen

Wegen Corona führt kein Weg daran vorbei: Diesmal muss das Adventsprogramm des evangelischen Kirchenbezirks Waiblingen vor allem digital sein. Jonas Dietz, Referent für Neue Medien, hat deshalb bereits früh dazu aufgerufen, Vorschläge fürs Online-Angebot einzureichen.

Von musikalischen Beiträgen der Chöre und Posaunenchöre bis zu Bastel- und Backideen war alles möglich. Auch der Bezirk Waiblingen des Evangelischen Jugendwerks (EJW) hat etwas vor: Auf Instagram soll es einen Adventskalender mit 24 Türchen geben, inklusive Gewinnspiel. Die große Frage ist: Können digitale Aktionen dazu beitragen, dass ein Adventsgefühl entsteht?

Adventskalender auf Instagram

Das Gespräch darüber hat Ende November als Videokonferenz über Microsoft Teams stattgefunden – schließlich ist das in Corona-Zeiten auch sicherer. Jonas Dietz, Referent für Neue Medien, hat dazu noch Pfarrer Tobias Küenzlen sowie Bezirksjugendreferent Benjamin Nölke eingeladen, die sich im Kirchenbezirk Waiblingen alle mit dem Thema Online befassen. Benjamin Nölke hat im vergangenen Advent gute Erfahrungen mit dem Instagram-Adventskalender gehabt (zu finden unter: ejw_waiblingen). 196 Beiträge hat das Evangelische Jugendwerk Waiblingen insgesamt schon auf seinem Kanal veröffentlicht – und 573 Personen haben ihn abonniert.

„Corona hat uns nicht kalt erwischt“

Zwischen 250 und 800 Leute, erzählt der Bezirksjugendreferent, hätten zudem 2019 einen Beitrag zum Adventskalender angesehen. Er selbst hat damals zum Beispiel einen „Nikolaus-Weihnachtsburger“ gebraten, der rot eingefärbt war – und das Ganze gefilmt. Schließlich sollen die Videos auch unterhalten. Das Beispiel des Adventskalenders 2019 zeigt, dass der evangelische Kirchenbezirk Waiblingen schon vor der Pandemie etwas aufgebaut hat. „Corona hat uns nicht kalt erwischt“, betont Pfarrer Tobias Küenzlen.

Online-Angebote auf Facebook

Als im März 2020 der Lockdown beschlossen wurde, erfuhr der Kirchenbezirk Waiblingen an einem Samstag gegen 16 Uhr, dass von Sonntag an vorläufig keine Gottesdienste mehr in der Kirche erlaubt sind. Bereits an jenem Sonntag, betont Tobias Küenzlen, habe es eine Online-Andacht gegeben. Jetzt im Advent soll vor allem die Facebook-Seite des Kirchenbezirks genutzt werden. Man findet sie unter www.facebook.com/Kirchenbezirk.Waiblingen, im Moment haben sie 760 Personen abonniert.

Weihnachtsbräuche und Saitenwürstle

„Wir werden große Weihnachtsbäume zeigen“, sagt Pfarrer Küenzlen. Mit dabei sein sollen die Weihnachtsbäume aus Winnenden, Fellbach oder Waiblingen. Auch über Weihnachtsbräuche wollen sie schreiben. Und es kommt ein Metzger zu Wort, der danach gefragt wird, ob an Weihnachten wirklich mehr Saitenwürstle verkauft werden. Immerhin gelten diese als traditionelles schwäbisches Abendessen für den 24. Dezember.

Die Jugendkantorei des Kirchenbezirks hat bereits im Oktober gemeinsam ein Weihnachtslied aufgenommen, das im Dezember auf Facebook gezeigt werden soll. Im November wäre das wegen des Teil-Lockdowns so sicher nicht mehr möglich gewesen.

Jeder kann ein Video schicken

Dann lebt der digitale Advent im Kirchenbezirk nicht zuletzt von den einzelnen Gemeindemitgliedern. Wer ein Video von einer Weihnachtsaktion macht, soll es einfach schicken. Hauptsache, es ist unterhaltsam. „Wir legen nicht Wert auf Spielfilmqualität“, sagt Pfarrer Küenzlen. Überhaupt: Wer Ideen zum Advent oder allgemein zu Online-Angeboten hat, kann jederzeit an online.waiblingen@elkw.de eine Mail schreiben.

Untertitel für die Predigt des Pfarrers

Die Sonntagsimpulse, die seit Beginn der Pandemie als Videos auf Facebook regelmäßig hochgeladen werden, konnten so schon entscheidend verbessert werden. Früher hatten manche Nutzer das Problem, den Pfarrer im Video zu verstehen – was übrigens auch im Gottesdienst vorkommt. Die Lösung dafür sind im Video nun Untertitel – ein Aufwand, der sich lohnt.

Wie die Adventszeit wird auch Weihnachten dieses Jahr anders ausfallen. Schließlich dürfen sich die Menschen nicht mehr in zu großen Gruppen treffen. Bezirksjugendreferent Benjamin Nölke hat indes schon traditionell immer ein Online-Weihnachten gehabt – nämlich mit seiner Schwester, die in den USA lebt. Ein Videotelefonat ist an Weihnachten für ihn längst normal. „Für uns ist das gar keine so große Umstellung.“

Der Nachteil der digitalen Welt

Trotzdem weiß auch Benjamin Nölke, dass gerade bei Kindern und Jugendlichen die Beziehungsarbeit sehr wichtig ist. Online den Kontakt zu halten, das weiß er, sei eine sehr große Herausforderung. Das merke er auch daran, dass bei Videotelefonaten mit großen Gruppen weniger teilnehmen als bei Präsenzterminen.

Und Benjamin Nölke hört auch immer wieder kritische Stimmen von jungen Leuten, die es als unfair empfinden, dass Gottesdienste in Kirchen derzeit immer noch stattfinden dürfen, Kinos aber im November trotz Hygienekonzept schließen mussten.

Auch auf Youtube unterwegs - aber noch nicht bei Tiktok

Im Moment konzentriert sich das Online-Angebot des Kirchenbezirks auf Facebook, Instagram und Youtube (Letzteres unter „Kirchenbezirk Waiblingen“, mit derzeit 181 Abonnenten). Über das gerade bei jungen Leuten beliebte Tiktok gibt es noch nichts. Jonas Dietz weiß allerdings, dass in manchen Kirchengemeinden bereits Konfirmanden auf Tiktok unterwegs sind. Benjamin Nölke nutzt das bei jungen Leuten ebenfalls beliebte Snapchat. Hier hat er schon festgestellt, dass er mit seinem persönlichen Account mehr Leute mit Kirchenthemen erreichen kann, als über den offiziellen Kanal des Evangelischen Jugendwerks.

Der Plan von Jonas Dietz ist indes, die digitalen Aktivitäten des Kirchenbezirks Waiblingen auch über die Adventszeit hinaus auszubauen. Von 2021 soll es ein eigenes Team für den Youtube-Kanal geben – und zwar aus Ehrenamtlichen aus allen Teilen der Kirche.

Wegen Corona führt kein Weg daran vorbei: Diesmal muss das Adventsprogramm des evangelischen Kirchenbezirks Waiblingen vor allem digital sein. Jonas Dietz, Referent für Neue Medien, hat deshalb bereits früh dazu aufgerufen, Vorschläge fürs Online-Angebot einzureichen.

Von musikalischen Beiträgen der Chöre und Posaunenchöre bis zu Bastel- und Backideen war alles möglich. Auch der Bezirk Waiblingen des Evangelischen Jugendwerks (EJW) hat etwas vor: Auf Instagram soll es einen

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