Waiblingen

Corona-Demo in Waiblingen: Doppelt so viele Teilnehmer wie vor zwei Wochen

Demo
Gegen 19.30 Uhr versammeln sich rund 60 Maskengegner am Partnerschaftskreisverkehr in Waiblingen. © Benjamin Büttner

Sogar Darth Vader ist da. Eine Person trägt die schwarze Maske des Bösewichts aus der Star-Wars-Saga, in der Hand hält sie ein leuchtendes Schwert, das an die sogenannten Lichtschwerter aus der Hollywoodfilmreihe erinnern soll. Anders als vor zwei Wochen versammeln sich die Maskengegner in Waiblingen an diesem Montagabend, 2. November 2020, gleich am Postplatz statt am Marktbrunnen.

Es sind auch deutlich mehr Leute, die diesmal gegen die Corona-Maßnahmen demonstrieren: Statt 30 wie am 19. Oktober sind es diesmal rund 60. Damit ist die Bewegung der Maskengegner in Waiblingen etwas gewachsen. „Achtet bittet auf den Abstand“, sagt dieselbe Frau, die auch schon vor zwei Wochen die Auflagen der Stadt für die Demonstration verlesen hat. Begleitet wird sie wie vor zwei Wochen von Heiko M., einem Mann aus dem Großraum Waiblingen, der vor Jahren in Youtube-Videos des Reichsbürger-Vereins „Freiheit für Deutschland“ zu sehen war.

Vermummungsverbot sorgt für Heiterkeit

Als die Frau die Auflagen verliest, erwähnt sie auch ein für die Demo geltendes Vermummungsverbot, was bei den Gegnern der Corona-Maßnahmen Gelächter auslöst. Es zielt auf die Maske, die an diesem Montag nach Beobachtung unserer Zeitung kein einziger Demo-Teilnehmer trägt. „Das zählt nicht mehr als Vermummung heutzutage“, sagt die Frau. Die große Frage an diesem Abend ist, wie die wenigen Vertreter der Polizei und des Ordnungsamts eigentlich kontrollieren sollen, ob die Demoteilnehmer die Mindestabstände einhalten.

Laut Oliver Conradt, Leiter der Abteilung Ordnungswesen in Waiblingen, gilt in der Altstadt Maskenpflicht, außer wenn sicher ist, dass der Mindestabstand befolgt wird. Die Versammlungsteilnehmer dürfen nach seinen Angaben nur dann zusammenstehen, wenn sie zum selben Haushalt gehören. „Ansonsten haben die Teilnehmer untereinander und zu anderen Personen, wo immer möglich, im öffentlichen Raum einen Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten.“

Die Botschaft: "Maskenzwang ist Körperverletzung"

Zu Passanten, teilt Conradt mit, sei ein ausreichender Abstand von mindestens 1,5 Metern einzuhalten. Dies sei durch organisatorische Maßnahmen sicherzustellen. „Ist die Einhaltung des Abstandsgebots nicht möglich, sind die Teilnehmer vom Versammlungsleiter aufzufordern, Mund-Nasen-Bedeckungen zu tragen.“

Gerade auf den Gehwegen in der Bahnhofstraße und der Devizesstraße, auf denen die Route verläuft, gehen die Demonstranten dicht hintereinander. Als sie beim Bahnhof sind, entzerrt sich der Zug kurzzeitig etwas. Es werden Flugblätter verteilt, auf denen ein Verein namens „Eltern für Aufklärung und Freiheit“ zu Spenden auf ein Konto aufruft. Meist ist elektronische Musik aus dem Lautsprecher zu hören, verbunden mit Botschaften wie „Schluss mit Corona“ und „Maskenzwang ist Körperverletzung“.

Ein Busfahrer eines VVS-Busses hupt und winkt den Demoteilnehmern zu, die nehmen es freudig auf. Auch einige Autofahrer hupen lautstark, was die Maskengegner als Zuspruch interpretieren – und wahrscheinlich auch so gemeint ist.

Menschenkette am Kreisverkehr

Am Partnerschaftskreisverkehr, an dem die Demonstranten gegen 19.30 Uhr ankommen, bilden sie eine Menschenkette im Kreis. „Noch viel mehr Liebe für alle“, sagt die Frau, die am Anfang die Demoauflagen verlesen hat.

Ein Familienvater, der sich als Einwohner von Leonberg vorstellt, sucht bereits zuvor das Gespräch mit der Zeitung. Er verhält sich freundlich und spricht davon, dass Deutschland ein besetztes Land sei. Das ist eine Äußerung, die auch von Reichsbürgern oft getätigt wird.

Es gibt an diesem Abend auch zwei Demonstranten, die sich feindselig gegenüber den Pressevertretern äußern. Einer davon, ein Mann in weißem Pullover, wird richtig aggressiv. „Dem Schmierfink da drüben würde ich gern aufs Maul hauen“, sagt er Richtung Reporter. Auch gegenüber dem Fotografen wird er verbal ausfällig.

Der Mann aus Leonberg, den wir kurz nach 20 Uhr am Postplatz wieder treffen, entschuldigt sich für den Vorfall und äußert Verständnis für die Zeitung. „Man kann es nie allen recht machen.“

Sogar Darth Vader ist da. Eine Person trägt die schwarze Maske des Bösewichts aus der Star-Wars-Saga, in der Hand hält sie ein leuchtendes Schwert, das an die sogenannten Lichtschwerter aus der Hollywoodfilmreihe erinnern soll. Anders als vor zwei Wochen versammeln sich die Maskengegner in Waiblingen an diesem Montagabend, 2. November 2020, gleich am Postplatz statt am Marktbrunnen.

Es sind auch deutlich mehr Leute, die diesmal gegen die Corona-Maßnahmen demonstrieren: Statt 30 wie am

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