Waiblingen

Corona-Heiligabend: Wie die Heime in Waiblingen 2020 Weihnachten feiern - und was dabei nicht erlaubt ist

Haus Elim
Auch in Corona-Zeiten noch möglich: Das Haus Elim in Bittenfeld hat am Sonntag, 13. Dezember, seine Weihnachtsfeier veranstaltet. Angehörige durften aber anders als 2019 nicht mitfeiern. © Tim Böhringer

Die Zahl der Corona-Infektionen in den Heimen steigt seit Wochen – und auch Waiblingen ist davon nicht verschont. Wie können die Bewohner und Mitarbeiter da noch Weihnachten feiern? Muss der Heiligabend ausfallen? Das Haus Miriam in Waiblingen-Süd etwa kämpft seit Anfang Dezember mit Corona. Während 2019 in der Adventszeit für die Bewohner jede Woche was geboten war, sei es ein Basar oder eine Nikolausfeier, wird jetzt die ganze Kraft in die Aufrechterhaltung des Betriebs investiert.

Haus Miriam ist kein Einzelfall

Ein Einzelfall ist das Haus Miriam nicht: Im Gemeindepflegehaus des Alexander-Stifts in Hegnach gab es bereits im November viele Corona-Infektionen – und auch einige Todesfälle. Wir haben deshalb vor diesem Hintergrund die Heime in Waiblingen und seinen Ortschaften gefragt, was 2020 an Weihnachten wegen Corona ausfallen muss – und wie alle mit der Lage umgehen.

Was macht das Alexander-Stift in Hegnach und Hohenacker?

Steffen Wilhelm ist Pressesprecher der Diakonie Stetten, die über ihr Alexander-Stift unter anderem das Seniorenzentrum Hohenacker (Karl-Ziegler-Straße 39) und das Seniorenzentrum Hegnach (Haldenäcker 13) betreibt. Jeder der Standorte des Alexander-Stifts hat nach seinen Angaben über die Jahre ganz eigene Traditionen und ein individuelles Programm für Weihnachten geplant. Hausintern wurden in den Häusern Gottesdienste organisiert – und alles wurde weihnachtlich dekoriert. Wegen Corona ist dieses Jahr indes alles anders.

Leider, betont Steffen Wilhelm, seien gemeinsame Feiern oder Zusammenkünfte des gesamten Hauses aufgrund der begrenzten Personenanzahl in diesem Jahr nicht möglich. „Besuche von Angehörigen können deshalb nur im Rahmen der landesweiten oder landkreisweiten Regelungen nach einem erfolgten Schnelltest stattfinden. Auch das gemeinsame Singen von Weihnachtsliedern wird dieses Jahr nicht möglich sein.“

Weihnachtsdeko und Weihnachtsmusik

Trotzdem sorgt das Alexander-Stift auch in Hegnach und Hohenacker schon während der gesamten Adventszeit mit Traditionen wie dem Gutslebacken, dem Duft von Gebäck, leuchtender Weihnachtsdekoration und Weihnachtsmusik über CDs für eine weihnachtliche Atmosphäre. „Am 24. Dezember wird in diesem Jahr ein gemeinsames Weihnachtsessen pro Wohnbereich ermöglicht“, betont Steffen Wilhelm. Im Alexander-Stift sind alle Gemeindepflegehäuser und Seniorenzentren in kleine Wohnbereiche aufgeteilt.

Dank der großen, offenen Wohnbereiche und des Konzeptes der kleinen Hausgemeinschaften kann der Abstand von zwei Metern eingehalten werden und ein gemeinsames Essen mit Weihnachtsmusik über die CD stattfinden. „Dafür wird weihnachtlich gedeckt und geschmückt, und es gibt klassische Gerichte – je nach Standort unterschiedlich. Ein stockwerksübergreifendes Fest kann nicht stattfinden.“

Gottesdienste im Fernsehen, Radio und Internet

Gottesdienste sind stockwerksbezogen in den einzelnen Wohnbereichen möglich. Der zuständige Pfarrer oder die zuständige Pfarrerin dürfen das Haus unter den geltenden Schutzmaßnahmen betreten. „Da wir auch Fernsehgeräte haben, können Gottesdienste auch im gemeinsamen Wohnbereich oder im eigenen Zimmer gesehen werden. Auch die Übertragung über das Radio ist möglich“, stellt Steffen Wilhelm klar. In jedem der Häuser stehe ein Tablet bereit. Über dieses können auch Videoübertragungen von Gottesdiensten angesehen werden, sofern diese angeboten werden. „Auch Videoanrufe von Angehörigen können hier möglich gemacht werden.“

Hohe Belastung für die Mitarbeiter

Auch für die Mitarbeiter des Alexander-Stifts ist die Situation an Weihnachten besonders schwierig. „Die Organisation, Vorbereitung und Umsetzung bedürfen aufgrund der nötigen Schutzmaßnahmen natürlich mehr Zeit als in den Vorjahren“, teilt Steffen Wilhelm mit. Gleichzeitig müssen laut dem Pressesprecher krankheitsbedingte Ausfälle aufgefangen werden und Bereitschaftsdienste abgedeckt werden. Ein zusätzlich extrem hoher Arbeitsaufwand komme auf die Mitarbeitenden noch aufgrund der Schnelltests zu, die im Alexander-Stift regelmäßig anfallen.

Zutritt nur mit FFP2-Masken

Die Anzahl von Personen sowie Kontakte werden stark reduziert. Neben dem Tragen von Schutzkleidung und FFP2-Masken gelten die allgemein gültigen Corona-Regeln. Weihnachtsessen oder Programmpunkte finden im Wohnbereich der Bewohner oder auf den einzelnen Bewohnerzimmern statt – und nicht mehr stockwerksübergreifend oder mit dem gesamten Haus. Angesichts der am Sonntag, 13. Dezember, beschlossenen Verordnung, die im Rahmen des Lockdowns am 16. Dezember in Kraft getreten ist, musste sich das Alexander-Stift neu organisieren. „Unsere Mitarbeiter arbeiten bereits seit März an und über der Belastungsgrenze“, betont Steffen Wilhelm.

Was macht das Pflegestift Waiblingen?

Im Pflegestift Waiblingen am Kätzenbach 48, das von Dienste für Menschen (DfM) betrieben wird, fällt wegen Corona unter anderem das gemeinschaftliche Singen in der Kapelle aus. „Wir fassen seit Pandemiebeginn die Aktivitäten in kleineren Gruppen zusammen“, schreibt Heike Schneider, die bei Dienste für Menschen für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Auch würden die Abstände vergrößert – etwa bei musikalischen Darbietungen über das offene Treppenhaus. FFP2-Masken werden in dem Heim am Kätzenbach seit mehreren Wochen ausgegeben, das Besuchskonzept regelt die Kontaktverfolgung und die Anzahl der Anwesenden.

Auch auf Gottesdienste muss niemand verzichten. „Wir haben vor Ostern Bluetooth-Boxen angeschafft und WLAN eingerichtet“, erläutert Heike Schneider. So können Bewohner an gestreamten Gottesdiensten teilnehmen, zum Beispiel aus dem Portal der Evangelischen Landeskirche. „Wir erhalten außerdem Predigten und Aufnahmen direkt von den Pfarrerinnen und Pfarrern.“

Wie läuft es im Haus Elim in Bittenfeld?

Das Haus Elim in Bittenfeld (Gumpenstraße 2) hat erst am Sonntag, 13. Dezember, seine Weihnachtsfeier gehabt. Angehörige durften zwar nicht kommen, aber ansonsten konnten alle mitfeiern. Pastor Hans-Peter Weber hielt eine Predigt, es gab Musik aus dem CD-Player, und alles war weihnachtlich geschmückt.

Am 24. Dezember gibt es einen Gottesdienst vor Ort

Hausleiter Tim Böhringer spricht von einem „gefühlten Normalbetrieb“, was die Weihnachtsatmosphäre angeht. Einen Gottesdienst wird es am 24. Dezember ebenfalls geben. Und bereits im Vorfeld wurden die Angehörigen gebeten, kleine Weihnachtsgeschenke für den Vater oder die Mutter im Heim abzugeben.

Wann dürfen Besucher vorbeikommen?

Dass die Lage alles andere als normal ist, zeigt sich dann wieder bei den Besuchsregeln. Kommen dürfen nur Personen, die eine FFP2-Maske tragen und einen Negativtest vorweisen können. Das zum Sozialwerk der Volksmission gehörende Haus Elim, das an insgesamt neun Standorten vertreten ist, bietet von Montag bis Freitag immer in drei Häusern die Möglichkeit an, sich auf Corona testen zu lassen. Besuchszeit in Bittenfeld ist seit dem 21. Dezember immer am Montag, Mittwoch und Freitag jeweils von 14 bis 15 Uhr.

Die Zahl der Corona-Infektionen in den Heimen steigt seit Wochen – und auch Waiblingen ist davon nicht verschont. Wie können die Bewohner und Mitarbeiter da noch Weihnachten feiern? Muss der Heiligabend ausfallen? Das Haus Miriam in Waiblingen-Süd etwa kämpft seit Anfang Dezember mit Corona. Während 2019 in der Adventszeit für die Bewohner jede Woche was geboten war, sei es ein Basar oder eine Nikolausfeier, wird jetzt die ganze Kraft in die Aufrechterhaltung des Betriebs

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