Waiblingen

Corona-Infektionen und Verdachtsfälle: Bereits sieben Schulen in Waiblingen sind betroffen

Staufer Schulzentrum
Alle drei Schulen des Staufer-Schulzentrums in Waiblingen vermelden dieser Tage zumindest Corona-Verdachtsfälle. © Benjamin Büttner

„Lehrkraft positiv getestet – eine Klasse in häuslicher Quarantäne“, „Schüler positiv getestet – Mitschüler und Lehrkräfte mit direktem Kontakt in Quarantäne“: Solche Meldungen häufen sich. In Waiblingen sind je  alle drei Schulen des Staufer- und des Salier-Schulzentrums betroffen. Angesichts der sprunghaft steigenden Infektionszahlen verwundert das kaum noch – und überall wächst die Sorge vor einem unruhigen Winter. 

„Wir haben das ganze Wochenende durchgearbeitet“, berichtet Axel Rybak, Rektor der Staufer-Realschule. Eine Schülerin und ein Schüler sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Seit Mittwoch beziehungsweise Donnerstag haben die Geschwister nicht mehr den Unterricht besucht, doch die Auswirkungen auf den Schulbetrieb sind auch in dieser Woche gravierend. Zwei Klassen bleiben bis Mitte kommender Woche in Quarantäne, dazu noch Teile einer Lerngruppe. In einem Elternbrief stellt die Schulleitung klar, was Quarantäne bedeutet: „14 Tage Quarantäne heißt nicht nur, nicht in die Schule zu dürfen, sondern auch sonst das Haus nicht zu verlassen. Weder für Einkauf noch für Training oder sonstige Unternehmungen.“ Die betroffenen Familien müssen sich eigenverantwortlich darum kümmern, wie sie die Quarantäne zu Hause umsetzen.

Mit erheblichem Aufwand wurde unter anderem anhand von Sitzplänen und Tagebüchern ermittelt, wer mit wem in wie engem Kontakt stand. Betroffen sind in der Staufer-Realschule eine siebte Klasse und eine zehnte Klasse sowie eine gemischte Lerngruppe. Außerdem sind zehn Lehrkräfte in Quarantäne. Die Zusammenarbeit mit Gesundheitsamt und Stadtverwaltung habe gut funktioniert. Über die Microsoft-Plattform Teams, die zu Beginn des Schuljahrs eingeführt wurde, läuft nun der Fernunterricht. Ein Glück, dass die betroffenen Klassen zu denen gehören, welche die Teams-Schulung schon hinter sich haben. Die Reaktionen der Eltern fallen unterschiedlich aus – den einen gehen die Maßnahmen zu weit, den anderen nicht weit genug. Knackpunkt wie überall: die Maskenpflicht. Es gibt auch Schüler mit Attest, die keine Maske tragen.

„Freitesten“ von der Quarantäne ist nicht möglich

Alle Schülerinnen und Schüler, die Kontaktperson der Stufe eins sind, bekommen eine Bestätigung der Schule zur Vorlage bei den Teststellen oder beim Arzt mit der Empfehlung, nach fünf bis sieben Tagen einen Test vornehmen zu lassen. Sich von der Quarantäne „freizutesten“ ist freilich nicht möglich - sie muss eingehalten werden. Wegen der Hygienemaßnahmen, der Maskenpflicht im Schulhaus und der Abstandsregeln können alle anderen Schüler weiter den Präsenzunterricht besuchen. Die Schutzmaßnahmen scheinen zu wirken.

„Die Stimmung unter den Eltern ist gut, gerade in den betroffenen Klassen“, sagt Elternbeiratsvorsitzende Daniela Thude. Anfangs habe Unsicherheit geherrscht, die konnte aber schnell durch guten Informationsfluss zwischen Eltern, Elternbeirat und Schulleitung genommen werden, auch am Wochenende. „Wir sind gut vernetzt, und die Eltern halten Maßnahmen für richtig.“

Salier-Gymnasium: Siebtklässler müssen nach Hause

Am Staufer-Gymnasium steht, nachdem ein Schüler positiv getestet wurde, eine Klassenstufe mit 58 Schülern unter Quarantäne. Ebenso sieben Lehrkräfte. Sechs weitere sind vorsorglich zu Hause, und vier andere bleiben wegen Zugehörigkeit zu Risikogruppen ohnehin dauerhaft im Fernunterricht. Die Kommunikation läuft am Staufer-Gymnasium über die Lernplattform Moodle und funktioniert nach Auskunft von Schulleiter Volker Losch inzwischen so gut, dass ohne größere Reibungsverluste von einem Tag zum anderen in den Fernunterricht gewechselt werden kann. Problematischer in der Organisation erscheint die stundenweise Mischung aus Fernunterricht und Präsenzunterricht. Dafür fehlen ebenso die Rechner- wie die Personalkapazitäten. Was Volker Losch sich als Ausweg wünscht? Zwei nicht ganz ernst gemeinte Lösungen, die zumindest vorläufig utopisch sind: viel mehr Personal – „oder die Abschaffung der Coronaviren“.

Mit Corona-Verdachtsfällen hat es die Staufer-Gemeinschaftsschule zu tun. Familienangehörige von zwei Kindern der Jahrgangsstufen sechs und neun wurden positiv auf das Virus getestet. Seit Montag erhalten alle Klassen dieser Jahrgänge Online-Unterricht über Moodle, bis negative Testergebnisse der Kinder vorliegen. Die Klasse 10 a wird ebenfalls online unterrichtet. Zumal zahlreiche Lehrkräfte vorsorglich keinen Präsenzunterricht halten können, haben die Stufen 5, 7 und 8 vorläufig verkürzte Stundenpläne.

Seit einer Woche befindet sich eine Klasse der Comeniusschule in Quarantäne. Am Montag wurde noch bekannt: Ein Familienmitglied zweier Schüler des Salier-Gymnasiums ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Klasse 7 a und die Jahrgangsstufe zwei wurden daher vorsorglich heimgeschickt. Am Mittwoch, 14. Oktober, informierte die Stadt unsere Redaktion auf Anfrage, dass nun beide Klassen in Quarantäne sind.

An der Salier-Realschule wurde eine Schülerin positiv getestet. Ihre Klasse ist in Quarantäne. Drei weitere Realschulklassen sind teilweise betroffen: Aus ihnen sind Schüler in Quarantäne, die denselben Religionsunterricht wie die positiv getestete Schülerin besucht haben. Die übrigen Schüler dieser drei Klassen sind zwar nicht in Quarantäne, allerdings besuchen auch diese Schüler aktuell nicht die Schule: Die Schule habe beschlossen, „vorsorglich und aus schulorganisatorischen Gründen alle vier Klassen bis zu den Herbstferien im Fernunterricht zu unterrichten“, so die Stadt am Mittwoch auf unsere Anfrage.

Da eine Kontaktperson des Mädchens die Salier-Gemeinschaftsschule besucht, bleibt eine Klasse vorsorglich zu Hause. Hier handelt es sich laut Stadt um eine Vorsorgemaßnahme, keine Quarantäne.

Zudem wurde am späten Montagabend bekannt, dass aufgrund eines positiven Testbefunds einer dritten  Schülerin der Staufer-Realschule  dort zwei weitere Klassen in Quarantäne gehen müssen.

Zwei kleine Lichtblicke gibt es angesichts der täglichen Verdachts- und Quarantäne-Meldungen aber doch: In den städtischen Kindertagesstätten gab es seit Juli, als die Kita Obsthalde in Beinstein betroffen war, keine weiteren Infizierten-Fälle. Und: Fälle von Infektionen von Kind zu Kind in Waiblinger Kitas und Schulen sind der Stadt Waiblingen bislang nicht bekannt.

+++ Update vom 14.10. +++ In einer vorherigen Version dieses Artikels hieß es, an der Salier-Realschule seien vier Klassen in Quarantäne. Das war nicht richtig. Dort ist eine Klasse in Quarantäne. Aus den anderen drei Klassen sind teilweise Schüler in Quarantäne, teilweise sind sie vorsorglich zu Hause. An der Salier-Gemeinschaftsschule bleibt eine Klasse ebenfalls vorsorglich zu Hause, es handelt sich nicht um Quarantäne.

„Lehrkraft positiv getestet – eine Klasse in häuslicher Quarantäne“, „Schüler positiv getestet – Mitschüler und Lehrkräfte mit direktem Kontakt in Quarantäne“: Solche Meldungen häufen sich. In Waiblingen sind je  alle drei Schulen des Staufer- und des Salier-Schulzentrums betroffen. Angesichts der sprunghaft steigenden Infektionszahlen verwundert das kaum noch – und überall wächst die Sorge vor einem unruhigen Winter. 

„Wir haben das ganze Wochenende durchgearbeitet“, berichtet Axel

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