Waiblingen

Corona-Lockerung: VHS Unteres Remstal bietet wieder alles im Präsenzunterricht an

VHSWN
Stefanie Köhler leitet die Volkshochschule Unteres Remstal. © ZVW/Gaby Schneider

Wegen Corona fanden an der Volkshochschule Unteres Remstal in den vergangenen Monaten nur wenige Kurse als Präsenzunterricht statt – und dadurch sind auch Dozenten in Existenznot geraten. Erlaubt waren laut VHS-Chefin Stefanie Köhler berufliche Maßnahmen, Berufssprachkurse und Abschlussmodule der Integrationskurse sowie Prüfungsvorbereitungskurse, von denen es seit der letzten Maiwoche drei gibt. Alle anderen Kurse, die nicht online stattfinden konnten, mussten abgesagt werden – und das waren viele.

Im Sommersemester gibt es laut Stefanie Köhler immer um die 1500 Kurse. Die Ausfallquote lag wegen Corona Stand 17. Mai 2021 (also einige Tage vor Beginn der Pfingstferien) bei 49 Prozent. Ein guter Teil, betont Stefanie Köhler, sei noch verschoben worden. Andere sind mittlerweile online abgehalten worden.

Maximal erlaubt sind in einem VHS-Kurs zehn Teilnehmer 

Mittlerweile dürfen dank der gesunkenen Inzidenzzahlen wieder alle Kurse als Präsenzangebot stattfinden. Maximal erlaubt sind zehn Teilnehmer, wobei auch diese Auflage bei einer weiter positiven Entwicklung der Corona-Zahlen wegfällt. Teilnehmen darf an Kursen, wer einen Antigen-Schnell- oder PCR-Tests vorweist, der nicht älter als 24 Stunden ist. Oder einen Impfpass, bei dem die Zweitimpfung mit einem Corona-Impfstoff mindestens zwei Wochen zurückliegt. Auch akzeptiert wird ein ärztlicher oder behördlicher Genesenen-Nachweis in Form eines positiven Testnachweises, der mindestens 28 Tage und höchstens sechs Monate alt sein darf.

Unterrichtet wird meistens mit „Zoom Education“

Nichtsdestotrotz boomt das Onlineangebot. Mit Abstand am meisten genutzt wird für den Onlineunterricht an der VHS Unteres Remstal das Programm „Zoom Education“, das die VHS extra dafür angeschafft hat und das von zwei jungen Kollegen betreut wird. „Es ist sicher und komfortabel. Wir sind froh darüber, dass wir uns schon früh für diesen Schritt entschieden haben“, unterstreicht Stefanie Köhler. Aber das müsse keine Entscheidung für immer sein. Der Volkshochschulverband sei mit der Weiterentwicklung eines eigenen Systems beschäftigt – „und wir können uns gut vorstellen, dorthin zu wechseln, wenn es unsere hohen Anforderungen erfüllt“.

Viele Dozenten haben sich in Sachen Onlinekurse weitergebildet

Zuallererst muss das Programm aus Stefanie Köhlers Sicht für die Kursleiter und Teilnehmer gut und problemlos funktionieren und sicher sein. Die Unterrichtsgestaltung variiert nach Fachbereich: Jene Dozentin, die einen Online-Kochworkshop abhalte, habe eine andere Zugangsweise als Sprachlehrer oder solche in Bewegungskursen. „Fast alle haben sich jedoch in den letzten 14 Monaten intensiv weitergebildet und pädagogische und didaktische sowie digitale Kompetenzen erworben. Unsere Fortbildungsquote war so hoch wie nie.“

Quote an Onlinekursen soll langfristig auf 50 Prozent steigen

Mit Blick aufs Kursprogramm für den Herbst und Winter plant die VHS Unteres Remstal viel Präsenzunterricht – schließlich sehnen sich laut Stefanie Köhler viele nach Begegnung und gemeinsamen Bildungserlebnissen. Auf der anderen Seite verfolge man auch das Ziel aller Volkshochschulen in Baden-Württemberg, langfristig den digitalen Kursbereich auszubauen, mit dem Fernziel einer Onlinequote von 50 Prozent. „Diese 50 Prozent sollen bei uns aber auf keinen Fall die Präsenzkurse verdrängen; wir sehen dies als künftige, zusätzliche Option obendrauf“, stellt Stefanie Köhler klar.

VHS-Dozenten konnten sich nicht gleich ab Februar 2021 impfen lassen

Dozenten an der VHS bekamen, anders als etwa Lehrer an Schulen oder Erzieher, von Februar 2021 an nicht die Möglichkeit, sich als Teil der Priogruppe zwei impfen zu lassen. Noch nicht einmal die Dozenten der Integrationskurse wurden berücksichtigt. Stefanie Köhler hat gemeinsam mit Initiativen der Dozenten darauf aufmerksam gemacht, aber lange Zeit ohne Erfolg. „Erst Ende April hat es hier Bewegung gegeben.“

Einen genauen Überblick, wie viele Dozenten bereits eine Impfung erhalten haben und wie viele von ihnen vollständig geimpft sind, hat die VHS-Leiterin nicht. „Aber inzwischen sind es sehr viele, das weiß ich aus Gesprächen.“

Pro Jahr sind an der VHS rund 600 Dozenten tätig

Alle Dozenten an der VHS Unteres Remstal sind Honorarkräfte, also freiberuflich tätig. Pro Jahr sind laut Stefanie Köhler rund 600 Dozenten im Einsatz. Wie viele gerade tätig sind, sei tagesaktuell verschieden und hänge davon ab, ob der jeweilige Kurs gerade beginnt, andauert oder gerade zu Ende ist. „Die Zahl zu erheben macht keinen Sinn, da sie sich täglich verändert und am Wochenende auch wieder ganz anders aussieht.“

Schließlich gibt es über Wochen oder Monate andauernde Kurse, Kompaktkurse über einige Tage, Wochenend-Seminare oder Abendveranstaltungen. Es gibt Kurse, in denen ein Dozent unterrichtet, aber auch solche, in denen jede Woche ein anderer Dozent unterrichtet oder in denen Lehrer-Tandems tätig sind. Die Volkshochschule Unteres Remstal hat übrigens in einem ihrer Häuser, genauer gesagt in der Eisenbahnstraße 23 in Fellbach, ein Testzentrum eröffnet und gibt so den Dozenten Gelegenheit, auch jenseits ihres Fachbereichs in einer bezahlten Tätigkeit aktiv zu sein. Sie kümmern sich dort um die Umsetzung von Antigen-Schnelltests.

Nicht alle VHS-Dozenten, die Geld vom Staat benötigt haben, erhielten es auch

Wie viele Dozenten an der Volkshochschule Unteres Remstal in den vergangenen Monaten Unterstützung vom Staat beantragen mussten, weiß Leiterin Stefanie Köhler nicht genau. „Da die Freiberufler uns keine Rechenschaft schuldig sind, kann ich nur das sagen, was bei mir in Gesprächen und Rückmeldungen ankam, und das ist teilweise in der Tat traurig.“ Unterstützung hätten fast alle gebraucht – aber leider hätten diese nicht alle bekommen. „Besonders wenn sie erst begonnen haben, sich selbstständig zu machen, gab es keine nachweisbaren Ausfälle anzurechnen und etliche sind in Existenzängste und -not geraten.“

Wegen Corona fanden an der Volkshochschule Unteres Remstal in den vergangenen Monaten nur wenige Kurse als Präsenzunterricht statt – und dadurch sind auch Dozenten in Existenznot geraten. Erlaubt waren laut VHS-Chefin Stefanie Köhler berufliche Maßnahmen, Berufssprachkurse und Abschlussmodule der Integrationskurse sowie Prüfungsvorbereitungskurse, von denen es seit der letzten Maiwoche drei gibt. Alle anderen Kurse, die nicht online stattfinden konnten, mussten abgesagt werden – und das

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