Waiblingen

Corona-Schnelltests: So gehen Firmen wie Bosch und Kaiser in Waiblingen mit der Pflicht um

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Symbolfoto. © Gaby Schneider

Unternehmen sollen jetzt allen Mitarbeitern, die nicht im Homeoffice arbeiten, verpflichtend Corona-Tests anbieten. Die Verordnung soll nächste Woche in Kraft treten. Wir haben Firmen aus Waiblingen gefragt, ob sie die Vorgabe schon erfüllen – und wie viele Beschäftigte sich im Schnitt testen lassen. Eine Testpflicht soll es nämlich weiter nicht geben. Auskunft gegeben haben Bonbonhersteller Kaiser, Bosch, die Kreissparkasse Waiblingen, die Stadtwerke Waiblingen und die Waiblinger Stadtverwaltung.

Verpflichtet sind die Mitarbeiter allerdings nicht, die Tests zu machen. Ganz im Gegensatz zu den Schulen: Vom 19. April an dürfen nur noch jene Schüler die Schule betreten, die sich testen lassen - und das gilt auch für die Notbetreuung. So gesehen sind die Vorgaben, welche die Politik den Unternehmen macht, immer noch weniger streng als bei den Schulen. Trotzdem ist die Verpflichtung für die Firmen, Tests anzubieten, eine Verbesserung zum bisherigen Zustand, in dem alles auf Freiwilligkeit beruhte. 

„Aktuell liefern wir die Test-Sets an alle Mitarbeitenden der Kreissparkasse aus. Die Testhäufigkeit orientiert sich am Kontaktprofil des Mitarbeitenden“, teilt Axel Kröninger, Pressesprecher der Kreissparkasse Waiblingen, auf Nachfrage unserer Redaktion mit. Die Sparkasse geht zu Beginn im Schnitt von einem Test pro Mitarbeiter pro Woche aus. Die Selbsttests können auf freiwilliger Basis zu Hause gemacht werden.

Bosch tut bereits alles Nötige

Bosch erfüllt bereits die Vorgaben zur Angebotspflicht. Das teilt Simon Schmitt von der Pressestelle des Weltkonzerns mit. Mitarbeiter an deutschen Standorten wie in Waiblingen, deren Tätigkeit eine Anwesenheit am Standort erfordert, haben laut Simon Schmitt mindestens einmal die Woche die Möglichkeit, einen Covid-19-Antigen-Selbsttest zu nutzen. Je nach lokaler Situation und den Aufgaben ist es laut Simon Schmitt möglich, sich öfter oder sogar täglich testen zu lassen.

Auch ist bei Bosch der vom Unternehmen entwickelten PCR-Schnelltest mit dem Analysegerät Vivalytic weiter im Einsatz – und zwar an mehr als 50 Standorten in Europa. „Das Angebot wird von den Mitarbeitern gut angenommen.“

Stadtwerke Waiblingen können noch nicht jedem Mitarbeiter einen Schnelltest anbieten

Die Stadtwerke Waiblingen warten noch auf die konkreten Formulierungen der Anordnung des Sozialministeriums. Bis jetzt können die Stadtwerke Waiblingen die geplante Vorgabe, jedem Beschäftigten, der nicht im Homeoffice ist, einen Corona-Schnelltest anzubieten, nicht erfüllen. Bernhard Zipp, Bereichsleiter Technik, teilte auf Nachfrage mit, dass es das Angebot natürlich ab dem Zeitpunkt des Inkrafttretens der Verordnung bei den Stadtwerken geben soll.

Kaiser hat in der 14. Kalenderwoche mit den Corona-Schnelltests angefangen

Beim Waiblinger Bonbonhersteller Kaiser haben die wöchentlichen Selbsttests bei der Belegschaft bereits in der 14. Kalenderwoche begonnen – sprich in der Woche vom Montag, 5. April, bis Sonntag, 10. April. Das teilt Mitarbeiterin Tanja Pettirossi mit. Die Mitarbeiter seien angehalten, den Test am ersten Arbeitstag der Woche durchzuführen. „Bei uns sind circa 90 Mitarbeiter. Alle anwesenden Mitarbeiter haben ihren Test gemacht.“

Die Stadt Waiblingen tut als Arbeitgeber ebenfalls schon sehr viel

Schon lange vor der Verpflichtung durch die Bundesregierung bietet die Stadt Waiblingen ihren Beschäftigten Corona-Schnelltests an – und zwar seit Mittwoch, 31. März 2021. Das teilt Oberbürgermeister Andreas Hesky mit. „Das war mir sehr wichtig, da die Tests eine hohe Sicherheit bieten, Infektionsketten zu erkennen und früh zu unterbrechen.“

Die Stadt ist laut OB Hesky mit der Verteilung der Selbsttests großzügig. Beschäftigte sollen, je nach Präsenztagen, pro Woche mindestens einen oder zwei Selbsttests machen. „Diese Tests können und sollen zu Hause, vor Arbeitsbeginn, durchgeführt werden, damit eventuell positiv Getestete nicht erst an den Arbeitsplatz kommen.“

Mitarbeiter der Stadt Waiblingen sollen Schnelltests zu Hause machen

Die Stadt vertraut dabei ihren Mitarbeitern, dass sie den Test verantwortungsvoll korrekt zu Hause durchführen. „Die Beschäftigten haben sehr aufgeschlossen auf das Selbsttestangebot reagiert“, betont Andreas Hesky. Es werde sehr gut nachgefragt.

Die Tests können laut dem Waiblinger Oberbürgermeister ganz unkompliziert in der für erforderlichen Menge beim Zentraleinkauf der Stadt nachbestellt werden. „Mir ist es wichtig, dass möglichst viele Personen sich möglichst häufig testen. Mit dem Selbsttestangebot der Stadt wird dies ermöglicht.“

Jeder kann Bürgertests nutzen

Hesky hat die Beschäftigten auch ermuntert, darüber hinaus auch vom Bürgertest Gebrauch zu machen. Dieser werde durch die Selbsttests nicht ausgeschlossen, sondern ergänzt diese. Jeder kann im Bürgerzentrum Waiblingen einen Test machen. „Das ist kein exklusives Angebot, sondern es steht allen zur Verfügung“, betont der Waiblinger Oberbürgermeister. Die Abrechnung der Tests erfolge über die Apotheken. Die Stadt sei dort finanziell nicht beteiligt – und die Bürgertests seien für die Menschen kostenlos. „Auch Beschäftigte von Betrieben können als Bürger – da geht es um den Wohnsitz in Deutschland, nicht um die Bürgereigenschaft in Waiblingen – einen solchen Bürgertest im Bürgerzentrum oder an anderer Stelle im Stadtgebiet machen.“

Spätestens alle drei Tage ein Test

Im Schnitt macht jeder Mitarbeiter der Stadt täglich durchschnittlich 0,4 bis 0,5 Tests. Das bedeutet laut dem OB in der Praxis, dass die Beschäftigten alle zwei, spätestens alle drei Präsenztage einen Selbsttest machen sollen. „Damit liegt die Stadt Waiblingen über den Vorgaben der Bundesregierung, die pro Woche nur einen Test vorsieht“ – und nur bei vielen Kontakten zwei Tests erwartet.

Waiblingen legt laut Oberbürgermeister Andreas Hesky nicht das Augenmerk auf „viele Kontakte“ (die Zahl wird ja nicht näher beziffert), sondern eher auf die Anwesenheit am Arbeitsplatz. „Wer unsicher ist und sich häufiger testen möchte, kann das auch tun. Tests helfen allen und schaffen auch eine gewisse Sicherheit.“

Unternehmen sollen jetzt allen Mitarbeitern, die nicht im Homeoffice arbeiten, verpflichtend Corona-Tests anbieten. Die Verordnung soll nächste Woche in Kraft treten. Wir haben Firmen aus Waiblingen gefragt, ob sie die Vorgabe schon erfüllen – und wie viele Beschäftigte sich im Schnitt testen lassen. Eine Testpflicht soll es nämlich weiter nicht geben. Auskunft gegeben haben Bonbonhersteller Kaiser, Bosch, die Kreissparkasse Waiblingen, die Stadtwerke Waiblingen und die Waiblinger

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