Waiblingen

Corona: So sichern die Stadtwerke Waiblingen die Versorgung

Hausanschlusssanierung
Mitarbeiter der Stadtwerke sind am Mittwoch, 9. Februar, in der Sudetenstraße 21 in Waiblingen bei einer Hausanschlusssanierung tätig. © ZVW/Gabriel Habermann

Aktuell gibt es auch unter den 165 Mitarbeitern der Stadtwerke Waiblingen Coronafälle – doch noch ist laut Technik-Bereichsleiter Bernhard Zipp in der Omikron-Welle alles im überschaubaren Rahmen. Seit Beginn der Pandemie seien die Stadtwerke in Sachen Corona-Infektionen unterdurchschnittlich betroffen gewesen – und das führt der Leiter der hausinternen Corona-Arbeitsgruppe auf ein Bündel an Schutzmaßnahmen zurück.

Ganz oben steht da die AHAL-Regel – sprich Abstand halten, Hygiene beachten, im Alltag eine Maske tragen und regelmäßig lüften. Letzteres ist aus Sicht von Bernhard Zipp am allerwichtigsten – und darum gibt es bei den Stadtwerken in Sachen Fensteröffnen klare Vorgaben.

Bei Besprechungen vor Ort mindestens alle 30 Minuten stoßlüften

In den Räumen der Stadtwerke müssen Mitarbeiter, wenn sie einen Präsenz-Termin mit jemandem haben, mindestens alle 30 Minuten stoßlüften. Ein CO2-Sensor gibt zudem einen Warnton von sich, wenn die Konzentration an Kohlenstoffdioxid zu hoch ist. Allerdings sind die Kollegen hier laut Bernhard Zipp mittlerweile noch vorsichtiger. „Tatsächlich handhaben wir das überwiegend so, dass wir die Fenster immer offen haben.“

Als Betrieb der kritischen Infrastruktur haben die Stadtwerke Waiblingen natürlich noch einige weitere Vorkehrungen getroffen, von denen viele schon seit Beginn der Pandemie in Kraft sind – zum Beispiel die räumliche Trennung von Mitarbeitern mit ähnlichen Qualifikationen. Bernhard Zipp nennt hier exemplarisch den Strommeister, der für 15 Mitarbeiter verantwortlich ist und einen Stellvertreter hat. Hier ist klar, dass der Strommeister und sein Stellvertreter niemals zusammen in einem Raum sitzen dürfen – selbst wenn sie fleißig lüften und beide eine Maske tragen. „Wenn dann einer ausfallen sollte, haben wir noch einen Zweiten.“

Die Techniker der Stadtwerke können nicht im Home-Office arbeiten

Solche Regeln kommen letztlich aus der Corona-Arbeitsgruppe, die regelmäßig alle ein bis zwei Wochen tagt. Bernhard Zipp verschickt als Leiter regelmäßig Mails an alle Mitarbeiter, in denen aktuelle Regeländerungen thematisiert werden. Die Mitarbeiter der Verwaltung können längst problemlos im Home-Office arbeiten, die technischen Voraussetzungen dafür sind schon vor langer Zeit geschaffen worden – und Besprechungen finden dann eben per Videokonferenz statt. Bei den rund 100 Technikern für Strom, Gas, Wasser, Wärme, Bäder und Breitband-Internet, für die Bereichsleiter Bernhard Zipp zuständig ist, sieht es anders aus. „Das sind Leute, die schlecht von daheim aus arbeiten können.“

Gemeinsame Fahrten in Dienstfahrzeugen sind wieder möglich

Zu Beginn der Pandemie arbeiteten die Techniker in kleinen und zugleich festen Teams. Auf diese Weise war es den Stadtwerken möglich, weiter an ihrem Programm festzuhalten und wie geplant zu investieren. Als im ersten Halbjahr 2021 die Inzidenz hoch und kaum jemand geimpft war, fuhren die Mitarbeiter der Stadtwerke noch mit Privatfahrzeugen zu Kundenterminen. Ganz bewusst wurde auf gemeinsame Fahrten in Dienstfahrzeugen verzichtet, die Kilometer für die Fahrten in den privaten Autos wurden dann übers Unternehmen abgerechnet.

Mittlerweile wurde diese Trennung bei den Monteuren laut Bernhard Zipp wieder aufgehoben, auch weil es organisatorisch auf Dauer schwer durchzuhalten war. Und wie gesagt müssen die Techniker ja noch Abstand halten, sich die Hände desinfizieren und ihre Maske tragen.

Schnelltests können bei den Stadtwerken auch unter Aufsicht gemacht werden

Letztere erhalten sie kostenfrei von den Stadtwerken. Anfangs, als medizinische Masken noch Mangelware gewesen sind, verteilte das Unternehmen noch Stoffmasken. Mittlerweile gibt es FFP2-Masken und KN95-Masken. Wer einen Schnelltest machen möchte, erhält kostenlose Selbsttests – unabhängig davon, ob er geimpft ist oder nicht. Zudem bieten die Stadtwerke ihren Mitarbeitern zweimal pro Woche Schnelltests unter Aufsicht an, bei denen geschultes Personal die Tests vornimmt und dafür Zertifikate ausstellt.

Diese Schnelltestbescheinigungen können dann zum Beispiel verwendet werden, wenn sie bei einem Kundentermin verlangt werden. Die Beschäftigten haben dadurch den Vorteil, dass sie nicht extra zu einem Corona-Testzentrum gehen müssen, sondern alles bei der Arbeit erledigen können. Bernhard Zipp findet es wichtig, diese Schnelltests zu nutzen – und zwar nicht nur dann, wenn man Symptome hat.

Enorme Einnahmeausfälle bei den Bädern

Wenn der Technik-Bereichsleiter auf die Finanzen schaut, gibt es durch die Pandemie klare Nachteile. Dabei fallen die Ausgaben für Schnelltests oder Masken kaum ins Gewicht. Finanziell mehr belasten der organisatorische Aufwand oder die enormen Einnahmeausfälle bei den Bädern im Vergleich zur Zeit vor Corona. Am Anfang der Pandemie kam laut Technik-Bereichsleiter Zipp noch hinzu, dass der Strom- und Gasverbrauch der Industrie stark gesunken war – und gleichzeitig der Verbrauch in Privathaushalten stieg. „Das merkt man jetzt aber nicht mehr.“

Dass die Stadtwerke bislang mit wenig Infektionen durch die Pandemie kamen, erklärt sich Bernhard Zipp zum Teil auch mit der Impfrate im Unternehmen. „Wir haben eine sehr hohe Impfquote und Booster-Quote.“ Bei Inzidenzen um die 1000 ist Zipp aber klar, dass es auch passieren kann, dass die Stadtwerke in der aktuellen Omikron-Welle doch noch stärker betroffen sein können als derzeit. „Rein statistisch ist die Wahrscheinlichkeit hoch“, sagt der Technik-Bereichsleiter. Schließlich bedeutet eine Inzidenz von 1000, dass jeder hundertste Mensch innerhalb von sieben Tagen infiziert ist.

Energieversorger in der Region unterstützen sich im Notfall gegenseitig

Bei hohen Infektionsraten im eigenen Betrieb könnten die Stadtwerke auf andere Energieversorger aus der Region Stuttgart zählen. Es gibt nämlich laut Bernhard Zipp mündliche und schriftliche Absprachen mit diesen Unternehmen, sich in solch einem Fall auszuhelfen, etwa mit Personal. Die Stadtwerke Waiblingen haben seit Beginn der Pandemie bereits anderen Energieversorgern aus der Region geholfen, als diese wegen Corona-Ausfällen Unterstützung brauchten. Sie selbst benötigten laut Bernhard Zipp noch keine Hilfe von einem Versorger aus der Region – aber allein die Tatsache, dass es dafür Pläne gibt, hilft einem Betrieb der kritischen Infrastruktur ungemein.

Techniker müssen bei einer Störung in 30 Minuten beim Kunden eintreffen

Denn im Fall einer Störung gibt es für den Bereitschaftsdienst klare Vorgaben. Innerhalb einer halben Stunde müssen die Techniker beim Kunden sein und die ersten Sicherungsmaßnahmen treffen. „Ich brauche Leute, die schnell da sind.“ Wenn wegen Corona-Ausbrüchen nicht genug Techniker da wären, könnten die Stadtwerke ihren Versorgungsauftrag nicht erfüllen.

Wenn die Stadtwerke nun Hilfe von einem Unternehmen aus Hannover bekommen würden, wäre den Kunden damit aber kaum gedient – denn es braucht in jedem Fall ortskundige Fachleute, welche die Versorgungsnetze kennen. Wenn irgendwo Gas austritt, werden Menschen benötigt, die sich vor Ort auskennen.

Aktuell gibt es auch unter den 165 Mitarbeitern der Stadtwerke Waiblingen Coronafälle – doch noch ist laut Technik-Bereichsleiter Bernhard Zipp in der Omikron-Welle alles im überschaubaren Rahmen. Seit Beginn der Pandemie seien die Stadtwerke in Sachen Corona-Infektionen unterdurchschnittlich betroffen gewesen – und das führt der Leiter der hausinternen Corona-Arbeitsgruppe auf ein Bündel an Schutzmaßnahmen zurück.

Ganz oben steht da die AHAL-Regel – sprich Abstand halten, Hygiene

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