Waiblingen

Darum werden die Leitplanken gerade umgerüstet

Sattelkipper uebersteigt durchbruchsichere Mittelleitplanke, B 14, Leutenbach-Nellmersbach, Rems-Murr-Kreis, Ba.-Wue., 22.03.201
Dieser Unfall hätte in einer Katastrophe enden können: Der Laster hat auf der B 14 die Mitteilleitplanke durchbrochen und die Gegenfahrbahn überquert. Zum Glück war dort zum Unfallzeitpunkt niemand unterwegs. © Benjamin Beytekin

Waiblingen. Bald dürfte ein Unfall wie dieser nicht mehr passieren: Die Mittelleitplanken entlang zweispuriger Bundesstraßen werden mit Stahl verstärkt, damit möglichst kein Laster sie durchbrechen kann. Genau das ist jetzt an der B 14 passiert – ein paar Wochen vor der Umrüstung der Leitplanken. Der Sachschaden beläuft sich auf rund 90 000 Euro.

Ursache des Unfalls war ein Reifenplatzer. Kurz nach dem Leutenbachtunnel in Richtung Backnang zerbarst am Donnerstagmorgen kurz vor halb neun der vordere linke Reifen an der Sattelzugmaschine eines 53-Jährigen. Das Gespann geriet nach links, durchbrach die Mittelleitplanke, schlitterte quer über die Gegenfahrbahn und kam erst auf der anderen Seite an einem Hang zum Stehen. Es ist niemand verletzt worden. Wäre der Lastwagen auf der Gegenspur mit einem anderen Fahrzeug kollidiert – wer weiß, welch dramatische Folgen der Unfall gehabt hätte.

Nur etwa 15 Kilometer vom Unfallort entfernt stehen seit vielen Wochen dauernd Autofahrer im Stau. Der Grund: An der B 29 lässt das Straßenbauamt des Landratsamts zurzeit die Mittelleitplanken umrüsten. Vorbereitende Arbeiten begannen bereits im Sommer vergangenen Jahres. Als ersten Abschnitt für die Umrüstung nahm sich das Straßenbauamt die B 29 zwischen den Anschlussstellen Waiblingen-Beinstein und Remshalden-Geradstetten vor.

Umrüstung aller Mittelleitplanken entlang zweispuriger Bundesstraßen

Das war nur der Anfang. Nach und nach sollen Stahl- oder Betonsysteme an den Mittelleitplanken entlang sämtlicher zweispuriger Bundesstraßen dafür sorgen, dass möglichst kein Fahrzeug mehr die Planken durchbrechen und auf die Gegenspur geraten kann. So will es das Regierungspräsidium Stuttgart. Die Umrüstung soll die Verkehrssicherheit „wesentlich verbessern“, so eine Sprecherin des Regierungspräsidiums. Bis spätestens Ende des Jahres 2020 soll das Projekt überall umgesetzt sein. „Die B 14 gehört ebenfalls zu diesem Umrüstungsprogramm und wird abschnittsweise umgerüstet“, teilt das Regierungspräsidium (RP) auf Anfrage mit.

Laut Plan beginnen im Mai die Arbeiten dort, wo jetzt der Unfall passiert ist. Zurzeit läuft die Vergabe für die Umrüstungsarbeiten auf der B 14 zwischen Leutenbachtunnel und Nellmersbach, so die Sprecherin weiter. Pro Kilometer sei mit Kosten von circa 500 000 Euro zu rechnen. Entlang besagter Strecke kommen Stahlschutzplanken zum Einsatz, weil die Mittelstreifen für Betonsysteme zu schmal seien.

An der Unglücksstelle ist der erste Bauabschnitt geplant

Derweil schreitet die Umrüstung der Schutzplanken an der B 29 voran. Die aktuellen Arbeiten im zweiten Abschnitt zwischen Endersbach und Beutelsbach haben sich laut einer Sprecherin des Landratsamts wegen des Frosts etwas verzögert. Bereits in den nächsten Tagen beginnen parallel die Arbeiten im dritten Abschnitt zwischen Beutelsbach und Grunbach.

An der B 14 wird dann mit den Umbauarbeiten an den Mittelleitplanken just dort begonnen, wo jetzt der Laster die Mittelleitplanke durchbrochen hat. Als ersten Bauabschnitt hatten die Behörden bereits lange vor diesem Unfall die Strecke zwischen Leutenbachtunnel und Nellmersbach auserkoren.