Waiblingen

Das essen die Marktleute im Winter

1/8
Wintergemüse
Kohl aller Art – ob Chinakohl, Wirsing oder Blaukraut – und Kürbisse lassen sich lagern. © Habermann / ZVW
2/8
Wintergemüse
Steckrüben und schwarze Rettiche aus Deutschland gibt’s im Winter ... © Habermann / ZVW
3/8
Wintergemüse
Eberhard Burtsche liebt Kohlröschen. © Gabriel Habermann
4/8
_3
Lauch und Brokkoli – das isst Tatjana Eberle im Winter am liebsten. Den Lauch gibt’s auch in der kalten Jahreszeit aus deutschem Anbau, der Brokkoli wird aus wärmeren Ländern importiert.
5/8
Wintergemüse
Bei Rosa Wunder kommt vor allem Fleisch auf den Tisch, wenn’s draußen kalt ist. © Gabriel Habermann
6/8
Wintergemüse
Karin Medinger isst in der kalten Jahreszeit gerne Rosenkohl – und Linsen mit Spätzle. © Gabriel Habermann
7/8
Wintergemüse
Wurzelgemüse ist für Martina Gumpert-Mayer das leckerste Winteressen. © Gabriel Habermann
8/8
Wintergemüse
Für Daniel Schmid geht im Winter nichts über Spinat aus eigenem Anbau. © Gabriel Habermann

Waiblingen. Grünkohl, Karotten und Feldsalat – was es im Winter auf dem Waiblinger Wochenmarkt zu kaufen gibt, ist keine Überraschung. Aber was essen die Marktleute selbst eigentlich in der kalten Jahreszeit am liebsten? Wir haben nachgefragt.

Minus 5 Grad und Sonne: Wacker trotzen die Marktleute in ihren dürftig beheizten Zelten den frostigen Temperaturen. Vielleicht hilft der Gedanke an ein schönes, warmes Winteressen gegen die Kälte?

Für Eberhard Burtsche ist momentan Kohlröschen das höchste der kulinarischen Gefühle.

Kohlröschen ist eine recht neue Gemüsesorte – eine Mischung aus Rosenkohl und Grünkohl, im Geschmack aber eher nussig, als kohlig. Daher schmecke es auch denjenigen, die auf Rosenkohl sonst lieber verzichten, sagt Burtsche, der mit seinem Gemüsestand bereits seit fast 35 Jahren auf dem Waiblinger Wochenmarkt steht. „Mit Zwiebeln und Speck in der Pfanne kurz angebraten, das ist einfach herrlich“, schwärmt er. Sehr gerne isst er auch Lauchgemüse mit Kartoffeln und dazu Ackersalat oder Zuckerhut, einen spitzen Wintersalat, dessen Geschmack dem von Endiviensalat ähnelt.

Brokkoli - kein einheimisches Wintergemüse

Lauch ist auch das liebste Wintergemüse von Tatjana Eberle, die seit anderthalb Jahren auf dem Wochenmarkt Brot und Käse verkauft. Sie isst ihn am liebsten indisch zubereitet, mit Kartoffeln, Kichererbsen und Gewürzen.

Zwar kein einheimisches Wintergemüse ist der Brokkoli, aber Eberle schmeckt auch er in der kalten Jahreszeit besonders gut: „Ich fülle damit gerne Pfannkuchen. Zusammen mit Schafskäse ist das richtig lecker“, sagt die Verkäuferin, dick eingemummelt in ihre rote Wolljacke.

Fleisch in allen Variationen

Bei Rosa Wunder, die auf dem Markt Eier, Nudeln und Fleisch verkauft, kommt im Winter vor allem Letzteres auf den Tisch – und zwar in allen Variationen.

„Da bin ich gar nicht so wählerisch, Geflügel, Wild, Rind, Schwein, das esse ich alles gern“, sagt die Dame, die bereits seit mehr als 30 Jahren Marktbeschickerin ist. Als Beilagen schmecken ihr im Winter Grünkohl und Rosenkohl besonders gut.

Rosenkohl gedünstet und gebraten

Karin Medinger isst in der kalten Jahreszeit gerne Rosenkohl: „Einfach weil man ihn so vielfältig zubereiten kann“, sagt die Marktfrau.

Ihr Familienbetrieb ist bereits seit 40 Jahren mit einem Gemüsestand auf dem Waiblinger Markt vertreten, sie selbst ist seit 20 Jahren dabei. Am besten schmecken ihr die kleinen Kohlröschen gedünstet und mit Butter in der Pfanne gebraten, oder als Auflauf. Auch Feldsalat, Blaukraut und Kartoffelsuppe gehören für sie als Winteressen fest dazu. Aber am allerliebsten isst sie, wenn es draußen so richtig kalt ist, Linsen mit Spätzle, verrät Medinger. „Das kommt zwar nicht aus unserem eigenen Anbau, aber ich mag es einfach!“

Ein Auflauf aus Steckrüben, Roter Bete und Süßkartoffeln

Ein ganz spezielles Winteressen bereitet Martina Gumpert-Mayer zu: Sie würfelt Wurzelgemüse aus dem eigenen Anbau, wie zum Beispiel Rote Bete, Kartoffeln, Urkarotten, Steckrüben und Süßkartoffeln ganz klein und dünstet die Stückchen mit Zwiebeln an. „Das kann man dann entweder im Backofen mit Käse überbacken, oder auch einfach in der Pfanne anbraten“, erklärt sie.

Sehr lecker findet sie’s, ihr Mann isst’s notgedrungen – nur die Rote Bete, die lässt er lieber weg. Auch die Kinder sind nicht ganz so begeistert. „Aber die picken sich das raus, was ihnen schmeckt“, sagt Gumpert-Mayer, die seit 16 Jahren auf dem Markt dabei ist. Für alle, die wie ihr Mann keine Rote Bete-Fans sind, hat die Marktfrau noch einen Tipp: Sie lässt sich auch durch Kürbis ersetzen oder durch Gelbe Bete, die nicht ganz so erdig schmeckt.

Spinat aus eigenem Anbau

Daniel Schmids persönlicher Winterhit ist Spinat, am liebsten aus eigenem Anbau. „Ganz kurz gedämpft, mit Tomaten und das dann über Spaghetti“ empfiehlt er ihn. „Das ist was ganz Tolles.“ Als Gewürze nutzt er gerne nur Salz und Pfeffer, um den Eigengeschmack des Spinats zu erhalten.

Mit seinem Obst- und Gemüsestand ist er bereits seit mehr als 25 Jahren auf dem Wochenmarkt vertreten. „Als Erzeuger essen wir natürlich gerne alles, was wir im Winter selbst anbauen“, sagt Schmid. Das seien vor allem Wirsing, Weißkraut, Rosenkohl, Feldsalat und Zuckerhut. Aber hin und wieder stehe auch Fenchel aus Italien auf seinem Speiseplan, verrät er.


Der Wochenmarkt

Der Waiblinger Wochenmarkt auf dem Marktplatz ist immer mittwochs und samstags, jeweils von 7 Uhr bis 13 Uhr, geöffnet.