Waiblingen

Das gibt es jetzt im Garten zu tun

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In ihrem Garten in der Kleingartenanlage „Schänzle“ mischen Milka Schmidt und ihr Enkelsohn Bela (links) hauseigenen Kompost in die Erde und säen Gelbe Rüben aus. Friederike Arras, Vorsitzende der Gartenfreunde Waiblingen, gibt derweil Gartentipps für unsere Leser. © ZVW/Alexandra Palmizi

Waiblingen.
Der Frühling ist da, und im Garten gibt es viel zu tun. Wie gut, dass in Corona-Zeiten ohnehin Zuhausebleiben angesagt ist. Was es im April und bis in den Mai hinein auf dem Balkon und im Garten zu tun gibt, erklären Friederike Arras, Vorsitzende der Gartenfreunde Waiblingen, und Helmut Schmalzried, stellvertretender Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Neustadt.

1. Erde vorbereiten

Die Erde für die vorgesehenen Nutzbeete muss gut vorbereitet sein, sagt Friederike Arras. Das heißt: Unkraut jäten und den Boden auflockern. Größere Steine werden aufgesammelt und am Gartenrand aufgeschichtet. Ein idealer Ort für Eidechsen und Blindschleichen. Um den Boden zu verbessern, wird der hauseigene Kompost vom vergangenen Jahr sorgfältig durchgesiebt und leicht eingearbeitet.

2. Aussäen

Eine abwechslungsreiche Mischkultur garantiere im laufenden Gartenjahr eine reiche Ernte, sagt Arras. Werden Gelbe Rüben und frühe Radieschen gemeinsam ausgesät, sind die Radieschen schneller reif. Und das Hacken geht nicht mehr so schwer von der Hand. Denn durch das gemeinsame Anpflanzen entsteht nicht so viel Unkraut. Wenn die Radieschen aus der Erde gezogen werden, entsteht genügend Platz zum Hacken, erklärt Arras.

Ihr Tipp: Damit gerade die Aussaat von Möhren gelingt, bietet es sich an, die feinen Samen mit trockenem Sand zu vermischen, in eine Streudose zu füllen und dann auszustreuen. Da die Samen auf dem hellen Sand gut zu sehen sind, kann ihr Platz korrigiert und das Saatgut dann angedrückt werden. Bis zur Keimung muss die Saat feucht gehalten werden. Auch Rote Bete, Spinat, Rettich, Salat und einige Kohlarten können im April gesät werden, sagt Helmut Schmalzried.

3. Pflänzchen vorziehen

Tomaten- und Paprikasamen werden zu Hause in Töpfchen ab Anfang bis Mitte April vorgezogen. Sie wachsen kompakt, stämmig und kräftig bei Temperaturen von 16 bis 18 Grad Celsius, sagt Arras. Vorsicht: Stehen sie zu warm und dunkel, entwickeln sich nur schwächliche, wenig standfeste Pflänzchen. Ab Mitte April können außerdem Kürbis, Zucchini und Gurken im Haus vorgezogen werden. Auf den Balkon oder in den Garten sollten die kleinen Pflanzen aber erst nach den Eisheiligen (11. bis 15. Mai). Bis dahin müssen alle Pflänzchen regelmäßig leicht gegossen werden.

Es darf sich aber kein Schimmel auf der Erde bilden. Wer ein Frühbeet nutzt, muss an sonnigen und warmen Tagen die Abdeckung nach 10 Uhr öffnen und am frühen Nachmittag wieder schließen, so Arras. Ansonsten werde es in dem geschlossenen Beet sehr heiß und die Pflänzchen könnten verbrennen. Außerdem tue eine Durchlüftung den Pflanzen und der Erde gut.

4. Pflanzen zurückschneiden

Wer zum Beispiel Lavendel und Salbei gepflanzt hat, sollte diese jetzt um ein gutes Drittel zurückschneiden, sagt Arras. Umso kräftiger treiben sie aus. Das gilt auch für Kübelpflanzen, die jetzt aus dem Haus nach draußen geräumt werden können. Im April sind das Pflanzen, die leichte Minusgrade vertragen, wie zum Beispiel die Dattelpalme oder Mandarinen, sagt Schmalzried.

Der Rückschnitt der Kübelpflanzen sollte beim Ausräumen erfolgen, sagt er. Denn dann werden auch die verkümmerten Wintertriebe mitentfernt. Wichtig sei außerdem, die Pflanzen erst mal drei Wochen lang in den hellen Schatten zu stellen und nicht direkt in die pralle Sonne. Da verbrennen sie sonst. Das gelte auch für Kakteen.

5. Obstbäume schneiden

Wer Obstbäume im Garten oder auf seinem Stückle hat, kann stark wachsende und empfindliche Bäume noch bis zum Austrieb schneiden, sagt Schmalzried. Leimringe gegen Schädlinge, die am Stamm befestigt sind, können außerdem entfernt werden.

6. Rasen pflegen

Bei abgetrockneter Oberfläche sollte der Rasen vertikutiert, nachgesät und gedüngt werden, rät Schmalzried. Er empfiehlt, die neuen Aussaatstellen außerdem leicht mit einem Substrat abzudecken. Alle paar Jahre sollte die Grasfläche nach dem Vertikutieren außerdem mit Sand bestreut werden.

7. Zimmerpflanzen umtopfen

Wer weder Balkon noch Garten hat oder zusätzlich Blumen im Haus hat, kann sich damit beschäftigen, Zimmerpflanzen umzutopfen. Denn dafür ist das Frühjahr die beste Zeit, sagt Schmalzried. Der Topfballen sollte dafür einen Tag vorher angefeuchtet werden. Durch vorsichtiges Klopfen auf den Topfrand lässt sich der Ballen dann vom Topf lösen und herausheben. Bei kleinen Pflanzen sei Vorsicht gefragt, so Schmalzried, denn sie können leicht abreißen.

Ist durch starke Durchwurzelung sogenannter Wurzelfilz, also eine dichte Verflechtung dünner Wurzeln entstanden, empfiehlt Schmalzried, diesen aufzureißen. So können sich die neuen Wurzeln besser bilden, erklärt er. Beim Umtopfen sollte außerdem auf das richtige Substrat geachtet werden. Für Kakteen und Sukkulenten beispielsweise sei ein Substrat mit hohem Stein- und Sandanteil angemessen. Für die meisten Topfpflanzen reiche allerdings normale Blumenerde.