Waiblingen

Das Remstal soll blühen

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Der Bienenbestand im Rems-Murr-Kreis ist drastisch zurückgegangen. Das soll sich nun ändern. © Alexander Roth
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Zur Gartenschau 2019 soll das Remstal blühen.
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Die Scheckübergabe mit (von links) dem Vereinsvorsitzenden Wolfgang Groh, Stihl-Vorstandsmitglied Dr. Michael Prochaska, Imker Bernhard Willi und der Waiblinger Baubürgermeisterin Birgit Priebe fand vor dem Alvarium in der Talaue statt.

Waiblingen. Die Firma Stihl fördert den Bezirksimkereiverein Waiblingen und Umgebung mit 10 000 Euro. Die Imker haben Großes vor: Zur Remstal-Gartenschau sollen 200 neue Blühflächen entstehen. Mitmachen darf jeder, der Lust hat. Das nötige Fachwissen soll eine Homepage vermitteln. Bernhard Willi vom Imkerverein hatte die Idee dazu – und träumt von einem „Bienenparadies“.

Den 10 000-Euro-Scheck übergab Stihl-Vorstandsmitglied Dr. Michael Prochaska dem Vereinsvorsitzenden Wolfgang Groh beim Alvarium in der Talaue. Mehr als 100 Gruppen Kinder und Jugendlicher besuchen das Bienen-Info-Häuschen des Imkervereins jährlich. Stihl möchte mit dem Geld diese Umweltbildung fördern. Unter anderem sollen neue Schaubienenkästen für das Alvarium angeschafft werden.

Er sehe schon die fröhlichen Knirpse in die Talaue marschieren, wenn bald die „Mia-Stihl-Kita“ in nächster Nähe eröffnet werde, sagte Michael Prochaska.

Der Bestand ist drastisch zurückgegangen

Schon jetzt machen zusätzlich zu den Kindergruppen 600 bis 800 Menschen jährlich auf ihrem Sonntagsspaziergang am Alvarium halt. An vielen Sommertagen sind Vereinsmitglieder ehrenamtlich im Einsatz, um den Menschen die Welt der Bienen näherzubringen. Die ist bekanntermaßen gefährdet: Immer weniger Nahrung finden die emsigen Insekten in der Umgebung. Die Folge: Der Bestand ist drastisch zurückgegangen.

Das soll sich zur Remstal-Gartenschau 2019 ändern. Das ambitionierte Ziel von Imker Bernhard Willi und seinen Vereinsmitgliedern ist es, in den 16 teilnehmenden Kommunen insgesamt 200 neue Blühflächen entstehen zu lassen – also Stückle, Gärten und Wiesen, auf denen es blüht und auf denen Bienen Nahrung finden.

Blühfläche als Referenz für Nachahmer

Dafür soll unter anderem eine Homepage entstehen, auf der sich Hobby-Gärtner und Stücklesbesitzer, aber auch Kommunen und Organisationen darüber informieren können, wie den Bienen an der Rems zu helfen ist. Gelistet werden dann geeignete Blühpflanzen – Blumen, Stauden und Bäume. Es wird erklärt, wo sie gedeihen und wie sie gepflegt werden. Die Verantwortlichen wollen auch selbst solche Blühflächen anlegen, quasi als Referenz für Nachahmer. Es soll ein Netzwerk entstehen, in dem sich Bienenfreunde austauschen können. Und die Homepage soll ein Verzeichnis aller Flächen bieten – inklusive Fotos der Blütenpracht: „Wir fotografieren ja auch ständig unser eigenes Essen, in diesem Fall dann eben das der Bienen“, sagt Willi und lacht.

Mit dem Projekt ist es ihm allerdings richtig ernst: In der Region Bienen zu halten werde immer unwirtschaftlicher. Viele Imker geben auf oder ziehen um. Diesem Trend wollen Willi und seine Mitstreiter etwas entgegensetzen. Damit der Stein ins Rollen kommt, brauchen sie finanzielle Unterstützung.

Besondere ökologische Verantwortung

Da kommt die Finanzspritze des Waiblinger Weltunternehmens – vermittelt von Baubürgermeisterin Birgit Priebe – gerade recht. Die Firma Stihl betont in einer Pressemitteilung zur Spende: „Als ein weltweit führender Hersteller von Motorsägen und Motorgeräten (...) trägt Stihl eine besondere ökologische Verantwortung, der wir gerne nachkommen.“ Stihl-Vorstandsmitglied Michael Prochaska drückte es bei der Scheckübergabe so aus: „Es gibt hier schon viele fleißige Menschen. Wir wollen, dass auch viele fleißige Bienen kommen.“