Waiblingen

"Der Großteil trägt keine mehr": So läuft der Schul-Unterricht ohne Maskenpflicht

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Symbolbild. © Benjamin Büttner

Maske tragen – ja oder nein?: Vor dieser Entscheidung stehen aktuell viele Menschen. Auch in Schulen entfällt seit Montag, 4. April, die Maskenpflicht. Wie aber sieht es in der Realität aus? Wird der Mund-Nasen-Schutz weiterhin freiwillig getragen oder gehört er bereits der Vergangenheit an?

Axel Rybak, Schulleiter der Staufer-Realschule in Waiblingen, spricht über seine Beobachtungen am ersten Schultag ohne Maske: „Die meisten Lehrer tragen eine FFP2-Maske“, berichtet Rybak. Unter den Schülern sei es eher gemischt. Mal seien sie ohne, mal mit Maske unterwegs, so der Schulleiter. Auch er trage weiterhin eine Maske. Wie es im Unterricht aussieht, könne er zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. „Am Montag habe ich bislang nur Sport unterrichtet“, so Axel Rybak. „Und da kommt die Maske runter.“

Schulleiterin: „Der Großteil trägt in den Klassen wohl keine Maske mehr“

Eine andere Beobachtung macht Birgit Bürk, Schulleiterin der Kaufmännischen Schule Waiblingen. „Der Großteil trägt in den Klassen wohl keine Maske mehr“, so Bürk. Dagegen habe sie vom Kollegium am Montag „fast noch niemanden ohne Maske gesehen“. Die Schulleiterin trage auch selbst weiterhin Maske.

Unter den Schülerinnen und Schülern der Kaufmännischen Schule bietet das Ende der Maskenpflicht aber auch Konfliktpotenzial. Es sei vereinzelt vorgekommen, dass Schüler für das Tragen der Maske von Klassenkameraden verurteilt wurden. Dabei handle es sich um Einzelfälle, so die Schulleiterin. Im Vorfeld habe sie allerdings darauf hingewiesen, dass die Entscheidung jedes Einzelnen toleriert werden soll – egal, ob jemand eine Maske trage oder nicht. „Wer eine Maske trägt, muss standfest bleiben“, sagt Birgit Bürk.

Das Ende der Maskenpflicht spaltet nicht nur die Gemüter. Die Schulleitungen der Weinstädter Schulen haben einstimmig die Empfehlung ausgesprochen, die Maske bis zu den Osterferien zu tragen. Ebenso haben sich die Schulen in Waiblingen abgestimmt, einheitlich vorzugehen, so Axel Rybak. Der Schulleiter der Staufer-Realschule rät in einem Elternbrief, in Hinblick auf das Infektionsgeschehen „behutsam mit der Maskenbefreiung umzugehen“. Auch appelliert die Schulleitung der Kaufmännischen Schule „an alle Schüler und Schülerinnen sowie die übrigen Schulangehörigen, weiterhin freiwillig eine Maske zu tragen“, schreibt Birgit Bürk auf der Homepage der Schule.

Diese Empfehlung gelte insbesondere für die Abschlussklässler, die nach den Osterferien ihre Prüfungen schreiben. „Niemand will kurz vorher krank werden und geschwächt in die Prüfung gehen“, sagt sie.

Prüfungen zu wiederholen sei ein zeitlicher und organisatorischer Aufwand

Doch genau in den Abschlussklassen „ist die Moral sehr gering, eine Maske zu tragen“, sagt die Schulleiterin. Das stößt bei Birgit Bürk auf Bedenken. Sie erklärt: „Abiturienten haben Nachprüfungen. Bei den Abschlussprüfungen der Azubis gibt es aber keine Nachprüfungen.“

Dies bedeute, dass ein Prüfling im Krankheitsfalle seine Ausbildung um ein halbes Jahr verlängern müsse. Denn die nächsten Prüfungen finden erst wieder im November statt. „Und das bedeutet auch: ein halbes Jahr länger Azubi-Gehalt“, so Bürk. Um dem entgegenzuwirken, werden die Schülerinnen und Schüler bereits eine Woche vor den Prüfungen aus dem Präsenzunterricht genommen. Der Unterricht erfolge dann online, so die Schulleiterin.

Derzeit laufen bereits Prüfungen an der Staufer-Realschule. „Es sind praktische Prüfungen aus den Wahlpflichtfächern“, sagt Axel Rybak. Diese seien zeitlich sehr aufwendig zu organisieren. Müssten sie wiederholt werden, „wird es zeitlich eng“, sagt Rybak.

Bei den theoretischen Prüfungen macht sich der Schulleiter weniger Sorgen. „Bei diesen Prüfungen sitzen die Absolventen sowieso weit auseinander, damit sie nicht abschreiben können“, sagt Rybak. Einen Vorteil habe die neue Regelung der Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg. „Es gibt nun keine räumliche Trennung mehr in Prüfungssituationen“, sagt er.

Staufer-Realschule: Zurzeit fehlen 24 Schülerinnen und Schüler coronabedingt

Eine Sicherheit gibt es aber noch für Schüler und Lehrkräfte: Bis Ostern muss weiterhin zweimal die Woche getestet werden, quarantänebefreite Personen sind nach Angaben des Kultusministeriums Baden-Württemberg von der Regelung ausgenommen. Aktuell (Stand Montagmittag) gebe es an der Staufer-Realschule 24 Schülerinnen und Schüler, die coronabedingt fehlen. „Acht davon sind Kontaktpersonen“, sagt Axel Rybak. Diese Zahl sei aber nichts im Vergleich zum Beginn des Jahres, so Rybak. Im Januar und Februar sei die Zahl „ordentlich“ gewesen.

Bereits im Jahr 2021 habe es eine Zeit gegeben, in der kein Mund-Nasen-Schutz getragen werden musste, so Rybak. „Im Vergleich zu Zeiten mit Maskenpflicht gab es damals keine großen Unterschiede bei den Infektionszahlen“, so der Schulleiter. „Die großen Infektionswellen kamen mit den Varianten.“

Nach den Osterferien endet die Testpflicht in Schulen

Es bleibt aber nicht nur bei dem Wegfall der Maske. Nach den Osterferien fällt auch die Testpflicht an Schulen weg. „Wenn man nicht mehr testet, weiß man nicht mehr, wie viele infiziert sind“, sagt Rybak. „Dann werden wir wieder ein paar Rotznasen im Unterricht sitzen haben und von einer Grippe ausgehen.“ Ob die Infektionszahlen wieder in die Höhe schießen, werde sich reaktiv schnell nach Ostern zeigen, so Rybak. „Besonders an den Reiserückkehrern“, so der Schulleiter der Staufer-Realschule. Auch Birgit Bürk sieht der Zeit nach den Osterferien kritisch entgegen. „Wenn die Tests nicht mehr stattfinden, merken wir nicht mehr, ob jemand infiziert ist“, sagt sie.

Kaufmännische Schule: Wöchentlich rund 40 bis 50 positive Schnelltests

Aktuell ergeben die Testungen wöchentlich rund 40 bis 50 positive Schnelltests an der Schule. „In den allermeisten Fällen werden diese beim PCR-Test bestätigt“, so Bürk. Aus Rücksprache mit den betroffenen Schülerinnen und Schüler sei eines auffällig: „Die Schule ist der Fundort, aber nicht der Tatort. Sehr häufig stecken sich die Schüler im privaten Umfeld an.“

Die Schulleiterin der Kaufmännischen Schule befürchtet, dass ohne Maske und Testpflicht das Infektionsgeschehen nach den Ostern zunehmen könnte.

Der Schulleiter der Staufer-Realschule, Axel Rybak, ist der Meinung, dass sich der Umgang mit dem Virus allmählich normalisieren werde. „Man gewöhnt sich an alles“, sagt er. „Man darf durchaus ein bisschen Sorge haben“, so Rybak. Dabei sieht er nicht die Schulen als Ort, an dem sich die Schüler anstecken. „Der gemeinsame Nenner sind die Kindergärten“, sagt er. Dass betreffe oftmals auch Lehrkräfte, die kleine Kinder haben. Er sieht sich trotzdem gewappnet. „Wir haben so viele Notfallpläne und Übung aus den letzten zwei Jahren, überraschen kann uns nichts mehr.“

Maske tragen – ja oder nein?: Vor dieser Entscheidung stehen aktuell viele Menschen. Auch in Schulen entfällt seit Montag, 4. April, die Maskenpflicht. Wie aber sieht es in der Realität aus? Wird der Mund-Nasen-Schutz weiterhin freiwillig getragen oder gehört er bereits der Vergangenheit an?

Axel Rybak, Schulleiter der Staufer-Realschule in Waiblingen, spricht über seine Beobachtungen am ersten Schultag ohne Maske: „Die meisten Lehrer tragen eine FFP2-Maske“, berichtet Rybak. Unter

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